Kirche im Mittelalter

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Christel
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Kirche im Mittelalter

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 18. März 2009, 16:20

Es ist nicht ganz zu vermeiden, dass in Themen abgeschweift wird, so sind wir unter „Netiquette für das Forum“ auf „Kirche im Mittelalter“ gekommen: http://www.eichsfeld.net/eicforum/viewt ... =10&t=1077

Da ich es für sinnvoller halte das gesondert zu diskutieren, habe ich einiges hierher kopiert:
Christel hat geschrieben:
Das ist ja das Problem, niemand kann sich ans Mittelalter erinnern! Niemand von uns war dabei.
Das Mittelalter (ca. 1000 Jahre) ist ein Zeitabschnitt in dem wir uns ganz schwer hineinversetzen können. Ein Zeitabschnitt über dem sehr viele Vorurteile und populäre Irrtümer herrschen.
Die Kirche im Mittelalter war eine andere als heute, schon weil die Lebensumstände ganz anders waren.
"Niels":
Erinnern können wir uns alle nicht - aber damit befassen schon. Die römisch-katholische Kirche war - soviel dürfte feststehen - eine äußerst machtzentrierte Institution mit oft sehr klaren weltlichen und auch materialistischen Zielen. Damit hat die Kirche die Bedingungen im Mittelalter kräftig mitbestimmt. Ich kann mich zwar auch nicht an Jesus - der noch viel früher und unter erheblich "rauheren" Bedingungen lebte - erinnern, hatte aber den Eindruck, das der etwas anderes unter "Christentum" verstand.
Christel hat geschrieben:Die Kirche begreift sich sowieso als lehrende, lernende und irrende Kirche. Sie braucht Kritik, so wie jede Gesellschaft, wie jeder Mensch.
"Niels":
Na dann gibt es doch kein Problem, oder? Zumindest in der Vergangenheit sah sich zumindest der Papst als unanfechtbar und seine Politik vollkommen.
Christel hat geschrieben:Aber nicht vergessen, auch wenn wir von Kirche sprechen, das ist keine natürliche Person.
"Niels":
Das ist mir bekannt - sie ist aber auch heute noch keine offene Menschenrechtsbewegung und - so mein Eindruck, eine machtzentrierte Institution mit enormen materiellen Interessen wie Aktivitäten.
Christel hat geschrieben:Kirche begegnet uns nur immer konkret in lebendigen Menschen, von denen lebte niemand im Mittelalter.
"Niels":
Das verstehe ich nicht - ist sie nun Institution (d.h. juritsische Person) oder natürliche Person(en)? Auch Mac-Donalds ist eine juristische Person, die uns in den Filialen in Form Ihrer Angestellten "begegnet".
Natürlich existiert die Kirche als Institution, dennoch ist das eine Verkürzung, in vieler Richtung. –
Diese führt z.B. dazu, dass Kirchenmitglieder von der Kirche reden, als gehörten sie selbst nicht dazu. Sie reden von Kirche und meinen, nur die Menschen, die dort ein Amt inne haben. Sie reduzieren Kirche auf die Amtsinhaber.
Eine andere Reduzierung ist, wenn Kirche als Institution und damit als Sache wahrgenommen wird. – Mir ging es daher darum, darauf aufmerksam zu machen, wir haben es hier mit Menschen zu tun!

Zur Geschichte:
Nachlesen und sich erinnern (also eine Situation durchlebt zu haben), dass ist ein enormer Unterschied. Sich in eine andere Zeit / Zeitgeist hineinzuversetzen ist enorm schwierig. Insbesondere, wenn es sich um eine Zeit handelt, von der sehr viele populäre Vorurteile und Irrtümer im Umlauf sind, wie vom Mittelalter.

Das Mittelalter wird gerechnet von ca. 500 – 1500. Das Ende wird nicht später datiert sondern eher früher 1450.

Ich habe im Internet eine Zeittafel gefunden, die detailliert Ereignisse festhält:
http://www.fvtheol.uzh.ch/download/appa ... ttafel.pdf Sie scheint recht gut zu sein.

Den Beginn des Mittelalters könnte man mit der Völkerwanderung bzw. mit dem Zusammenbruch des weströmischen Reiches ansetzen:
Die Völkerwanderungszeit bildet damit ein Bindeglied zwischen der Spätantike und dem Beginn des europäischen Frühmittelalters, da man sie beiden Epochen zurechnen kann


Nach dem Rheinübergang von 406und dem Eindringen der Vandalen und Sueben in das Westreich zeichnete sich langsam, aber zunehmend der Zusammenbruch der weströmischen Verwaltungsordnung ab. Im Zusammenhang mit diesem Prozess kam es schließlich 476/80 zum Zusammenbruch des Weströmischen Reiches, während das Oströmische Reich die Völkerwanderungszeit weitgehend intakt überstand. Auf dem Boden des westlichen Imperiums entstanden demgegenüber ab dem 5. Jahrhundert germanisch-romanische Reiche, die die Kultur Europas im Mittelalter entscheidend prägen sollten.
http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung
Im Mittelalter werden die Völker Europas christlich, doch inwieweit sind sie es?
Die Kirche begann sich zu organisieren. Zentralistisch? Beschlüsse wurden auf Konzilien gefasst.
Nicht zu vergessen, im Mittelalter waren die Wege weit. Man war tagelang unterwegs. Kein Telefon, kein Internet... - Rom war weit ...

Als Bonifatius http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius im Mittelalter unterwegs war gab es schon arianische Christen. Aber die mittelalterliche Welt war noch heidnisch, einschließlich Menschenopferkult. – Hexenglaube, Magie... war vorhanden.

Die Christen hielten das für Unfug!
http://de.wikipedia.org/wiki/Canon_episcopi
Hexenglaube ist heidnischer Glaube, kein christlicher. Hexen wurden daher nicht im Mittelalter verbrannt, sondern in der Neuzeit. Nicht dort wo die kath. Kirche stark war, sondern wo sie schwach war, im Land der Reformation. Nicht kirchliche Gerichte waren die schlimmsten, sondern weltliche...

Die Hexenverfolgungen kamen in „Wellen“. Sie gingen nicht von der Obrigkeit aus, sondern vom einfachen Volk.
Mehr: http://www2.hu-berlin.de/theologie/schr ... enverf.pdf „Hexenverfolgungen : ein Forschungsbericht“
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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