Katholiken "extrem"

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Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Michelw » Montag 24. August 2009, 20:16

Ich benötige Eure Meinung.

Ich bin kein Wahleichsfelder. Meine Eltern sind mit uns Anfang der 80er Jahre in das "wunderschöne" neugebaute Leinefelde (Südstadt) gezogen. Für mich war die Welt immer in Ordnung, solange wie mich die religiöse Gemeinschaft in Ruhe gelassen hat. Dann habe ich allerdings den Fehler gemacht und bin in ein 400 Seelendorf gezogen. Hier reicht es nicht aus das die Kirche genau vor der Tür steht und zu den Ruhrzeiten anfängt zu leuten, nein, hier ist auch jeder fanatischer Kirchengänger. Es passiert auch hin und wieder das zugezogene Kinder sich taufen lassen, weil sonst keiner mit Ihnen spielt (Ausschluss aus der Gemeinschaft). Ebenso kommt es vor das Paare sich, wie es heute des öfteren vorkommt, über das Internet kennenlernen und dann irgendwann heiraten möchten. Wenn Sie beide der gleichen Religion angehören wird das kein Problem sein. Aber wehe einer ist katholisch und der Andere evangelisch (oder jüdisch o.ä.). Versucht mal in der Situation kirchlich zu heiraten. Das Beste an der Kirche sind die sakralen Bauten. Diese Bauten sind so gigantisch und genial konstruiert das es viel zu schade ist, sie für die Verführung der Menschheit an eine Gestalt zu glauben die noch niemand gesehen hat, zu missbrauchen. Diese Gestalt wird angebetet ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn es keine Religion gäbe würden die Kriege und das Grauen auf dieser Welt um einiges weniger sein. Wen hätten die Nazis zwischen 1933 und 1945 vernichten wollen wenn es keine Juden gegeben hätte. Ich bin kein Rassist, ich habe auch bis heute nicht verstanden warum dieser hass auf die Juden war und auch noch immer ist. Wegen mir kann auch jeder seine eigens auserwählte Religion ausüben. Sie sollen uns aber, die glücklicherweise an keinen Gott glauben, nicht aus dem gesamtgesellschaftlichem Leben ausschließen. Sie sollen nicht versuchen uns Ihre Religion aufzudrücken, wie dies leider im Eichsfeld dauerzustand ist. Selbst Zugezogene, die keiner Glaubensrichtung angehören empfehlen uns unseren Nachwuchs taufen zu lassen. Kinder bekommen kein Geschenk von der Oma oder Uroma zur Geburt, weil das Kind nicht getauft wird. Das Kind wird in Kindergarten oder Schule ausgeschlossen weil es nicht der katholische Religion angehört. Bekommen ungläubige Eltern einen Kindergartenplatz in einem katholische Kindergarten, oder müssen Sie in die Städte fahren wo es noch staatliche Kindergärten gibt.

Wir erwarten Nachwuchs, leider in einem katholischen Eichsfelddorf, das eigentlich sehr schön gelegen ist. Wir wollen hier auch nicht ausziehen. Was können wir aber mit denen machen die uns klar machen wollen das der Weihnachtsmann in Wirklichkeit das Christkind ist, das am heiligen Abend den schweren Sack mit den Geschenken bringt (Kinderarbeit ist doch verboten, oder ist das bei den Katholiken nicht der Fall) und nicht der große starke Mann mit dem weißen Vollbart, den roten Bäckchen und dem gemütlichem Wohlstandsbauch.

Wird sich das Eichsfeld in diesem Sinne etwas Ändern lassen? Gibt es noch mehr die ähnliche Erfahrungen oder Erlebnisse gemacht haben?


Bis die Tage

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von niels » Dienstag 25. August 2009, 17:06

Hallo MichelW,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Gemäß unseren Forenregeln habe ich den Beitrag in den Bereich "Kirchen und Religionen" verschoben, da er dort aus meiner Sicht thematisch am besten hinpasst.

Da es sich möglicherweise auch um ein allgemeines Thema handelt, habe ich an der bisherigen Stelle vorerst einen Link auf Deinen Beitrag hinterlassen.

In jedem Fall wünsche ich Euch eine angeregte, offene Diskussion.

Beste Grüße,

Niels.
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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von katha » Dienstag 25. August 2009, 17:16

Hallo michelw,

ich kann dir in jeder hinsicht nur beipflichten...bin selbst im eichsfeld in einem 650 seelen dorf aufgewachsen.meine eltern sind selbst nicht gläubig. Daher wurde ich auch die ganze kindergartenzeit und die ersten 2 jahre in der schule täglich von mehreren verprügelt... das zum thema "nächstenliebe"....

..ich habe mich halt für wissen und nicht für glauben entschieden....

....wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei sehr gläubigen menschen die rechte hirnhälfte lahmgelegt ist...das sagt doch schon alles..

Beste Grüße, Katha
"Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird beides verlieren."

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Dienstag 25. August 2009, 20:34

Hallo michelw,

ich selbst habe auch erst einige Jahre in der Südstadt von Leinefelde gewohnt, ehe mich vor zwanzig Jahren der Teufel geritten hat in einem eichsfeldischen Dorf ein Haus zu kaufen.
Nun ist dieses Dorf schon etwas größer und der Anteil der Bewohner, welche nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen ist hier bei uns ebenfalls schon etwas größer.
In den eichsfeldischen Städten kannst Du als Nichtgläubiger ja noch ganz gut in Ruhe leben. Auf den Dörfern aber musst Du damit rechnen, dass Du zumindest bei einem großen Teil der Dorfbewohner zu den Außenseitern gezählt wirst, mit denen keine Gemeinschaft gepflegt werden darf. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Es gibt auch auf den Dörfern schon aufgeklärte Menschen, welche mit der Kirche nicht mehr viel am Hut haben. Es sind schon viele aus der Kirche ausgetreten oder wurden von der Kirche exkommuniziert.
Wie zum Beispiel die Kommunikation mit engstirnigen und halsstarrigen Katholiken zu diesem Thema aussieht kannst Du in diesem Thread nachlesen:

Exkommunizierte Eichsfelder gibt es in Massen
http://forum.eichsfeld.net/viewtopic.php?f=10&t=1151

Ich selbst, und auch meine Kinder, sind aus der Kirche ausgetreten. Mein jüngster Sohn hat bis zur Abiturprüfung am Religionsunterricht teilgenommen und hier immer sehr gute Noten bekommen. Als er dann aber selbst in die Situation kam, Kirchensteuer zahlen zu müssen, ist auch er sofort aus der Kirche ausgetreten.

Was ist Dir nun in Deiner Situation zu empfehlen?

Da ist eine Empfehlung natürlich sehr schwierig. Du musst Dich erstmal mit dem Katholizismus befassen damit Du weißt um was es "denen" geht. Wenn Du Deine Kinder am dörflichen religiösen Leben teilnehmen lassen willst, (was nicht unbedingt verkehrt sein muss) ist es aber notwendig, dass Du Deine Kinder regelmäßig zu den von der Kirche suggerierten Glaubensinhalten befragst und entsprechend gegenlenkst. Deine Kinder musst Du vor jeglicher religiöser Indoktrination schützen.
Zum Thema Indoktrination gab es hier auch schon einen Thread.

http://forum.eichsfeld.net/viewtopic.php?f=10&t=1173

Viele Grüße, halt die Ohren steif und lass Dich nicht verbiegen. Ich hoffe für Dich, dass Du nicht „zu Kreuze kriechen“ wirst.

Heinrich5

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Christel » Dienstag 25. August 2009, 21:26

Michelw hat geschrieben:Selbst Zugezogene, die keiner Glaubensrichtung angehören empfehlen uns unseren Nachwuchs taufen zu lassen.


Das verstehe ich nicht! Wer empfiehlt denn etwas, was er selbst nicht macht?
Michelw hat geschrieben:Kinder bekommen kein Geschenk von der Oma oder Uroma zur Geburt, weil das Kind nicht getauft wird.

Das ist ein innerfamiliäres Problem. Was hat das mit zugezogen und ungläubig zu tun?
katha hat geschrieben:....wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei sehr gläubigen menschen die rechte hirnhälfte lahmgelegt ist...das sagt doch schon alles..

Das stimmt ganz sicher nicht!
Heinrich5 hat geschrieben:Es gibt auch auf den Dörfern schon aufgeklärte Menschen, welche mit der Kirche nicht mehr viel am Hut haben.
Heinrich5 hat geschrieben:es aber notwendig, dass Du Deine Kinder regelmäßig zu den von der Kirche suggerierten Glaubensinhalten befragst und entsprechend gegenlenkst. Deine Kinder musst Du vor jeglicher religiöser Indoktrination schützen.
Ich bin in einem unreligiösen Umfeld aufgewachsen ... – Da war ich als Katholikin gewissermaßen eine „Außenseiterin“... – Die Mehrheit versucht immer der Minderheit den Stempel aufzudrücken.
Ich habe mich nicht der Mehrheit angepaßt. Ich bin immer noch katholisch. (Wahrscheinlich viel bewußter als mancher, der es leicht hatte.)

Voraussetzung für ein gutes Miteinander ist sich in Augenhöhe zu begegnen. Das gute Miteinander fängt bei jedem selbst an! Wichtig ist, den anderen Menschen wertschätzen auch wenn er ganz anderer Gesinnung ist.

Ich bin der Meinung jeder soll seine Überzeugung ehrlich leben.
Eine Taufe nur aus Gründen der Anpassung ist unehrlich. Das Taufversprechen wäre eine Lüge.

Viele Grüße

Christel
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Josef » Montag 23. November 2009, 15:39

MichelW und Heinrich5 sind für mich geistige Kleingärtner niederen Nivaus.
Wenn Sie sich hier nicht wohlfühlen, (die Gegend ist ja schön, aber die Menschen!) sollen Sie doch in der ach so tollen Heimat IHRER
Ahnen glücklich werden - dies ist ein freies Land !
> Auf solche "Typen" verzichtet das Eichsfeld gern.
mfG

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 23. November 2009, 19:26

na,
Ich denke so einfach geht das nicht.

Man kann nicht einfach mit Intoleranz reagieren, wenn man anderer Meinung ist.

Wer sagt Dir, das beider Ahnen nicht aus der Region Eichsfeld kommen? Und wenn dem so sei, wer legt fest, wer nun als "Eichsfelder" zu werten ist und wer nicht? Wieviele Generationen "reinen Eichsfelderblutes" muß man in sich tragen um das Recht für sich beanspriuchen zu können, bestimmen zu wollen, welche Menschen hier gedultet werden können und welche nicht?

Richtig: Deutschland ist ein freies Land, wie ganz Europa. Jeder Deutsche / Europäer hat das Recht seinen Wohnsitz frei zu wählen. Du ebenso wie MichelW, Heinrich5 u.a. Jeder Europäer hat auch das Recht, seine eigene Meinung zu haben - ebenso wie seine eigene Weltanschauung.

Die katholische Historie / Gründung des Eichsfelds hatte übrigens ausschließlich (macht-)politische Hintergründe der damaligen Obrigkeit. Den meisten von denen waren die "einfachen Leute" soweit egal, wie sich nicht als Arbeitszeug und Steuerzahler zu bepressen waren. Rom war damals mächtig - und hauptsächlich deshalb ist das Eichsfeld heute "römisch katholisch".

Ich habe gelernt, das die christliche Lehre (im eigentlichen Sinne) Werte wie Toleranz - auch gegen Andersglaubende - aus gutem Grunde hoch hält. Zu Toleranz gehört auch Mitgefühl. Ich habe auch Verständnis dafür, wenn Menschen - die in nach Selbstverständnis "besonders christlichen"Regionen wie dem Eichsfeld leben, die Differenzen und Diskrepanzen zwischen Glaubenslehre und gelebter Kultur sehen und nicht verstehen.

Es liegt an den Betreffenden, den selbsternannten "Christen" oder auch "echten Eichsfeldern" Sie eines besseren zu belehren, wenn dem so ist. Durch Worte UND Taten. Eigentlich auch durch Vorbild-Sein?

Dein Posting allerdings bestätigt leider nur die Positionen derer, die das propagierte "Vorbild Christ" nicht bzw. nicht mehr finden können.

Ich erlebe z.B. desöfteren solche Äußerungen wie Deine - auch hier im Forum - in etwa: "wer sowas sagt, kann kein Eichsfelder sein". Wem gehört denn das Eichsfeld? Jedenfalls bestimmt keinem Eichsfelder, denn die waren bekanntermaßen immer arm und hatten über Jahrhunderte als Sklaven Ihrem jeweiligen (durch die Religionsbehörde eingesetzten) "Lehnsherrn eigen" zu sein. Niemand derer hätte wohl je das Potential oder materiellen Mittel gehabt, sich das Eichsfeld anzueignen um - auf "seinem" Grund und Boden - eigene Regeln aufzustellen.

Ähnliche Worte kennt man heute aus Israel gegen die Palästinenser, der iranischen Regierung gegen Israel, den Neonazis gegen Ausländer und Minderheiten oder auch islamischen Idioten gegen Christen. Aber auch die Bayern wettern bekanntlich gern gegen die "Saupreußen" - vor allem die, die noch nie im Norden waren bzw. dort niemanden kennen. Im Eichsfeld wettern m.E. wohl die am lautesten, die selbst am wenigsten von anderen Menschen und Kulturen kennenlernen durften / konnten.

Als "Außenstehender" bestärkt dies (leider) nur meinen Eindruck, das (ebenso leider) vielen Gläubigen - gleich welcher Religion - nichts an den (in allen Religionen zu findenden menschlichen Werten) liegt.

Also Josef: Meine persönliche Meinung ist: wer den Dialog scheut, hat Angst nicht recht zu haben. Wegschauen oder Minderheiten "verjagen" wollen gehört ebenso dazu.

Auf die Aussagen oder meinetwegen "Vorwürfe" der beiden gehst Du ebensowenig ein wie Du Deine eigene Sicht darstellst. Wenn Du meinst, andere sagen hier die Unwahrheit, wirst Du doch "Mann's genug" sein können dies nach Deiner Sicht richtig zu stellen.

Demnach hast Du Dich damit nicht befasst oder "andere Gründe", keine entsprechende Antwort zu verfassen. Du hast hier ebenso das Recht Deine Sicht auf die Situation zu schildern wie jeder andere - ebenso wie das jeder lesen darf. Ebenso wie jeder DEIN Posting lesen darf.

Das das geht zeigen die Postings derer hier, die eine gänzlich andere Sichtweise und / oder auch Glaubenswelt haben, und sich auf einen Dialog einlassen, statt sich bockig oder trotzig über die Meinung anderer zu stellen.


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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 23. November 2009, 19:33

btw:
"geistige Kleingärtner" können und dürfen die Betreffenden u.U. als persönliche Beleidigung werten.

Bitte unterlaß das und lies bei Bedarf noch einmal die Forenregeln, wie sie auch weitgehend Teil der "Netiquette", den Verhaltensnormen für Internet-Teilnehmer in öffentlichen Brettern allgemein Geltung haben. Diese sollte heute eigentlich jeder Internetanwender kennen und einhalten.

Ich gehe hier davon aus, das Dir diese bisher nicht bekannt waren.

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Fischer » Mittwoch 25. November 2009, 14:36

..ich habe mich halt für wissen und nicht für glauben entschieden....
@Katha
Da es meines Wissens weder einen eindeutigen Beweis für die Existenz Gottes gibt, noch dagegen, kannst du nicht von Wissen sprechen. Du hast dich halt für den Glauben an die Nichtexistenz Gottes entschieden ;)
Oder anders formuliert: Du hast dich für Hoffnungslosigkeit und gegen die Hoffnung entschieden ... wobei natürlich kein Mensch dir garantieren könnte, ob diese Hoffnung begründet ist ...

@michelw
Abgesehen davon, dass ich deinen Beitrag für ein provokantes Machwerk halte, das bestenfalls am Rande eigene persönliche Erfahrungen widerspiegelt lege ich dir Christel´s Sätze ans Herz:
Voraussetzung für ein gutes Miteinander ist sich in Augenhöhe zu begegnen. Das gute Miteinander fängt bei jedem selbst an! Wichtig ist, den anderen Menschen wertschätzen auch wenn er ganz anderer Gesinnung ist.
Wenn du aus gläubigen Gottesdienstbesuchern fanatische Kirchgänger machst, dann erwartest du anscheinend von deinen Mitmenschen die Toleranz, die du selbst nicht an den Tag zu legen bereit bist.

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 25. November 2009, 16:54

@ "geistige Kleingärtner" :o 8O

Bitte nichts gegen Kleingärtner!
Ich bin Kleingärtner. Ich protestiere gegen die Diskriminierung von Kleingärtnern! :mrgreen:

@
niels hat geschrieben: Wer sagt Dir, das beider Ahnen nicht aus der Region Eichsfeld kommen? Und wenn dem so sei, wer legt fest, wer nun als "Eichsfelder" zu werten ist und wer nicht? Wieviele Generationen "reinen Eichsfelderblutes" muß man in sich tragen um das Recht für sich beanspriuchen zu können, bestimmen zu wollen, welche Menschen hier gedultet werden können und welche nicht?
Wie es im Eichsfeld ist, weiß ich nicht. Von einer anderen schönen Gegend am anderen Ende Deutschlands weiß ich, als Einheimischer zählt man erst ab der 5. Generation, vorher keine Chance. Wer legt das fest? Natürlich die Einheimischen! :wink:

@ Hallo Fischer, Deinen Beitrag (von Fischer » Mi 25 Nov, 2009 14:36) unterschreibe ich gern.
Du hast wahr gesprochen. – Danke!

LG Christel
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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von niels » Mittwoch 25. November 2009, 17:34

Bitte nichts gegen Kleingärtner!
Ich bin Kleingärtner. Ich protestiere gegen die Diskriminierung von Kleingärtnern! :mrgreen:
Diskriminierung - so beliebt und einfach Sie auch für die in der jeweils Überzahl vorhandenen Ethnien / Gruppierungen sein mag - ist keine Lösung.
@Christel: Bei der Beleidigung - ich habe am Handy inkomplett gequotet - ging es mir auch eher um die Bezeichnung: "niederen Niveaus" - wer legt sowas fest? Dafür sind andere (auch auf Deine Forderung hin) schon aus dem Forum geflogen...
Wie es im Eichsfeld ist, weiß ich nicht. Von einer anderen schönen Gegend am anderen Ende Deutschlands weiß ich, als Einheimischer zählt man erst ab der 5. Generation, vorher keine Chance. Wer legt das fest? Natürlich die Einheimischen! :wink:
Schön, da ist Inzest wohl noch ein "genetisches Qualitätsmerkmal"? Immerhin sollte (wenn's geht) ja auch die Frau aus dem selben Ort kommen usw... Ich dachte nur die Nazis wären so bekloppt (dabei war Inzest - nach deren Definition - auch bei denen verboten)...

Kann man "stolz" darauf sein, in einem bestimmten Ort oder Region geboren zu sein? Warum, was hat man denn selbst dafür getan? Nichts.. Das ist ebenso hohl als wenn jemand stolz darauf ist, "Milliardär" zu sein, weil er zufällig Erbe eines Milliardärs ist. Dieser Sorte gibt es ja einige Milliardäre... Als Europäer können wir höchstens etwas wie "dankbar" sein, das wir nicht irgendwo in der dritten Welt geboren wurden...

Dummheit und Stolz wachsen halt auf dem selben Holz...

Auch übrigens: ich bin Europäer und "Süd-Ost Heiligenstädter" und komme nicht zuletzt von der Erde - zumindest im Moment kann ich das so behaupten. "Stolz" fühle ich daraus keinen...

@ Hallo Fischer, Deinen Beitrag (von Fischer » Mi 25 Nov, 2009 14:36) unterschreibe ich gern.
Du hast wahr gesprochen. – Danke![/quote]
hmmm,
ich hätte Dir - ehrlich gesagt - schon etwas mehr zugetraut...

Cheers,

Niels.

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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 25. November 2009, 18:57

niels hat geschrieben:Schön, da ist Inzest wohl noch ein "genetisches Qualitätsmerkmal"? Immerhin sollte (wenn's geht) ja auch die Frau aus dem selben Ort kommen usw... Ich dachte nur die Nazis wären so bekloppt (dabei war Inzest - nach deren Definition - auch bei denen verboten)...
Na klar! Man lässt sich doch nicht die Frauen klauen! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: - Wobei man die schon eher aufnimmt.
„5. Generation“ ist übrigens nicht rassistisch. Der Weiße zählt nicht früher dazu als der Schwarze.
Ab 5. Genaration zählen auch Schwarze, Rote, Gelbe, Grüne, Blaue ... zu den Einheimischen!
Der Weiße, erst in der 4. Generation dagegen nicht. :wink:

Also, ich hab das alles nicht so ernst genommen und gemeint. – Muß man wohl auch nicht.
niels hat geschrieben: hmmm,
ich hätte Dir - ehrlich gesagt - schon etwas mehr zugetraut...
Ja, so ist das mit der Toleranz, uns stehen Gleichgesinnte immer näher, weil wir mit ihnen besser mitfühlen können.
Was erwartest Du von mir? Ich bin katholische Christin.
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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von niels » Mittwoch 25. November 2009, 19:33

uns stehen Gleichgesinnte immer näher, weil wir ihnen besser mitfühlen können...
Nein,
Du meinst lediglich "leichter" mitfühlen, das ist etwas ganz anderes und natürlich auch viel einfacher (daher wohl auch die bequemere Lösung) "Mitfühlen" mit Menschen, die ähnlich fühlen wie man selbst mag eine angenehme Sache sein - weiter bringt sie einen am wenigsten. Es sei denn man sucht lediglich Selbstbestätigung. Mitfühlen (wie wohl auch die von Christen so hochgelobte) "Nächstenliebe" ist aber gerade da wichtig wo es nicht so einfach ist. Soweit ich die Bibel kenne, wollte auch Jesus dies so klar vermitteln (aber vielleicht hänge ich da zu sehr an den "Worten fest", wie z.B. ein Protestant?).

"Christ" unter "Christen" sein ist simpel - ebenso wie es immer am einfachsten ist, nur unter Gleichgesinnten zu sein - z.B. als Kommunist unter Kommunisten. Da liegt die Versuchung schon nahe, dafür zu sorgen, das keine potentiellen "Störenfriede" dazukommen. Leute die "stören", weil sie anders denken.
Was erwartest Du von mir? Ich bin "katholische Christin"
Hmmm,
vielleicht "christlicheres" Verhalten - z.B. Mitfühlen, Einfühlen, die Hand hinhalten - auch (und vor allem dort) wo es mal nicht so einfach ist / scheint. Wenn man da als Christ nicht hinbekommt, dann wenigstens der Versuch dessen - z.B. indem man den ersten Schritt geht?

Oder bin ich auf dem Holzweg, wenn ich von einem Katholiken christliche Werte gelebt erwarte? Vielleicht aber verstehe ich vom Christentum einfach zu wenig und die Dinge sind einfach "viel komplexer" - dann hielte selbst ich die 10 Gebote für hinterhältige Propaganda, da sie durch "praxisbezogene Interpretationen" vervollkommnet werden?

Ich dachte, es gäbe zumindest noch einige "Katholiken", denen auch christliche Werte noch ein Begriff sind (immerhin soll die katholische Kirche ja eine "christliche" Religion vertreten / abbilden). Mir ist jeder schlechte Katholik zehnmal schlimmer als jeder schlechte Nichtgläubige, denn ER hält sich für einen "Freund" des "Alten" und für "über" jedem Nichtgläubigen stehend.

Meiner Meinung nach muß sich jeder Mensch seine Achtung und Würde hart erarbeiten - da gibt es keine Abkürzungen und keine Sonderbbehandlung (z.B. wegen besonders pünktlichem sonntäglichen Kirchgangs).

Btw:
@Christel, Josef usw.
Ab wann hätten denn Michelw oder Heinrich5 reale Chance im Ort akzeptiert zu werden? Müssen Sie dazu an einen Gott oder gar einen bestimmten glauben? Müssen sie sonntags regelmäßig in der Kirche auftauchen oder reicht auch an Weihnachten und / oder Ostern? Muß man auf der Kirmes und bei Fasching erscheinen oder reicht auch eine Veranstaltung?

Ich denke solche Fragen dürftet Ihr doch beantworten können - immerhin habt ihr ja klare Vorstellungen davon, warum sich die Betreffenden gemobbt und diskriminiert fühlen dürfen (so mein Eindruck).

WAS wird denn erwartet, damit man als Mitglied der Gemeinde akzeptiert - d.h. nicht gemobbt, diskriminiert oder verachtet / aktiv gemieden wird?

In meiner Jugendzeit erinnere ich mich an einige Zugezogene in meinem Geburtsort, die - um "Anschluß" im Ort zu finden, in die Kirche eingetreten und sich "besonders aktiv" engagiert haben - u.a. auch im "Familienkreis" usw.. Während man wochentags auf SED Parteiversammelungen und Elternabenden den "Ton angab" und sich "gesellschaftlich engagierte", saß man sonntäglich mit der ganzen Familie geschlossen und pünktlich in der zweiten Bank (und nahm so den Kindern die Plätze weg).

Nach der Wende trat dann auch der ehem. "Stasi-Häuptling" (von dem es jeder wusste, aber niemand sagte) zur Kirche über. Der Dorfpfaffe fand das "so toll", sodas er gleich den Heiligabend mit dessen Familie verbrachte. Beide Familien sind "hoch anerkannt" im Ort (zumindest so, wie man das hier wohl versteht). Ich bin mir natürlich auch sicher, das sie es mit ihrem Glauben ehrlich meinen - immerhin, bei dem Engagement. ;)

Btw2:
Mit einer armen oder diskriminierten Familie / Menschen - von beidem gab und gibt es genug im Ort - - hat bisher kein Pfaffe auch nur mal geklingelt (es sei denn er wollte Geld - z.B. für Sprengeln) - aber auch kein anderer Katholik im Ort...

Selbst bei den Moslems ist es üblich, einen Teil des Einkommens regelmäßig direkt an Ärmere Menschen / Familien zu spenden (damit meine ich nicht nen paar Euro in den sonntäglichen Klingelbeutel). Dabei halte ich den Islam eigentlich für noch rückständiger...

katha
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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von katha » Donnerstag 26. November 2009, 07:56

Hoffnung braucht man nur, wenn man im Stillstand lebt und unfähig / oder nicht gewillt ist, sich aus eigenen Stücken da rauszubringen. Man hofft auf irgendjemanden, der einem da raus hilft.

Ich bewege mich selbst und übernehme allein selbst Verantwortung für mein Tun. Darum suche ich keine Hoffnung und vermisse die auch nicht.

katha
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Re: Katholiken "extrem"

Ungelesener Beitrag von Christel » Donnerstag 26. November 2009, 22:03

Katha, damit bestätigst Du, was Fischer schrieb. Allerdings schrieb Fischer von einer Hoffnung, die größer ist als die Hoffnungen innerhalb dieses Leben. Gemeint ist eine Hoffnung, die weit über dieses Leben hinaus reicht. Es geht um etwas, was eben nicht machbar ist.
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