christlicher Rachefeldzug / Lynchjagd in Ägypten

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pOng
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christlicher Rachefeldzug / Lynchjagd in Ägypten

Ungelesener Beitrag von pOng » Montag 10. Oktober 2011, 11:52

... deutsche Medien widersprüchlich:

http://www.tagesschau.de/ausland/index.html
http://www.tagesthemen.de/ausland/koptenkairo100.html

Während ein Teil der öffentlichen deutschen Medien zu den gestrigen religiös
motivierten Ausschreitungen in Ägypten von einem "Kampf zwischen Muslime und
Kopten" spricht oder darüber berichtet, das Kopten sich gegen die "islamische
Unterdrückung von Christen zur Wehr" setzten, zeigen die von allen Medien
genutzten Bildaufzeichnungen ein recht eindeutiges Bild: Tausende koptische
Christen machen eine Hetzjagd auf wenige Uniformierte - Polizisten und
Schutzmilitärs, die zur Sicherung des staatlichen TVs anwesend waren.

Besonders widersprüchlich dabei die Darstellung in den gestrigen Tagesthemen,
in denen die Moderation von unterdrückten Christen spricht, den Eindruck
erweckt hier kämpften Muslime gegen Christen ("keiner weis jedoch wer
angefangen hat), während die ausgiebige Videoaufzeichnung ausschließlich
extremst gewalttätige Christen zeigt, die in großer Überzahl wehrlose
Unbeteiligte jagen und lynchen, nur weil sie eine Uniform tragen.

Für meinen Geschmack recht ausgiebig und sachlich unrichtig berichten deutsche
Medien von der "Unterdrückung von Christen" im "islamischen Staat Ägypten" wie
davon, das die Christen "die Militärs" für die Tötung mehrerer Kopten Tage /
Wochen zuvor verantwortlich machten und das es eine von Islamisten angezündete
koptische Kirche gab (wie übrigens auch eine vorgeblich von Kopten angezündete
Moschee, was nicht erwähnt wird).

Tatsächlich aber jagten die Kopten zu hunderten / tausenden offensichtlich
alles, was eine Uniform trug und zufällig anwesend war, einzelne oder in
kleinen Gruppen anwesende Polizisten, einen Bus in dem man Militärs
"vermutete". "Islamisten" oder "Moslems" waren bei der Demonstration
augenscheinlich keine anwesend. Dennoch berichten deutsche Medien weiter,
"noch wäre unklar, wer bei den Ausschreitungen angefangen hat".

Tatsache ist, das einzelne islamistische Gruppierungen im befreiten Ägypten
auch unter Anwendung von Gewalt und Drohungen gegen Andersdenkende oder -
gläubige vorgehen, die Christen stellen dabei lediglich eine der Gruppen -
aber auch die Islamisten sind != "ägyptischer Staat" bzw. "Regierung", wie von
einigen Medien dargestellt.

Tatsache bleibt nun einmal mehr, das Christen wie Muslime ebensowenig vor Gewalt, Rache
und Lynchjustiz wie zurückschrecken wie sich beide Gruppierungen im heutigen
Ägypten als "Unterdrückte" betrachten und ihre Getöteten als "Martyrer" verehren.

[Die Dateierweiterung mp4 wurde deaktiviert und kann nicht länger angezeigt werden.]


Heinrich5

Re: christlicher Rachefeldzug / Lynchjagd in Ägypten

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Dienstag 4. Dezember 2012, 11:01

Was Religion bewirken kann, ob christlich oder muslimisch, zeigt auch diese neue Meldung aus Nigeria

Allahu Akbar – Gott ist groß

Islamisten schlachten Christen wie Schafe ab

03.12.2012, 10:01 Uhr | dpa
"Abgeschlachtet wie Schafe": Bei neuen Angriffen auf Christen sind am Wochenende im Norden Nigerias mindestens zehn Menschen getötet worden. Die Täter waren islamistische Terroristen.
Sie überfielen eine vorwiegend von Christen bewohnte Gegend in Chibok im Bundesstaat Borno, berichtete die nigerianische Zeitung "Vanguard" unter Berufung auf Behördenangaben. Die Täter drangen in mehrere Häuser ein und schnitten den Bewohnern die Kehlen durch.
1400 Opfer seit 2010
"Sie gingen in ausgesuchte Häuser und schlachteten die zehn Menschen wie Schafe ab", berichtete ein Behördenvertreter, der anonym bleiben wollte. Dabei hätten sie "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Die Behörden machen die radikalislamische Terrorgruppe Boko Haram für die Taten verantwortlich.
Die Sekte steht auch im Verdacht, am Sonntag mehrere Angriffe auf Kirchen und Grenzposten im Nordosten Nigerias verübt zu haben, bei denen laut "Vanguard" zwei Polizisten getötet wurden. Anwohner berichteten, dass rund 50 Bewaffnete in Autos und auf Motorrädern das Feuer auf drei Kirchen und Kontrollposten im Grenzgebiet zu Kamerun eröffnet hätten.
Kämpfer der Boko Haram, die wegen ihrer extrem rückständigen Ideologie oft mit den afghanischen Taliban verglichen werden, haben bei zahlreichen Anschlägen seit 2010 bereits 1400 Menschen getötet. Die sektenartige Terrorgruppe kämpft für einen islamischen Gottesstaat im muslimisch geprägten Norden Nigerias.

http://nachrichten.t-online.de/nigeria- ... 3670/index

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