Glaubensbegründung

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Christel
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Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 26. Juni 2017, 21:45

Einführung ins Thema

Holuwir bat mich
Holuwir hat geschrieben:
Donnerstag 8. Juni 2017, 12:14
Ich kenne nur deinen Bezug auf Schöpfung, wie er in den Paulus-Zitaten und deinem Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kam. Wie kannst du sonst deinen Glauben an die Existenz eines Gottes begründen, ohne dass dies einen Zirkelschluss bedeutete?
Die Frage ist mit einer Bedingung verknüpft. - Hm.

Ga-chen hat gleich abgewiegelt:
Ga-chen hat geschrieben:
Donnerstag 8. Juni 2017, 22:22
Glauben an Gott braucht man nicht zu begründen...wozu auch? Bloß weil du eine Begründung brauchst?

Dem Gläubigen ist Gott genug! Das Wissen um seine Existenz reicht völlig! Die Beziehung zu ihm ist durch nichts zu übertreffen!

Der Gläubige weiß, dass er niemanden durch seine Worte überzeugen kann! Das sagt Paulus ganz klar! Und ZJ wissen es durch den die meiste Zeit vergeblichen immensen Einsatz.

Und niemand kann aus such selbst heraus glauben, denn der Glaube ist eine "Gabe Gottes", ein Geschenk! Nur der Vater "zieht" zum Sohn...nur solche können Jesus "erkennen"!

Selbst Erfahrungsberichte, wie man hier sieht, können nicht überzeugen, es sei denn, das Herz eines Menschen ist vorbereitet. Selbst Wunder überzeugen nicht, sagt Jesus, selbst Zeichen nicht, welche damals wie heute von Menschen gefordert werden. Jesus sagte, Moses und due Propheten zu haben, würde reichen, um Gott zu finden. Naja...dazu müsste man die Bibel dann lesen...😉
Was Ga-chen schreibt,das trifft ähnlich auf jeden Glauben zu.
Wir glauben, dass morgen früh wieder die Sonne aufgeht, weil es immer so war. Aber wissen wir, ob sie morgen wieder aufgeht?
Wir glauben, dass Atome aus Protonen… bestehen. Wann haben wir uns so ein Atom mal angeschaut und die Bestandsteile beobachtet?
Wir glauben unsere Mitmenschen zu kennen, wir vertrauen ihnen oder auch nicht. Aber können wir das in jedem Fall wissen?

Wir glauben sehr viel. Wir glauben zu wissen. Wir haben gar nicht die Zeit und die Möglichkeit alles zu überprüfen. Und ähnlich wie es Ga-chen ausdrückte, solange wir glauben zu wissen, sehen wir uns weder veranlasst etwas zu hinterfragen, noch zu begründen.

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Sonntag 2. Juli 2017, 18:44

Das meine ich nicht, Christel! Klar hinterfrage ich, sogar ständig, sonst könnte ich im Glauben nicht wachsen und auch nicht tiefer ins Verständnis des Wortes Gottes eintauchen! Für mich ist mein Glaube begründet und in Jesus gegründet! Jedoch muss ich meinen Glauben weder für andere begründen noch beweisen! Aber ich erzähle gern davon...von meinen Erlebnissen mit meinem Herrn 😊

Ich glaube auch nicht zu wissen, sondern habe Glaubensgewissheit. Ohne diese Gewissheit halte ich Glauben für sinnlos.
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, um es mit den Worten Hiobs zu sagen....und...der Geist Gottes bezeugt meinem Geist, dass ich Gottes Kind bin!
In dem Moment, als ich Gott mein Leben gab, um mich seinem Regieren zu unterstellen, wusste ich, dass ich gerettet bin und ewiges Leben bei Gott habe. Später fand ich das im Johannes Evangelium bestätigt, in Gottes Familie hinein geboren zu werden dadurch, dass man Jesus als seinen persönlichen Erlöser annimmt und vom Geist Gottes zu einem neuen Leben in Christus gezeugt wird....und ebenfalls, dass derjenige nicht ins Gericht kommt....
Liebe Grüße von Ga-chen

Augustinus suchte nach Gott und grübelte und grübelte und ging an einen Strand. Dort traf er einen Jungen, der mit einem Löffel Wasser aus dem Meer auf den Strand goss. Auf die Frage, was er da mache, antwortete der Junge: "Ich löffel das Meer aus!" In dem Moment sprach Gott zu Augustinus: "Genau das machst du!"

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 3. Juli 2017, 00:06

Ga-chen hat geschrieben:
Sonntag 2. Juli 2017, 18:44
Jedoch muss ich meinen Glauben weder für andere begründen noch beweisen!
Das sehe ich auch so!
Besonders, wenn der Fragende gar nicht wirklich an den Begründungen interessiert zu sein scheint.

In einem Anleitungsheft für „junge Atheisten“ las ich, man soll den Christen die Beweislast auferlegen. Tatsächlich verhalten sich Atheisten in Diskussionen ziemlich ähnlich, immer dasselbe, selten etwas Neues. Anscheinend wird bei denen auch nur mit Wasser gekocht und sie begründen ihren Glauben durch nachplappern.

----------
Als kleines Kind habe ich meinen Glauben weder hinterfragt, noch begründet. Der liebe Gott existierte ganz selbstverständlich. Meine Oma, die ihre letzten Lebensmonate in unserer Familie verbrauchte, bereitete mich gründlich auf ihren Tod vor. „Wenn ich einmal tot bin…“, so begann sie viele Gespräche mit mir. Klar war, wenn sie tot war, sollte ich ihr Grab gießen und sie schaute vom Himmel aus zu. Als meine Oma gestorben war, kam sie in den Himmel. Das war ganz klar, dessen war ich gewiss. (Übrigens, in der Nacht in der sie starb, war meine Vater im Sessel eingeschlafen und träumte, sie wäre kerzengerade an ihm vorbeigegangen und hätte das Haus verlassen.)

Ich denke, wer in einer atheistischen Familie aufwächst, dem geht es ähnlich. Gott und Kirche kommen einfach nicht vor.

Erst wenn es hinterfragt wird entscheidet der Mensch:
a) An Gott glauben, als Christ leben…
b) Sich weder dafür, noch dagegen entscheiden…
c) Atheist sein…
Alle drei Positionen sind zu begründen, nicht unbedingt für andere, aber für sich selbst.
Ich habe mich für a) entschieden und das hat seine Gründe. Diese Gründe müssen nicht allen anderen einleuchten. Aber sie leuchten mir ein und dies ist das Entscheidende.

-------------
Ga-chen hat geschrieben:
Sonntag 2. Juli 2017, 18:44
Ich glaube auch nicht zu wissen, sondern habe Glaubensgewissheit. Ohne diese Gewissheit halte ich Glauben für sinnlos.
Wie meinst Du das?

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Montag 3. Juli 2017, 14:57

Ich weiß, dass ich "gerettet" bin, ich wusste es in dem Moment, als ich Gott mein Leben "gab", erklären konnte ich mir das auch nicht. Aber es war eine tiefe Gewissheit in meinem Herzen und meinem Bewusstsein.

Erst später fand ich die bibl. Erklärung und Bestätigung, wie auch bei anderen Begebenheiten, die ich mit Gott erlebte.

...wie ich schon schrieb....von der Geistzeugung...dass der Geist mit meinem Geist bezeugt, dass ich Gottes Kind bin...dass die, die Jesus "haben", nicht ins Gericht kommen...und die ihn nicht haben, schon gerichtet sind, etc
Liebe Grüße von Ga-chen

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Montag 3. Juli 2017, 15:02

Eine Begebenheit war, als ich ganz allein in der Mittagszeit im Schwimmbad im Außenbecken war....und ich hörte, wie eine Stimme meinen Namen rief. Ich sah mich um, niemand zu sehen und wusste dann, dass es Gott war.
Irgendwann später las ich mal in Jesaja. Da stand unter anderem: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen! Du bist mein!
Das war sooo schön
Liebe Grüße von Ga-chen

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Montag 3. Juli 2017, 15:08

...oder als ich getauft wurde und den Eindruck hatte, mit Jesus in seinen Tod getauft zu werden und mit ihm zu ewigem Leben aufzuerstehen, als ich aus dem Wasser herauskam. Erst viel, viel später las ich das in der Bibel...krass...

Für die Glaubens Taufe habe ich 10 Jahre lang gebetet und dann war alles einfach nur perfekt 😊
Ich wollte nicht in eine Denomination hinein getauft werden, sondern freie Christin bleiben. Zu sehr hatten mich Glaubensgemeinschaften zu der Zeit enttäuscht.
Liebe Grüße von Ga-chen

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Roth » Samstag 8. Juli 2017, 16:10

..........in dem, wie sehr sie sich vom Herrn gebrauchen oder senden lassen, in ihrem Gebetsleben, in ihrem Lobpreis - und doch sind alle EINS IN CHRISTUS! ....so wunderbar, so toll, so herrlich :D
Ich habe mal gehört (oder gelesen), dass es auch so etwas wie einen religiösen Orgasmus gibt. Muss mal googeln, vielleicht find ich wieder von wo ich das hab :D

Ach ja, hier hab ich was auf die Schnelle gefunden:
Mystikerinnen erreichten Linderung ihres Leidens auf ihrem mystischem Weg, indem ihnen ein religiöser Orgasmus geglückt ist.
https://books.google.de/books?id=AaAflJ ... us&f=false (Seite 221, Zusammenfassung)

Was es doch nicht alles gibt! :roll:

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 8. Juli 2017, 16:25

Einen Glauben kann man über das Bekenntnis begründen, womit man gleichzeitig seinen Glauben näher definiert,
man kann aber auch mit einem Ausschlussverfahren beginnen.
Ich nannte bereits drei Möglichkeiten:
Christel hat geschrieben:
Montag 3. Juli 2017, 00:06
a) An Gott glauben, als Christ leben…
b) Sich weder dafür, noch dagegen entscheiden…
c) Atheist sein…
Unter c) möchte ich auf die beiden Formen des Atheismus eingehen, mit denen ich mich in meinem Leben intensiver auseinandersetzen musste.
1. Der Atheismus in der DDR
2. Der sogenannte „Neue Atheismus“, der heute den Ton angibt


Zu 1. Im „Manifests der Kommunistischen Partei" schreiben Karl Marx und Friedrich Engels
Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen.
Vergleiche: http://gutenberg.spiegel.de/buch/manife ... tei-4975/3
Marx leitet fünf verschiedene, seiner Meinung nach gesetzmäßig aufeinander folgende Produktionsweisen ab:
(1) Urgesellschaft: Gemeinschaftseigentum an den Produktionsmitteln;
(2) Sklavenhaltergesellschaft: Privateigentum an den Produktionsmitteln und an den Sklaven;
(3) Feudalismus: Privateigentum an den Produktionsmitteln bei Leibeigenschaft und Grundhörigkeit der Bauern;
(4) Kapitalismus: Privateigentum an den Produktionsmitteln;
(5) Kommunismus (bzw. Sozialismus): Gesellschaftseigentum an den Produktionsmitteln.
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def ... definition
Der jeweiligen Produktionsweise als „Basis” entspricht eine spezifische Ausprägung des gesellschaftlichen „Überbaus”, d.h. der realisierten Form der Staatsordnung, der Religion, der Kunst, der Ideologie etc .http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def ... definition
Die Religion ist somit Teil des Überbaus und stützt somit die Gesellschaftsordnung.

Die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse ist der Marxismus-Leninismus.
Der Marxismus-Leninismus gliedert sich in 3 Bestandteile, die eine untrennbare Einheit bilden: dialektischer und historischer Materialismus, politische Ökonomie, wissenschaftlicher Kommunismus. http://www.ddr-geschichte.de/Politik/St ... ismus.html
Die Religion gehört somit zu einer veralteten Gesellschaftsordnung.

Zu 2. Auch der „Neue Atheismus“ deutet die Geschichte.
Richard Dawkins zitiert in seinem Buch „Der Gotteswahn“ (Ullstein, 2008, Seite 53) Gore Vidal unter „Monotheismus
Das große unsagbare Übel im Mittelpunkt unserer Kultur ist der Monotheismus. Aus einem barbarischen bronzezeitlichen Text, der unter dem Namen Altes Testament bekannt ist, haben sich drei menschenfeindliche Religionen entwickelt: das Judentum, das Christentum und der Islam.
Die Geschichte ist demnach nicht durch den Klassenkampf geprägt, sondern durch das Übel der monotheistischen Religionen.

Im selben Buch schreibt Richard Dawkins auf der Seite 480:
Historisch betrachtet, strebte die Religion danach, unser eigenes Dasein und das Wesen des Universums, in dem wir uns befinden, zu erklären. In dieser Rolle wurde sie mittlerweile vollständig von der Naturwissenschaft verdrängt

Fazit:
Beide Versionen des Atheismus deuten die Geschichte.
Im Marxismus-Leninismus besteht das Übel im Privateigentum an Produktionsmitteln mit der Folge des Klassenkampfes, welcher schließlich in der klassenlosen Gesellschaft aufgehoben wird. Die Religion hat hier eine Funktion im „Überbau“ der Klassengesellschaften. Sie wird durch die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse, dem Marxismus-Leninismus abgelöst.

Der „neue Atheismus“ sieht in der Religion, vor allem im Monotheismus, das eigentliche Übel. Die Religion wird von der Naturwissenschaft abgelöst.
Die „Giordano Bruno Stiftung“, welche ebenfalls zum „neuen Atheismus“ gehört, plädiert in ihrem „Manifest des evolutionären Humanismus“ für eine atheistische Leitkultur. Siehe http://www.leitkultur-humanismus.de/manindex.htm

Aus der unterschiedlichen Stellung, die die Religion in diesen beiden Weltbildern einnimmt, folgt, dass der „neue Atheismus“ einen ganzen Zacken schärfer in seiner antireligiösen Ausrichtung ist, als der Marxismus-Leninismus.

Beide interpretieren die Menschheitsgeschichte sehr einseitig. Beide versuchen die Rolle, die die Religion im Leben der Menschen spielt, zu übernehmen. Ich sehe in beiden Ideologien, die in der Praxis nicht aufgehen. Keine wird der Religion, dem Glauben an Gott und Jesus Christus gerecht. …

Daher „c) Atheist sein…“ ? – Ohne mich!

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Samstag 8. Juli 2017, 22:37

Du verwechselst da was....heißt Organismus....grins....

Für die Mystik musst du in die Esoterik gehen. Was es da an Organismen...äh Orgasmen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis 😊😉😃😍
Liebe Grüße von Ga-chen

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 9. Juli 2017, 13:17

Ga-chen, lass Dich von Roth nicht ärgern. :wink:
Ga-chen hat geschrieben:
Samstag 8. Juli 2017, 22:37
Für die Mystik musst du in die Esoterik gehen.
Esoterik und Mystik sind nicht dasselbe. Ein Esoteriker muss kein Mystiker sein!

Der große Theologe Karl Rahner hat den Satz geprägt: „Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein“
„Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein, weil die Frömmigkeit von morgen nicht mehr durch die im voraus zu einer personalen Erfahrung und Entscheidung einstimmige, selbstverständliche öffentliche Überzeugung und religiöse Sitte aller mitgetragen wird, die bisher übliche religiöse Erziehung also nur noch eine sekundäre Dressur für das religiös Institutionelle sein kann. Die Mystagogie muß von der angenommenen Erfahrung der Verwiesenheit des Menschen auf Gott hin das richtige ‚Gottesbild‘ vermitteln, die Erfahrung, daß des Menschen Grund der Abgrund ist: daß Gott wesentlich der Unbegreifliche ist; daß seine Unbegreiflichkeit wächst und nicht abnimmt, je richtiger Gott verstanden wird, je näher uns seine ihn selbst mitteilende Liebe kommt; daß man ihn nie als bestimten Posten in das Kalkül unseres Lebens einsetzen kann, ohne zu merken, daß dann die Rechnung erst recht nicht aufgeht; daß er nur unser ‚Glück‘ wird, wenn er bedingungslos angebetet und geliebt wird; aber auch, daß er nicht bestimmt werden kann als dialektisches Nein zu einem erfahrenen bestimmten Ja, z.B. nicht als der bloß Ferne gegenüber einer Nähe, nicht als Antipol zu Welt, sondern daß er über solche Gegensätze erhaben ist.“ (Karl Rahner, Schriften zur Theologie, Band VII, Zürich / Köln 1966, 22f.) https://alt-katholisch.net/2009/03/30/m ... rl-rahner/

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Sonntag 9. Juli 2017, 18:05

Da bin ich nicht einer Meinung. Eine Begegnung mit Gott ist nicht mystisch, sondern geistig, weil Gott Geist ist und durch unseren erneuerten Geist erfahrbar ist. Mystik gehört für mich zur anderen Seite...uns dazu gehört auch Esoterik. War bisher der Meinung, dass man da mystische, übersinnliche Erfahrungen macht. Ich weiß wovon ich rede....durchs Tischerücken....
Liebe Grüße von Ga-chen

Augustinus suchte nach Gott und grübelte und grübelte und ging an einen Strand. Dort traf er einen Jungen, der mit einem Löffel Wasser aus dem Meer auf den Strand goss. Auf die Frage, was er da mache, antwortete der Junge: "Ich löffel das Meer aus!" In dem Moment sprach Gott zu Augustinus: "Genau das machst du!"

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Sonntag 9. Juli 2017, 21:24

Die Betrachtung der Heiligen Schrift nach ihrem inneren, geistlichen oder mystischen Sinn hat ihre Grundlage in der Vorstellung von der Verhülltheit des Geistes der Schrift in ihren (körperlichen) ‚Buchstaben’: „Bis heute liegt die Hülle auf ihrem (der Juden) Herzen, wenn Mose (= die Thora) vorgelesen wird. Sobald sich aber einer dem Herrn zuwendet, wird die Hülle entfernt. Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt…“ (2 Kor 3,15-18; vgl. 3,6). Dieses Verwandlungsgeschehen, wie es in der Verklärung (griech. metamorphosis) Christi vorgebildet ist (Mt 17,1-9), bedeutet die Gleichgestaltung mit dem Sohn Gottes (Röm 8,29) als Wiederherstellung der ursprünglichen Gottbildlichkeit des Menschen „in Heiligkeit und Gerechtigkeit“ (Eph 4,24). Anders gesagt: die „Wiedergeburt“ oder „Gottesgeburt“ in der Seele oder im Herzen zielt auf die unverhüllte „Schau“ Gottes (Theoria), im weiteren Sinn auf ein mystisches ‚Entzündetwerden’ von der göttlichen Schönheit und Herrlichkeit Gottes und seines unerschöpflichen Wortes. In der Erzählung von den Emmaus-Jüngern, denen der Auferstandene beim ‚Brotbrechen’ und darum dann bei der Feier der Eucharistie die Augen für den inneren Sinn der Schrift öffnet, kommt das Moment des ‚Entzündetwerdens’ in Liebe am deutlichsten zum Ausdruck: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss“ (Lk 24,32).[7]

Nach Lk 12,49 ist Jesus gleich einem neuen Prometheus „gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“, was dann mit der Sendung des Geistes in Feuerzungen an Pfingsten geschieht (Apg 2,3). Wie die Eucharistie „Feuer und Geist“ (Ephraem der Syrer) und „brennendes Brot“ (Teilhard de Chardin) ist, so wird auch nach jüdischer Mystik „der feurige Organismus der Tora“ mit dem Kommen des Messias ihr äußeres Gewand (die Buchstaben-Hülle des äußeren Schriftsinns) ablegen und als „weißes Feuer“ oder „Urlicht“ erstrahlen: als „Licht vom unerschöpflichen Licht“.[8]

Diese Feuerspur des Geistes durchzieht die ganze Bibel, angefangen beim brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusch als mystischem Ort der Offenbarung des Gottesnamens (s.u. Motive) über die Feuersäule als Wegzeichen für den Weg Israels durch die ‚Wüste‘ (Ex 13,21f; Ps 78,14) bis hin zur Gesetzgebung auf dem Sinai im Feuer (Ex 19,18; 24,17) und dem vom Gottesfeuer verzehrten Altaropfer (Lev 10,2; 2 Kön 1,10). Das immerwährende Altarfeuer in Stiftshütte und Tempel ist vom Himmel her entzündet (Lev 9,24; 2 Chr 7,1-3). Der Gott, dessen Wort wie Feuer brennt (Jer 5,14; 23,29) und der selbst „verzehrendes Feuer“ ist (Dtn 4,24; Hebr 12,29), spricht aus der Flamme zu seinem Volk (Dtn 5,4f.22-26). Zu diesem die Sünde regelrecht ‚auffressenden‘ Gott sagt Origenes (185–254), der nach dem jüdischen Philosophen Philo von Alexandrien als eigentlicher Begründer der geistigen Schriftauslegung gilt: „Der Feuergott verzehrt die menschliche Schuld, er zehrt sie auf, er verschlingt sie, er brennt sie aus, wie er auch an anderer Stelle sagt: ‚‚Ich werde dich läutern im Feuer, bis du rein bist.‘ Das also bedeutet das Sündenessen des Einen, der das Sündopfer darbringt. Denn ‚er hat unsere Sünden auf sich genommen‘ und sie selbst gleichwie Feuer verschlungen und aufgezehrt.“[9]

In der Szene von den drei Jünglingen im Feuerofen (Dan 3,15-97), die lobsingend in den Flammen wandeln „wie in kühlendem Windhauch“ (Dan 3,50), erkannten die frühen Christen ihre eigene Verfolgungssituation, aber auch ihre Auferstehungshoffnung, weshalb sich die Szene auch als Bildsymbol in den römischen Katakomben findet

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Christliche_Mystik
Zuletzt geändert von Ga-chen am Sonntag 9. Juli 2017, 21:28, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe Grüße von Ga-chen

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Sonntag 9. Juli 2017, 21:24

Dennoch würde ich persönlich es nicht Mystik nennen....
Liebe Grüße von Ga-chen

Augustinus suchte nach Gott und grübelte und grübelte und ging an einen Strand. Dort traf er einen Jungen, der mit einem Löffel Wasser aus dem Meer auf den Strand goss. Auf die Frage, was er da mache, antwortete der Junge: "Ich löffel das Meer aus!" In dem Moment sprach Gott zu Augustinus: "Genau das machst du!"

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 10. Juli 2017, 22:32

Ga-chen hat geschrieben:
Sonntag 9. Juli 2017, 18:05
Da bin ich nicht einer Meinung. Eine Begegnung mit Gott ist nicht mystisch, sondern geistig, weil Gott Geist ist und durch unseren erneuerten Geist erfahrbar ist. Mystik gehört für mich zur anderen Seite...uns dazu gehört auch Esoterik. War bisher der Meinung, dass man da mystische, übersinnliche Erfahrungen macht. Ich weiß wovon ich rede....durchs Tischerücken....
Tischrücken... hat aus meiner Sicht nichts mit Mystik zu tun. Das gehört zum Spiritismus https://de.wikipedia.org/wiki/Spiritismus

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Re: Glaubensbegründung

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Freitag 14. Juli 2017, 00:49

Das ist für mich das Gleiche....mag falsch sein....
Liebe Grüße von Ga-chen

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