Am Ende das Nichts?

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Christel
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Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 22. November 2017, 21:30

Bücher von Gerhard Lohfink lese ich immer gern. Sie sind gut lesbar und haben trotzdem Tiefgang, er argumentiert biblisch… es bringt mir was…

Am Ende das Nichts? : Über Auferstehung und Ewiges Leben
9783451311048, Verlag Herder
Bild
Ist die christliche Hoffnung auf Auferstehung noch lebendig oder ist sie müde geworden? Wie kann man heute über die Auferstehung sprechen?

Gerhard Lohfink stellt sich in diesem Buch dem Thema Tod und Auferstehung. Er argumentiert vor dem schillernden Hintergrund heutiger Vorstellungen und Erwartungen. Seine Antworten kommen aus der Heiligen Schrift, der christlichen Tradition und der Vernunft. Mit seiner charakteristischen Sprache – weder frömmelnd noch anbiedernd – lässt er die Kraft christlicher Auferstehung aufscheinen. Er zeigt: Es geht nicht um Ereignisse, die in ferner Zukunft liegen, sondern die uns unfasslich nahe sind. Sie haben längst begonnen und erreichen uns voll im eigenen Tod.

"Das Durchdenken und Verfertigen dieses Buches hat mir erneut vor Augen geführt, wie befreiend der christliche Glaube an die Auferstehung der Toten ist. Wer sich in diesem Glauben festmacht, kann ohne Sorgen im biblischen „Heute“ leben, weil nun jede Stunde seines Lebens Gewicht und Hoffnung hat. Und er kann Kraft investieren in den Aufbau einer gerechten Gesellschaft, weil die Welt der Auferstehung die von Gott geschenkte Endgestalt genau jener Welt ist, für die wir hier in dieser Geschichte kämpfen." (Gerhard Lohfink).
https://www.buchhandel.de/buch/Am-Ende- ... 3451311048
Im Teil 1 „Was Menschen denken“ geht es um unterschiedliche Vorstellungen über den Tod.

Der Teil 2 „Was Israel erfuhr“, insbesondere das Kapitel „Glaube, der um Einsicht ringt“ Seite 77-81 ist der Anlass, weshalb ich jetzt auf das Buch hinweise. Hier beschreibt Gerhard Lohfink wie der Glaube Israels in Auseinandersetzung mit anderen (heidnischen) Glaubensvorstellungen entstand. Auf Seite 79 fragt Gerhard Lohfink „Wie redet denn Gott zur Welt?“ … „Nicht, indem er leise in die Seele Auserwählter hineinflüstert“„Nein, Gott redet durch die Erfahrungen derer hindurch, die seine Wege mitgehen.“ … - Ich finde das bedenkenswert.

Es folgen Teil 3 „Was mit Jesus in die Welt kam“, Teil 4 „Was mit uns geschehen wird“ und Teil 5 „Was wir tun können“
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Filinchen
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Re: Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Filinchen » Donnerstag 23. November 2017, 15:32

Eine Auferstehung gibt es nicht – Wir versinken in das Nichts

Der Mensch ist sterblich wie jedes andere Lebewesen auch. Der Unterschied besteht nur darin, dass der Mensch dies erkennen kann, Tiere jedoch nicht. Der Mensch kann erkennen, dass sein Weg letztendlich ins Nichts führt.

Für die Menschen ist das im Allgemeinen eine unerträgliche Vorstellung. Sie flüchten aus dieser Vorstellung um sich ein besser ertragbares Alltagsleben zu ermöglichen.
Die Ausflucht heißt: Es gibt einen Gott oder Götter, welcher die unsterbliche Seele des Menschen nach dessen Tod auf ewig zu sich in den Himmel nimmt. Es findet also ein Weiterleben nach dem Tode statt.

Eine solche Ausflucht tötet man nicht, bringt sie nicht um. Eher ist es diese Ausflucht, welche Menschen tötet: Gott liquidiert alles, was sich ihm widersetzt. Ganz besonders die Vernunft, die Intelligenz und den kritischen Geist. Erst mit dem letzten Menschen wird auch der letzte Gott verschwinden und mit ihm die Angst und die Furcht vor diesem Weg ins Nichts, jene Apparate zur Herstellung von Gottheiten. Dazu der Schrecken angesichts des Nichts, das Unvermögen, den Tod als natürliches Geschehen zu integrieren, als unvermeidlichen Prozess, mit dem man sich arrangieren muss und vor dem allein die Intelligenz etwas bewirken kann.

Siehe auch:

Wer glaubt schon an Auferstehung? Viele Christen können mit der zentralen Botschaft der Bibel nichts mehr anfangen. Die Kirchen ignorieren das Problem.
http://www.zeit.de/2012/15/Auferstehung-Christen-Bibel
Im Korinther-Brief steht geschrieben: "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." Stellen sich die Kirchenoberen die Frage, wie sie’s mit den Christen halten, für die des Heilands Auferstehung keine Wahrheit mehr ist? Wagt es einer der Glaubenshüter, ihnen das Christsein abzusprechen? Aus dem Vatikan kommt dazu seit Menschengedenken kein Wort. Keines der Verdammnis, keines der Toleranz. Die Päpste, die Kardinäle, die Bischöfe führen sich auf, als gäbe es dieses dramatische Problem nicht: dass die Majorität der europäischen Christen die Grundsubstanz des Glaubens leugnet.
Nur jeder zweite Christ glaubt, dass Jesus am Ostermorgen von den Toten auferstanden ist. Insgesamt glaubt das sogar nur jeder dritte Deutsche.
https://www.evangelisch.de/inhalte/1432 ... ferstehung


Die meisten Deutschen glauben nicht an die Auferstehung. Die traditionelle christliche Vorstellung vertreten nur noch 30 Prozent
http://www.kath.net/news/2044


Der Glaube der Deutschen - Jesu? Ja bitte! Auferstehung? Nein danke!
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 6bcea.html
Das Christentum ist eine Kopie des wesentlich älteren Mithras-Kultes, die Figur Jesus ist ein Plagiat. Jesus hat keinen einzigen Satz hinterlassen, während seine schreibenden Zeitgenossen ganze Bibliotheken damit füllten. Jesus ist eine literarische Figur wie Hamlet oder Odysseus. Das erste Evangelium wurde verfasst von Schriftstellern die Jesus nie gekannt haben.

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Re: Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Freitag 24. November 2017, 19:12

1. Frage: Wer ist denn Christ?

2. Frage: Was, wenn am Ende kein Nichts steht?

Und die Entscheidungen, die man im Leben traf, entweder in die eine oder in die andere Richtung führen?

Wenn Jesus den Tod besiegt haben sollte und demnach alle nach der Auferstehung leben werden, dann erhebt sich die Frage, wo?

Man kann das alles abstreiten und negieren, wenn man es nicht hören oder wahrhaben will....ändert das aber was an bestehenden Wahrheiten?

Jeder entscheidet und wählt seinen Weg für sich persönlich.

Gott sagt: "Siehe, ich lege euch Gutes und Böses vor, Segen und Fluch, Leben und Tod.....und ihr sollt das Leben wählen!"

Falls sich für mich wider aller Erfahrung und wider allen Wissens sich meine Hoffnung nicht erfüllt und tatsächlich am Ende das NICHTS. stehen sollte, so bereue ich nichts, denn ich habe und hatte durch meinen Glauben ein schönes, reiches und sinnerfülltes Leben 😊.....und ewig schlafen ist auch schön....das sagte ich damals den beiden ZJ, die mich überreden wollten, Gottes Willen zu tun und mich taufen zu lassen, so nach dem Motto...Was, wenn das aber Gottes Wille ist?....Ich....dann kann ich wählen, ihn zu tun oder auch nicht...und darauf folgte obiger Satz. Die Lehre der Zeugen ist ja ewiger Tod.....Sie sahen mich mit fassungslosen Augen an....
Liebe Grüße von Ga-chen

................
Der Name YHWH (von rechts n. links) in paleohebräischer Bildersprache verrät so einiges
10. י Yud 10 HAND
5. ה He 5 ERBLICKE
6. ו Vav 6 NAGEL
5. ה He 5 ERBLICKE

HAND ERBLICKE oder SIEHE, NAGEL ERBLICKE oder SIEHE; zu dtsch.: Siehe, Erblicke die Hand, erblicke den Nagel!

Der Vater und der Sohn haben denselben Namen: YHWH!
(von Theodoric)

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Re: Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 25. November 2017, 11:44

Gerhard Lohfink, meine obige Buchempfehlung, setzt sich im Teil 1 seinen Buches mit den unterschiedlichen Vorstellungen über den Tod auseinander:
Seelenglauben,
Weiterleben in den Nachkommen,
Wiedergeburt,
Aufgehen im All,
Sehnsucht nach dem Verlöschen…

Im Teil 2 geht es dann um der Auseinandersetzung des antiken Israels mit dem Jenseitsglauben der kanaanäischen Religion und dem Jenseitsglauben Ägyptens. Beides wird letztlich abgelehnt. Israel vertritt eine radikale Diesseitigkeit. Alles wird von Gott in diesem Leben erwartet. Es war damals eine Religion ohne Jenseitserwartung. Erst in der Spätzeit Israels keimt ein Auferstehungsglaube auf.

So schreibt Gerhard Lohfink auf Seite 108:
Der Christ wird die Diesseitsfreude des Alten Israel immer in seinem Herzen tragen. Niemals darf er, um bei Gott zu sein, der Welt entfliehen wollen. Nie Darf er das Christentum zu einer bloßen Jenseitsreligion machen.
Und ebenda weiter oben mit dem Hinweis auf das Ritual des Aschenkreuzes am Aschermittwoch
Die österliche Bußzeit beginnt mit der Einsicht, dass die Versammelten nichts anderes als Staub sind
(https://de.wikipedia.org/wiki/Aschermittwoch)
Dazu spricht der Priester die Worte:
"Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder
"Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium".
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... rer-hering
Ga-chen hat geschrieben:
Freitag 24. November 2017, 19:12
1. Frage: Wer ist denn Christ?
Menschen des Weges (Apostelgeschichte 9,2)

Jeder Weg ist individuell. Als Kind war mir (auch durch meine Oma) das Leben nach dem Tod im Himmel selbstverständlich. Später habe ich mich auf die Diesseitigkeit das „Reich Gottes“ hier und jetzt konzentriert. Bis ich erkannte, dass das nicht reicht. Heute ist mir beides wichtig, Diesseitigkeit und Auferstehungsglaube.
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Re: Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Sonntag 26. November 2017, 22:34

So viel ich weiß glauben Juden an die Auferstehung. Vor vielen Jahren waren wir mal in einer Synagoge und konnten Fragen stellen. Da wurde das dahingehend beantwortet.

Was den Messias betrifft, erwarten sie ihn als König und Wiederherstellet auf Erden....uns das wird ja auch so sein. Bei seinem ersten erkannten sie ihn deshalb nicht, obwohl sie in Erwartung waren und anhand der Schriften ihn hätten erkennen können, zumindest die religiösen Führer. Zitat: Er kam in sein Eigenes, dich die Seinen nahmen ihn nicht auf!

Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, aus Gott geboren.....

Das ist für mich die Definition für Christ-Sein...Ja zu einer Beziehung mit Jesus, von neuem geboren, durch den Hl. Geist gezeugt als Kind Gittes, aufgenommen un die Familie Gottes. Wer glaubt und getauft ist, aus Wasser und Geist geboren....
Liebe Grüße von Ga-chen

................
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Re: Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 27. November 2017, 21:30

Ga-chen hat geschrieben:
Sonntag 26. November 2017, 22:34
So viel ich weiß glauben Juden an die Auferstehung.
Inzwischen sind ja auch 2000 Jahre vergangen.
Paulus konnte vor 2000 Jahren noch darauf bauen, dass sich die Juden hier nicht einig waren:
Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel noch Geister, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem. (Apostelgeschichte 23,8)
Bevor auch nur eine Zeile am „Alten Testament“ geschrieben werden konnte, mussten die Menschen erstmal ihre Erfahrungen machen. Diese Erfahrungen beginnen laut Bibel in Ur in Chaldäa:
Dann starb Haran, noch vor seinem Vater Terach, in seiner Heimat Ur in Chaldäa. (Genesis 11,27)
Ur, der heutige Tell el-Muqejjir, ist eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen und altes Zentrum in Mesopotamien (Zweistromland, im heutigen Irak). Eine Zikkurat des Mondgottes Nanna gehört zu ihren wichtigsten Bauwerken. https://de.wikipedia.org/wiki/Ur_(Stadt ... tie_von_Ur
Von diesen Anfängen an über Sklaverei und Befreiungserfahrungen, Besiedlung des Landes Kanaan, dem Königtum, den Verlust des Nordreiches und später des Südreiches „Juda“, der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, dem Babylonischen Exil, der Heimkehr nach Juda, Dank des Perserkönigs Kyros II., dem Wiederaufbau des Tempels, dem Makkabäeraufstand … ---> Das war ein langer Weg, in deren Verlauf Erfahrungen gesammelt, Erkenntnisse gewonnen und sowohl der Glaube als auch die Bibel entstand. Man kann feststellen, wann welcher Text geschrieben wurde.

In Genesis 12,1f wird von Gott Land und Fruchtbarkeit erwartet, ganz irdische Hoffnungen:
Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.
Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.

Menschen sind eigentlich Tiere und sie teilen mit ihnen dasselbe Geschick, beide kehren zum Staub zurück, darum genieße Dein Leben:
Was die einzelnen Menschen angeht, dachte ich mir, dass Gott sie herausgegriffen hat und dass sie selbst (daraus) erkennen müssen, dass sie eigentlich Tiere sind.
Denn jeder Mensch unterliegt dem Geschick und auch die Tiere unterliegen dem Geschick. Sie haben ein und dasselbe Geschick. Wie diese sterben, so sterben jene. Beide haben ein und denselben Atem. Einen Vorteil des Menschen gegenüber dem Tier gibt es da nicht. Beide sind Windhauch.
Beide gehen an ein und denselben Ort. Beide sind aus Staub entstanden, beide kehren zum Staub zurück.
Wer weiß, ob der Atem der einzelnen Menschen wirklich nach oben steigt, während der Atem der Tiere ins Erdreich hinabsinkt?
So habe ich eingesehen: Es gibt kein Glück, es sei denn, der Mensch kann durch sein Tun Freude gewinnen. Das ist sein Anteil. Wer könnte es ihm ermöglichen, etwas zu genießen, das erst nach ihm sein wird? (Kohelet 3,18 -22)
Wie gesagt, erst in den späteren Schriften des AT keimt der Auferstehungsglaube auf und er hatte sich zur Zeit Jesu noch nicht durchgesetzt.
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Re: Am Ende das Nichts?

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 11. Februar 2018, 16:45

Im aktuellen "Christ in der Gegenwart" gibt es einen Artikel zu dem Buch. Jetzt online lesbar unter
AUFERSTEHUNG UND EWIGES LEBEN
Letzte Frage
„Mit dem Tod ist alles aus“ – so denkt die Mehrheit der Bevölkerung. Gegen die Trostlosigkeit des Nichts wagt der christliche Glaube göttlichen Widerstand.

Von Claudia Sticher
https://www.herder.de/cig/cig-ausgaben/ ... zte-frage/
Endlich stellt sich jemand dem Thema! Der Neutestamentler Gerhard Lohfink formuliert ein ebenso existenzielles wie theologisch ausgewogenes Bekenntnis „über Auferstehung und ewiges Leben“. Ausgangspunkt ist das, was Menschen über Sterblichkeit und Ewigkeit denken. Der Hintergrund heutiger Vorstellungen und Erwartungen – anthropologischer, philosophischer oder religiöser Art – bleibt oft schillernd. Lohfink hinterfragt die Selbstverständlichkeiten beispielsweise von Traueranzeigen oder Kondolenzschreiben. „Erinnerungen sind wie Sterne am Himmel: Deiner wird ewig leuchten.“ Vieles trägt einfach nicht!
Mehr: https://www.herder.de/cig/cig-ausgaben/ ... zte-frage/
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Am Ende das Nichts? - Auferstehung heute

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 14. April 2019, 20:17

"Auferstehung heute" das kann Verschiedenes bedeuten.

In der katholischen Liturgie meint es das "ewige Heute". Tod und Auferstehung Jesu werden vergegenwärtigt. Es ist immer "Heute"!
Vom Dunkel zum Licht, vom Tod zum Leben. - Es betrifft Jesus und es betrifft uns. Die Liturgie will betroffen machen. Mit Christus sind wir verbunden, auf seinen Tod getauft und in seine Auferstehung hineingenommen, in der Eucharistie verwandelt...

Ansonsten ist das Thema "Auferstehung" wie es heute gesehen wird, ein "weites Feld".

Darüber las ich die unterschiedlichsten Ansichten.

Zu dennen, die mir gefallen, zähle ich das Buch von Gerhard Lohfink "Am Ende das Nichts? Über Auferstehung und ewiges Leben".
https://www.herder.de/theologie-pastora ... gLlXvD_BwE
Ich stellte es bereits vor einiger Zeit (siehe oben) vor.

Ich las, aber auch andere Dinge, die mir nicht so zusagten, wie
- man müsse an einen wiederbelebten Leichnam glauben,
- Jesus hätte die Kreuzigung überlebt, wäre nicht gestorben,
- es wäre nicht nötig als Christ an Jesu Auferstehung zu glauben, den diesbezüglichem Einwand des Paulus, bräuchte man nicht weiter zu beachten.

Wie fiel auf, alle drei Schreiber ignorierten Paulus mehr oder weniger bzw. fanden ihn nicht weiter beachtenswert.

Klar wir Christen sind auf die Evangelien fixiert... Aber, die entstanden später bzw. wurden später fertiggestellt. Mancher setzt sie sehr spät an - so lassen sich, die eigenen Thesen gut an den Mann/Frau bringen. Ich denke, sie entstanden im ersten Jahrhundert. Das ist der Stand der Bibelwissenschaft und gar nicht so spät, wie mancher suggeriert. (Vergleiche: https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_(Buch))

Doch, weshalb wird Paulus in der Frage der Auferstehung so wenig berücksichtigt? Er hat sich mehrfach dazu geäußert, in Briefen, die als echt gelten und bereits 20 Jahre nach den Ereignissen geschrieben wurden. Außerdem wurde Paulus 2-3 Jahre nach den Ereignissen Christ, zuvor hatte er die Christen verfolgt. Er kannte also das Christentum von Anfang an und die Jünger Jesu, auch die Apostel persönlich. In der Frage der Auferstehung sind keinerlei Differenzen zwischen diesen und Paulus bekannt. Paulus selbst sah sich mit den Aposteln hier im Einklang: "Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt." 1. Kor 15,11
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Re: Am Ende das Nichts? Auferstehung heute

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 1. Mai 2019, 21:24

Wer glaubt denn sowas?
schreibt „Der Spiegel“ Nr. 17/2019 und liefert eine Bestandsaufnahme über den Glauben / Unglauben der Christen.
Auf der Seite 42 unten wird er Satz zitiert „Leichen fahren nicht in den Himmel.“

Ja, „wer glaubt denn sowas?“

Erik Flügge: Die Auferstehung und die Vernunft 31.10.2018 https://www.youtube.com/watch?v=eWqIJVs6jgc
Dort sagt er: „Glauben Sie, dass Jesus von den Toten auferstand? Glauben Sie, dass ein toter Körper in einem Grab plötzlich einen Atemzug tat?“

Ja, „wer glaubt denn sowas?“

Johannes Fried lässt in seinem neunen Buch „Kein Tod auf Golgatha“ die alte Scheintod-Hypothese wiederauferstehen. Wenn das Grab leer war und Jesus leibhaftig auferstand, dann war er nie tot.

Wer soll denn sowas glauben?

„Wer glaubt den sowas?“ so ähnlich fragten auch einige Gemeindemitglieder in Korinth und behaupteten: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht!

Paulus, erinnert die Gemeinde von Korinth daraufhin brieflich an das Zentrum ihres Glaubens, an das Evangelium. Er schreibt: „Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht.“ Er betont, Christus ist gestorben, auferweckt und ist erschienen. Dafür gibt es Zeugen, die meisten von ihnen sind noch am Leben. Ihr könnt sie fragen. In diesen Punkt sind wir uns alle einig. „Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.“

Und weiter schreibt er:
„Wenn aber verkündet wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht?“

Und wie ist es mit den Leichen, die in den Himmel fahren?
Wie ist es mit dem toten Körper, der plötzlich einen Atemzug tat?

Auch hierauf antwortet Paulus. Er schreibt:
"Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?
Paulus antwortet mit einem Bildgleichnis:
Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist noch nicht der Leib, der entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes. Gott gibt ihm den Leib, den er vorgesehen hat, und zwar jedem Samen einen eigenen Leib.

Nicht alles Fleisch ist dasselbe: Das Fleisch der Menschen ist anders als das des Viehs, das Fleisch der Vögel ist anders als das der Fische.
Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper. Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne; denn auch die Gestirne unterscheiden sich durch ihren Glanz.
So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen."

"Damit will ich sagen, Brüder und Schwestern: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; das Verwesliche erbt nicht das Unverwesliche."

"Denn dieses Verwesliche muss sich mit Unverweslichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit. Wenn sich aber dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?"

Genau nachzulesen 1.Korinter 15,1-58
https://www.bibleserver.com/text/EU/1.Korinther15
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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Re: Am Ende das Nichts? Auferstehung heute

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 11. Mai 2019, 19:03

Früher, und so bestimmt auch heute bei Menschen, die in der katholischen Tradition verwurzelt sind, war es klar nach dem Tod trennt sich die Seele vom Körper und geht zu Gott. – Doch, wie wurde die Auferstehung Jesu in diesem Kontext gesehen?

In anderen christlichen Gemeinschaften gibt es andere Theorien darüber, was im Tod mit uns passiert.

Es ist diese Unklarheit, die es ermöglicht verschiedenste Theorien zu etablieren.

Jeder, der sich eine Lieblingsthese ersinnt und genug versiert ist, vermag seine These biblisch zu begründen. Dazu werden die Bibelstellen benannt, die die entsprechende Theorie scheinbar bestätigen, andere die dagegen sprechen, werden weggelassen bzw. in ihrer Bedeutung heruntergespielt. – Es wird also nicht die Bibel befragt, was dort über die Auferstehung ausgesagt wird, sie dient auch nicht zur Korrektur der eigenen Meinung, sondern wird zur Bestätigung derselben instrumentalisiert. - Dies lässt Rückschlüsse über denjenigen zu, der die Theorie erstellt hat, aber keine Rückschlüsse auf den Osterglauben der Jünger und Apostel Jesu.

Für oder gegen etwas sollte man sich eigentlich erst entscheiden, wenn einem der INHALT klar ist. Wenn klar ist, was die Jünger Jesu, die Apostel, was Paulus … meinte, als er sagte Jesus ist auferstanden und auch wir werden auferstehen, der Tod hat nicht das letzte Wort.

Wirklich authentisch schildert es uns Paulus in seinem Brief 1.Korinter 15,1-58 (oben von mir zitiert). Dieser Brief wird durch die Forschung als echt anerkannt und entstand rund 20 Jahre nach Jesu Hinrichtung. Was dort steht ist daher als authentische Botschaft der Jünger Jesu, der Apostel und des Paulus anzusehen.

So wie Jesus, lehrten die Apostel … und auch Paulus mündlich. Seine Briefe schrieb er um Missverständnisse zu klären… als Erinnerung für die zuvor Belehrten: „1 Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe.“ (1 Kor 15,1)

Eine ähnliche Funktion kann man auch den Evangelien unterstellen. Sie wenden sich an ein gläubiges Publikum, erinnern an Jesus und heben die Bedeutung der Ereignisse hervor. Dabei ist denkbar, dass auch sie sich indirekt mit Missverständnissen auseinandersetzten. – Daher ist heute an manchen Stellen nicht mehr der genaue Ablauf der Ereignisse rekonstruierbar, wohl aber der Glaube der ersten Christen und die Bedeutung, die sie den Ereignissen beimaßen. Letztlich sagt das mehr, als ein noch so genaues Protokoll.

Wir können also sehr wohl und sehr genau wissen, was Paulus, was die Apostel, was die Jünger Jesus, was die ersten Christen glaubten. – Dies betrachte ich als Maßstab, als Ausgangspunkt für die Frage: Kann ich an die Auferstehung Jesus, kann ich an die Auferstehung der Toten glauben?
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Re: Am Ende das Nichts? Auferstehung heute

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 11. Mai 2019, 19:58

Wie hatte Jesus seinen Tod selbst gesehen?

Eugen Biser versucht in seinem Buch „Jesus : Sein Lebensweg in neuem Licht“ Jesus „in seinem eigenen Licht erstrahlen zu lassen“ (Vorwort Seite 9), ISBN 978-3-8367-1102-9)

Eugen Biser geht hier (Seite 15) von einem Wandel im Verständnis Jesu aus. Er schreibt: „Sosehr der Tod auch für Jesus zunächst der Inbegriff der Vernichtung, des Schreckens und der Bitterkeit ist, so lichtet er sich jetzt“

Eugen Biser benutzt das Gleichnis Jesu vom „barmherzigen Vater“/“verlorenen Sohn“ um Jesu neues Verständnis vom Tod zu veranschaulichen.
20 Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
21 Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.1
22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße!
23 Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
24 Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein Fest zu feiern. https://www.bibleserver.com/text/EU/Lukas15
Weiter schreibt Eugen Biser dazu u.a. Seite 15: „In dieser Umarmung wurde der Todesgedanke für ihn zu einem abziehenden und der Abendröte weichenden Gewitter und der Tod – anstatt zu dem über jedem Sterblichen hereinbrechenden End-Schicksal – zum Anfang eines neuen in der Liebe Gottes geborgenen Lebens.“

Unter auf Seite 15f.: „Mit dem Eintritt ins Vaterhaus, verstanden als Eintritt in den Machtbereich der Auferstehung, fallen die Grenzen von Raum und Zeit, zusammen mit allen kategorialen Bedingungen von Jesus ab, sodass Präexistenzaussagen (1 Kor 8,6) von ihm gemacht werden können."
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