Das christliche Schöpfungsverständnis

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Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Leinetal hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 17:14 Nun, es gibt Gläubige, welche keine Kirche brauchen.
So jemand wollte mich auch schon für diese Sache gewinnen. – Obwohl er keine Kirche brauchte, sie sogar ablehnte, hat er doch mit eben solchen Leuten Abendmahl gefeiert und sogar getauft.
Das hat sich inzwischen aus Altersgründen… gelöst. – Ich habe mich nicht missionieren lassen. Bin eben stur, dabei hat er sich über viele Jahre so bemüht. Es war eine interessante Erfahrung für mich.
Leinetal hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 17:14 Kirchenmitgliedern werden von der katholischen Kirche Ängste und Sorgen vermittelt, die sie ohne Glauben nicht hätten
Hattest Du nicht erst kürzlich geschrieben, Religion mindert Ängste?
Leinetal hat geschrieben: Montag 5. Juli 2021, 14:47Religion soll generell die Angst mindern und Trost spenden, sowie die Gesellschaft integrieren und moralischen Halt geben.
Leinetal hat geschrieben: Montag 5. Juli 2021, 14:47Wie sieht es denn zum Beispiel aus beim Geschlechtsverkehr. […] Kirchenmitgliedern wird der Glaube von katholischen Priestern vermittelt.
Bei mir haben die katholischen Priester diesbezüglich geschlafen. Obwohl ich mich ab 16 Jahre anderenorts der katholischen Jugend anschloss, hätte ich es womöglich nie erfahren, gäbe es nicht außerhalb der Kirche fleißige Aufklärer. - Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. - Nein, ich hatte nie ein Problem damit. Egal, wer was sagt oder schreibt, so einfach lasse ich mir kein schlechtes Gewissen einreden.
Leinetal hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 17:14In der Tat ist das Christentum, so wie es leider in der Mehrzahl der Fälle vermittelt wird, tatsächlich eine Religion der Angst: Angst vor der Hölle, vor dem strafenden Vater, der sie verdammt oder erlöst, ganz ohne ihr Zutun.
Auch das habe ich verpasst. Wahrscheinlich warst Du in einer anderen Kirche als ich. - Ich denke, Du hast die Gnade falsch verstanden.

Für mich ist Gott ein Gott, der mich liebt. Ich habe einen Vater im Himmel, der mich liebt und es gut mit mir meint.
Leinetal hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 17:14 Denn eigentlich sollte das Christentum eine Religion der Freude sein.
Du weißt also doch, was Christentum ist.
Leinetal hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 17:14 Übrigens: Der ganze Satz von mir lautete so:
Nun hast Du sehr weitschweifig geantwortet. Du hast gesagt, weshalb Du meinst, dass Kirche falsch ist. Du hast Dich selbst sogar ein drittes Mal zitiert. – Aber meine Frage hast Du nicht beantwortet:
Christel hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 14:29 Wenn für Gläubige „Religion und Kirche“ „eins“ sind, wieso haben dadurch Laizisten und Humanisten einen schweren Stand?
Wieso haben Laizisten und Humanisten dadurch einen schweren Stand?
Wieso ist es Laizisten und Humanisten lieber, wenn Menschen für sich allein ihren Glauben leben, als wenn Menschen kirchentreu sind?
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Leinetal »

Christel schrieb:
Wie sieht es denn zum Beispiel aus beim Geschlechtsverkehr. […] Kirchenmitgliedern wird der Glaube von katholischen Priestern vermittelt.
Ich muss feststellen, dass es deine Eigenart ist, Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen um sie dann auf deine Weise zu interpretieren. Das habe ich auch schon in der Diskussion mit Holuwir festgestellt.

Ich hatte geschrieben:
Wie sieht es denn zum Beispiel aus beim Geschlechtsverkehr. Der Papst erlaubt keine Pille oder Kondome. Die Menschen, die sich mit Verhütung lieben begehen nach Ansicht des Papstes dadurch regelmäßig eine schwere Sünde (sie wird ja vorsätzlich begangen), und so ist das mit allem, was von der katholischen Kirche als "Sünde" gesehen wird.
Kirchenmitgliedern wird der Glaube von katholischen Priestern vermittelt. Die erzählen alle einen Blödsinn, der zum Fürchten ist. In der Tat ist das Christentum, so wie es leider in der Mehrzahl der Fälle vermittelt wird, tatsächlich eine Religion der Angst: Angst vor der Hölle, vor dem strafenden Vater, der sie verdammt oder erlöst, ganz ohne ihr Zutun. Die Priester schwafeln was von Leben nach dem Tode, als ob sie irgendwas wüssten. Dass man sich auf das Leben nach seinem Tode vorbereiten solle. Daß Gott trotz allem Liebe sei! Diese „Brüder“ haben die ganze christliche Religion pervertiert. Denn eigentlich sollte das Christentum eine Religion der Freude sein. So verlieren viele "Gläubige" zu leicht den Kontakt zur erkennbaren Wahrheit/Wirklichkeit und das halte ich, vor dem Hintergrund der Möglichkeiten der menschlichen Vernunft, für außerordentlich bedauernswert.
Es ist wohl besser, wenn ich in Zukunft nicht mehr auf solche entstellende Äußerungen reagiere.
Kein Gottesbeweis hält, was er verspricht. Wer von der Existenz Gottes ausgeht, sie als Faktum nimmt, tut so als sei der Gottesbeweis gelungen - und operiert mit ungedeckten Schecks. Im Wirtschaftsleben ist das strafbar, in der Theologie ist es Einlassbedingung.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Leinetal »

Christel schrieb:
Wie sieht es denn zum Beispiel aus beim Geschlechtsverkehr. […] Kirchenmitgliedern wird der Glaube von katholischen Priestern vermittelt.
Ich muss feststellen, dass es deine Eigenart ist, Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen um sie dann auf deine Weise zu interpretieren. Das habe ich auch schon in der Diskussion mit Holuwir festgestellt.

Ich hatte geschrieben:
Wie sieht es denn zum Beispiel aus beim Geschlechtsverkehr. Der Papst erlaubt keine Pille oder Kondome. Die Menschen, die sich mit Verhütung lieben begehen nach Ansicht des Papstes dadurch regelmäßig eine schwere Sünde (sie wird ja vorsätzlich begangen), und so ist das mit allem, was von der katholischen Kirche als "Sünde" gesehen wird.
Kirchenmitgliedern wird der Glaube von katholischen Priestern vermittelt. Die erzählen alle einen Blödsinn, der zum Fürchten ist. In der Tat ist das Christentum, so wie es leider in der Mehrzahl der Fälle vermittelt wird, tatsächlich eine Religion der Angst: Angst vor der Hölle, vor dem strafenden Vater, der sie verdammt oder erlöst, ganz ohne ihr Zutun. Die Priester schwafeln was von Leben nach dem Tode, als ob sie irgendwas wüssten. Dass man sich auf das Leben nach seinem Tode vorbereiten solle. Daß Gott trotz allem Liebe sei! Diese „Brüder“ haben die ganze christliche Religion pervertiert. Denn eigentlich sollte das Christentum eine Religion der Freude sein. So verlieren viele "Gläubige" zu leicht den Kontakt zur erkennbaren Wahrheit/Wirklichkeit und das halte ich, vor dem Hintergrund der Möglichkeiten der menschlichen Vernunft, für außerordentlich bedauernswert.
Es ist wohl besser, wenn ich in Zukunft nicht mehr auf solche entstellende Äußerungen von Dir reagiere.
Christel schrieb:
Wieso ist es Laizisten und Humanisten lieber, wenn Menschen für sich allein ihren Glauben leben, als wenn Menschen kirchentreu sind?
Auch dazu habe ich mich ausreichend geäußert. Weil Christen ohne Kirchenmitgliedschaft meines Erachtens vernünftigen Argumenten aufgeschlossener gegenüberstehen als die von ihrer Kirche verdummten, verblödeten Kirchenmitglieder.
Ich bedauere diese Religioten welche sich von so glasklar emotional abhängig machenden und verleitenden Lehren/Gedanken verführen lassen und nicht merken, ja nicht einmal in Frage kommen lassen dass diese ihren Geist und ihre Vernunft verwirren.
Das erinnert mich immer an einen Junkie der an seine Droge glaubt: "Weil sie mir so viel gibt." nichts anderes ist die letzte Antwort solcher Gläubigen auf vernunftbetonte Fragen.
Kein Gottesbeweis hält, was er verspricht. Wer von der Existenz Gottes ausgeht, sie als Faktum nimmt, tut so als sei der Gottesbeweis gelungen - und operiert mit ungedeckten Schecks. Im Wirtschaftsleben ist das strafbar, in der Theologie ist es Einlassbedingung.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Hallo Leinetal, ich stelle fest, Du bist mit meinen Antworten nicht zufrieden, weil ich Dir nicht zustimme.

Aus dem Zusammenhang habe ich nichts gerissen!
Ich bin der Meinung, dass ich gerade, wenn ich unmittelbar antworte, Dich nicht vollständig zitieren muss. Die Weglassung habe ich gekennzeichnet.

Übrigens ist es unnötig, dass Du Dich ständig wiederholst (selbst zitierst), denn anders als beim gesprochenen Wort, bleibt Dein Text sichtbar und nachlesbar. – Du musst Dich also nicht sorgen, dass Deine Texte nicht gelesen werden.

Weißt Du, wenn missionierende Atheisten mit alten Hüten kommen wie die Enzyklika HUMANAE VITAE (1968) von Papst Paul VI., dann müssen sie sich nicht wundern, wenn sie damit nicht erfolgreich sind.
Es ist unvernünftig Menschen von Problemen befreien zu wollen, die die gar nicht haben.
-----------------
Leinetal hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 21:13
Christel schrieb:
Wieso ist es Laizisten und Humanisten lieber, wenn Menschen für sich allein ihren Glauben leben, als wenn Menschen kirchentreu sind?
Auch dazu habe ich mich ausreichend geäußert. Weil Christen ohne Kirchenmitgliedschaft meines Erachtens vernünftigen Argumenten aufgeschlossener gegenüberstehen als die von ihrer Kirche verdummten, verblödeten Kirchenmitglieder.
Du meinst, diese lassen sich leichter zum Atheismus bekehren.
Also erst die Kirche madig machen und Christen austritt motivieren. Wenn, die dann sich von der Kirche entfernt haben, werden sich auch vom Christentum entfernen.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir »

Eigentlich ist alles ja ganz einfach.
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 1. Juli 2021, 21:59Es gibt Gedanken über die Wirklichkeit und es gibt Phantasie.
(Vielleicht sollte ich den Begriff Phantasie etwas erweitern. Ich meine damit alle Arten von Gedanken, die nicht auf Wahrnehmungen durch die Sinnesorgane beruhen, sondern im Gehirn selbst generiert werden. Dazu gehören neben bewussten Denkvorgängen auch Träume, Halluzination, teilweise verstärkt oder hervorgerufen durch bewusstseinsverändernde Drogen, Ekstase usw.. Das alles fasse ich jetzt einfach einmal unter dem Begriff Phantasie zusammen.)

Jetzt brauchen wir nur noch alle Aspekte, die wir hier besprechen, dem einen oder anderen zuzuordnen. Wenn es keine Belege für eine Behauptung gibt, dann ist es Phantasie, also im Gehirn von Menschen generiert. Geht ja gar nicht anders, denn jeder Anstoß von außen wäre ja gleichzeitig der Beleg. Wenn dieser nicht zu erbringen ist, muss es Phantasie sein.

Also denn:
Schöpfung, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Engel, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Teufel und Dämonen, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Materielose Geisteswelt, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Gott, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie

Naturwissenschaft hingegen befasst sich ausschließlich mit der Wirklichkeit, mit der Natur. Ihr dient Phantasie allenfalls zur Erfindung von Methoden zur Erkennung der Wirklichkeit. Alle ihre Aussagen sind belegt.

Der Streit geht also schlicht um Phantasie gegen Wirklichkeit. Welchen vernünftigen Grund sollte es geben, die Phantasie der Wirklichkeit vorzuziehen? Welchen Grund hast du, Christel?
Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir »

Christel hat geschrieben: Montag 12. Juli 2021, 17:58Du meinst, diese lassen sich leichter zum Atheismus bekehren.
Du meinst, einen Irrtum zu erkennen sei eine Bekehrung? Hab ich noch nie gehört.
Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir hat geschrieben: Dienstag 13. Juli 2021, 11:05 Eigentlich ist alles ja ganz einfach.
Ich denke, dass ich Dich verstanden habe.

Du hast erläutert, was Du unter Phantasie verstehst. Dazu gehören, das entnehme ich Deiner Darlegung, sämtliche bewussten Denkvorgängen, also alle Denkvorgänge.

Dagegen stellst Du die Wirklichkeit, die Natur:
Holuwir hat geschrieben: Dienstag 13. Juli 2021, 11:05 Naturwissenschaft hingegen befasst sich ausschließlich mit der Wirklichkeit, mit der Natur.
Du erkennst auch das Dilemma:
Holuwir hat geschrieben: Dienstag 13. Juli 2021, 11:05Ihr dient Phantasie allenfalls zur Erfindung von Methoden zur Erkennung der Wirklichkeit. Alle ihre Aussagen sind belegt.
Mit anderen Worten, ohne Phantasie lässt sich die Wirklichkeit gar nicht erkennen!
Wer sagt Dir denn, dass die menschliche Phantasie hier richtig liegt? Wer sagt Dir, dass die Belege, die wir für richtig und stichhaltig halten, es auch wirklich sind? Vielleicht ist alle unsere Erkenntnis ein riesiger Irrtum?

Holuwir, ich behaupte nicht das es so ist, ich will Dir nur das Dilemma verdeutlichen:
Wenn man ganz konsequent nur die Natur als Wirklichkeit anerkennt, dann muss man ganz konsequent alle menschliche Erkenntnismöglichkeit verneinen, auch die Erkenntnis der Natur.

Außerdem, die Alternative die Du aufzeigst ist auch ein Produkt von Denkvorgängen und gehört damit nach Deiner eigenen Einteilung der Phantasie zu. Sie ist nach Deinen Aussagen damit nicht Wirklichkeit.

Mir ist Deine Einteilung nicht neu. Nur wurde dies früher in andere Worte gefasst. Was Du Phantasie nennst das hieß „Bewusstsein“ und die Wirklichkeit, die Du nur in der Natur siehst hieß „Materie“.
Das ist der Materialismus auf den die Marxistisch-leninistische Philosophie beruht.

Ich weiß nicht, ob Du es gesehen hast, ich schrieb dazu etwas hier in meinem Beitrag von Christel » So 11 Jul, 2021 13:06, hier mein Zitat noch mal in stark gekürzter Form, dort steht’s ausführlicher:
Christel hat geschrieben: Sonntag 11. Juli 2021, 14:06
erstens, daß die Materie die außerhalb und unabhängig vom Bewußtsein existierende objektive Realität ist
[…] [Lenin]
„die Eigenschaft [der Materie], objektive Realität zu sein, außerhalb unseres Bewußtseins zu existieren.“
Aus: "Marxistisch-leninistische Philosophie für die Jugend" / Erich Hahn, Alfred Kosing.- 2. Auflage. -Berlin : Dietz Verlag, 1978 Seite 45
Da es nicht Natur ist, wäre dies auch der Phantasie zu zu ordnen. Und damit stellt sich die Frage, weshalb sollte diese Einteilung stimmen?

Dass sich die Naturwissenschaften ausschließlich mit der Natur beschäftigten ist völlig klar. Unklar bleibt, weshalb wir Wirklichkeit nur auf die Natur beschränken und dabei unser Bewusstsein, Denkvorgänge, Phantasie ausklammern. Auch Bewusstsein ist doch Natur, oder nicht?

Und was ist mit der menschlichen Geschichte, was ist mit menschlichen Erfahrungen … sind sie Natur (Materie) und damit Wirklichkeit oder gehören sie zum Bewusstsein also zur Phantasie?
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir, Du setzt Natur=Wirklichkeit (Materie=objektive Realität) gegen Phantasie (Bewusstsein).

Andere setzen Menschenwort gegen Gotteswort.
Bezüglich der Bibel hat das zur Folge:
Erst glauben sie fest daran, dass die Bibel Gotteswort ist und sie deshalb darin die absolute Wahrheit finden, dann entdecken sie, dass die Bibel sehr viel Menschliches enthält. Was passiert? Sie geben den Glauben an die Bibel auf und sagen, ach das ist doch nur Menschenwort.

Mein Ausgangspunkt war immer, dass es Gotteswort im Menschenwort ist. Tatsächlich lese ich sie unter der Fragestellung, was wollten diese Menschen sagen? Danach überlege ich, was sagt Gott mir durch diese Menschen?

Ich setze keine Alternative Gotteswort oder Menschenwort, sondern versuche immer beides zu sehen Gotteswort und Menschenwort. – Wie sonst sollte denn Gott zu uns sprechen, außer durch Menschen? Und natürlich insbesondere durch einen Menschen, Jesus von Nazareth.

Wie sonst sollte denn Gott zu uns sprechen? Vielleicht doch auch durch die Schöpfung?

Ich lese gern Richard David Precht
Nicht weil ich ihm in allem zustimme, sondern weil er Dinge hinterfragt.
Beispiel:
Man bekommt ja so viel als selbstverständlich geboten und nimmt es auch so an, auch auf naturwissenschaftlichem Gebiet. Dort hält man es besonders für wahr, weil es ja Naturwissenschaft ist und nicht Phantasie. Oder doch nicht, zumindest nicht immer.
Klar, es gibt eine unter Populärwissenschaftlern und Biologielehrern berühmte Erzählung. Sie berichtet davon, wie der junge Darwin, der sich zur Unterhaltung des Kapitäns Robert FitzRoy an Bord des Forschungsschiffs HMS Beagle befand, auf den Galapagosinseln Finken mit höchst eigenwilligen Schnäbeln studierte, um durch präzise Beobachtung zu dem Schluss zu kommen, dass die Arten in der Natur veränderlich seien.

Allein, diese Erzählung ist eine Sage.
https://www.handelsblatt.com/arts_und_s ... bahQfR-ap6
Aufschlussreich und für mich überzeugend ist die Begründung von Richard David Precht. Man kann es dort nachlesen.

Und wie ist das mit sogenannten Nebenprodukten der Evolution?
Die Moral als Nebenprodukt der Evolution
https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... 92653.html
Es wird immer alles begründet wie etwas entstanden ist. Es klingt einleuchtend und doch scheint Vieles auf Spekulation (Phantasie) zu beruhen.
Nebenprodukte der Evolution scheinen nicht zwangsläufig entstehen zu müssen.

Angenommen, es gibt im großen Weltall so etwas wie ein einen Zwillingsplaneten von unser Erde. – Es scheint so, dass es deshalb dort noch lange nicht intelligente und moralische Wesen gibt, wie wir es sind.

Weil etwas ist, glauben wir es muss so sein, wegen der Bedingungen…
Muss es das wirklich? Ist das nicht auch nur eine Annahme (Phantasie), die es zu hinterfragen gilt?
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Atheisius »

Holuwir hat geschrieben:
Jetzt brauchen wir nur noch alle Aspekte, die wir hier besprechen, dem einen oder anderen zuzuordnen. Wenn es keine Belege für eine Behauptung gibt, dann ist es Phantasie, also im Gehirn von Menschen generiert. Geht ja gar nicht anders, denn jeder Anstoß von außen wäre ja gleichzeitig der Beleg. Wenn dieser nicht zu erbringen ist, muss es Phantasie sein.

Also denn:
Schöpfung, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Engel, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Teufel und Dämonen, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Materielose Geisteswelt, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie
Gott, Wirklichkeit oder Phantasie? Gibt es Belege? Nein. Also reine Phantasie

Naturwissenschaft hingegen befasst sich ausschließlich mit der Wirklichkeit, mit der Natur. Ihr dient Phantasie allenfalls zur Erfindung von Methoden zur Erkennung der Wirklichkeit. Alle ihre Aussagen sind belegt.

Der Streit geht also schlicht um Phantasie gegen Wirklichkeit. Welchen vernünftigen Grund sollte es geben, die Phantasie der Wirklichkeit vorzuziehen?
Damit ist alles gesagt. Mehr braucht es zur Erklärung nicht.

Alles was Christel hier dagegen vorbringt, sind theologische Spiegelfechtereien, man sagt auch dazu "Jesuitische Spiegelfechtereien".
„Je religiöser ein Mensch, desto mehr glaubt er; je mehr er glaubt, desto weniger denkt er; je weniger er denkt, desto dümmer ist er; je dümmer er ist, desto leichter kann er beherrscht werden. (....) Dagegen hilft auf Dauer nur Aufklärung.“ - Adolf Holl, ehemals rebellischer katholischer Priester.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Ich halte Jesuiten zwar für schlaue Jungs, aber Du hast das sicher anders gemeint.

In dem Sinn, wie es auch Holuwir meinte:
Wer etwas gegen seine/eure Meinung sagt, begeht etwas Unanständiges!
Es gibt nichts dagegen einzuwenden. Darüber nachdenken braucht man auch nicht! Und wenn, dann sollte man es nicht laut sagen oder gar schreiben.

Wir kommt eigentlich Richard Dawkins eigentlich, dass Autoritarismus etwas mit Religion zu tun hat?
Und wie kam Sigmund Freud darauf, dass Denkverbote etwas mit Religion zu tun haben?

Seid Ihr religiös?
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Atheisius »

Christel schrieb:
Wir kommt eigentlich Richard Dawkins eigentlich, dass Autoritarismus etwas mit Religion zu tun hat?
Und wie kam Sigmund Freud darauf, dass Denkverbote etwas mit Religion zu tun haben?

Seid Ihr religiös?
Es ist regelrecht albern, mich und Holuwir als „religiös“ zu bezeichnen!

Bei „Autoritarismus“ ist hier der religiöse Glaube an die Autorität gemeint. „Glaube“ ist religiös.
Die Greueltaten, die autoritäre Regimes weltweit im Verlauf der gesamten Geschichte begangen haben, sind offensichtlich. Trotzdem wird Kindern beigebracht, dass Frieden und Gerechtigkeit durch autoritäre Kontrolle entstehen und dass sie moralisch verpflichtet seien, die Regierung ihres Landes zu respektieren und ihr zu gehorchen. "Zu tun was einem gesagt wird" und sich an die "Spielregeln" zu halten wird damit gleichgesetzt, ein guter und anständiger Mensch zu sein, obwohl das genaue Gegenteil davon richtig ist: Ein guter Mensch zu sein bedeutet, seinem eigenen Gewissen zu folgen, selbst zwischen richtig und falsch zu unterscheiden und die persönliche Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen.

Es ist so wichtig, dass die Menschen das verstehen, weil die größte Gefahr des religiösen Glaubens an die Autorität nicht von den Machthabern der Regierung ausgeht, sondern von denjenigen, die von diesen beherrscht werden. Ein einzelner, der andere beherrschen will, ist keine Bedrohung für die Menschheit. Das ändert sich, wenn viele andere glauben, dass die Herrschaft durch diesen Einzelnen rechtmäßig sei, weil Gesetze oder eine Regierung den Anschein der Rechtmäßigkeit erwecken.

Der kranke Geist eines Adolf Hitler war für sich gesehen keine Bedrohung für die Menschheit. Es waren Millionen von Anhängern, die Hitler als Autorität gesehen haben und sich deswegen verpflichtet fühlten, seinen Befehlen zu gehorchen und sie umzusetzen. Das katastrophale Ergebnis des dritten Reiches spricht für sich. Das Problem ist also nicht, das schlechte Menschen an die Autorität glauben. Das Problem ist, das gute Menschen an sie glauben und am Ende Gewalt, Ungerechtigkeit, Unterdrückung oder Mord befürworten oder sich sogar selbst aktiv daran beteiligen.

Der US-Amerikaner Larken Rose hat darüber ein ganzes Buch geschrieben, warum der religiöse Glaube an die Autorität die „Gefährlichste Religion“ der Menschheitsgeschichte ist.

Wer an weiterführenden Informationen interessiert ist, kann sich über AMAZON dieses Buch bestellen.
Titel des Buches „Die gefährlichste aller Religionen“ von Larken Rose, 265 Seiten.
https://www.amazon.de/gef%C3%A4hrlichst ... 1792035829
Ein gefährlicher religiöser Glaube hat die Welt infiziert. Alle Nationalitäten, Religionen, Rassen, Altersgruppen und sozialen Schichten sind betroffen. Dieser religiöse Glaube ist die Ursache für die meisten Morde, Folterungen, Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Raubüberfälle, Diebstähle, Entführungen und Erpressungen. Weltweit und damals wie heute.Larken Rose ist ein amerikanischer Philosoph und Freiheitsaktivist. Er beschreibt, wie die gefährlichste aller Religionen den Geist in Ketten legt. Ohne dass sie es merken, beteiligen sich die Menschen aktiv an der Zerstörung ihrer eigenen Freiheit. Die gefährlichste aller Religionen zu erkennen, ist der erste Schritt in ein freies und selbstbestimmtes Leben. Für jeden einzelnen von uns. Hier und jetzt.
„Je religiöser ein Mensch, desto mehr glaubt er; je mehr er glaubt, desto weniger denkt er; je weniger er denkt, desto dümmer ist er; je dümmer er ist, desto leichter kann er beherrscht werden. (....) Dagegen hilft auf Dauer nur Aufklärung.“ - Adolf Holl, ehemals rebellischer katholischer Priester.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Leinetal »

Was ist Autoritätsgläubigkeit?
Als Autoritätsgläubigkeit bezeichnet man ein Denkverhalten, durch das Personen bzw. Personengruppen Gedankeninhalten bzw. Denkweisen anderer Personen, Personengruppen bzw. Institutionen ungeprüft, unkritisch übernehmen und als eigenes Denken annehmen. Charakteristisch für Autoritätsgläubigkeit ist also das Unkritische dieses Prozesses, das Verzichten auf Prüfung anhand objektiver Kriterien.

In der Verbreitung des Glaubens verschiedener Religionsgemeinschaften wird Autoritätsgläubigkeit vom geistigen Fundament des Weltanschaulichen her direkt gefordert. Objektive Kriterien zur Prüfung werden dabei ausgeschlossen. Denn dieser Glaube beruht – wie z.B. im Christentum – auf der Annahme, dass ein außerweltliches Wesen Schöpfer der Welt und des Menschen sei. Dabei wird der Schöpfungsakt selbst nicht als natürlicher Vorgang des Hervorbringens von Neuem aus Bestehendem, sondern als ein reiner Willensakt angenommen, bei dem der im Wort verkündete Wille Gottes unter Ausklammerung natürlich-gesetzmäßiger Zusammenhänge aus dem Nichts Welt und Mensch schöpft. Erklärtermaßen ist solches nicht ergründ- und erklärbar, sondern muss unkritisch gläubig hingenommen werden. Wo aber objektive Kriterien der Überprüfung ausgeschlossen werden, tritt unvermeidlich die Forderung des Vertrauens in die Wahrheit und den Wert des Denkens bestimmter Personen bzw. Gruppen, also subjektives Bewusstsein an die Stelle solcher Kriterien.

Autoritätsgläubigkeit drückt aus objektiv realistischer Sicht ein „verkehrtes Weltbewusstsein“ aus, verkehrt (nicht: falsch!), weil es zwar Welt und Mensch zum Gegenstand hat, sie jedoch nicht aus der Erforschung ihrer eigenen, inneren Zusammenhänge erklärt, sondern von außen her deutet.

Religiöse Autoritätsgläubigkeit

Logische Folge dessen ist die fundamentale weltanschauliche Forderung religiöser Autoritätsgläubigkeit. Diese beruht auf der Annahme, dass eine geistliche Elite, die über angeblich der Menschheit „nicht gemein(sam)e“ (Immanuel Kant) Erkenntnisvermögen verfügt, der Offenbarung „göttlichen Ratschlusses“ teilhaftig werden und daraus den universellen Absolutheitsanspruch ableiten, die übrige Menschheit zu leiten und zum Heil zu führen. Da der Wille Gottes dieser Grundannahme zufolge nicht aus dem Grundlegenden der Welt erklärbar ist, ist die Menschheit im blinden Vertrauen auf die Wahrheit der ihnen von jener geistlichen Elite vermittelten „göttlichen Offenbarung“ angewiesen.

Ungeprüfte und unprüfbare Glaubensannahme behaupteter Sachverhalte zu Welt und Mensch sowie blindes Vertrauen in eine durch vermeintlich „höhere Einsicht legitimierte“ Autorität der Vermittler derselben ist Basis der Autoritätsgläubigkeit. Die beherrschende Rolle der Glaubensvermittler dokumentiert sich dabei darin, dass der Glaube prinzipiell als der Vernunft wertmäßig übergeordnete geistige „Leistung“ gedeutet wird.

Laut Enzyklika Fides et Ratio (Glaube und Vernunft) des Papstes Johannes Pauls II. wird versucht, Offenbarungsglauben und forschende, die Wirklichkeit ergründende Vernunft durch Unterordnung der Philosophie „als unverzichtbare Hilfe um das Glaubensverständnis zu vertiefen und die Wahrheit des Evangeliums allen, die sie noch nicht kennen, mitzuteilen“ miteinander in vermeintlichen Einklang zu bringen.
Geschichtlich kann das als Versuch gewertet werden, unter den Bedingungen der Neuzeit und mit deren geistigen Mitteln philosophisch-weltanschauliche Vernunft wieder – wie einst im Mittelalter – zur „dienenden Magd der Theologie“ werden zu lassen.

Die Autoritätsgläubigkeit erweist sich als eine Form der ideellen Unterordnung unter fremde, letztlich wegen ihrer Personalität selbst menschlich-weltliche Autorität, deren Gedanken bzw. Denkweise generell für wertvoll, stets wahrheitsgemäß und dem geistigen Vermögen der Menschheit wie der eigenen Person überlegen gehalten wird. Gestützt wird diese Autoritätsgläubigkeit weiterhin durch die Nährung der Hoffnung der im wirklichen gesellschaftlichen Leben „bedrängten Kreatur“ darauf, dass vielleicht ein solches Wesen ihr Schicksal im „irdischen Jammertal“ wenden möge. Implizite schwingt darin die weltanschauliche Grundannahme einer prinzipiellen „Unfähigkeit“ des Menschen mit, „durch sich selbst etwas zu sein“, aus Eigenem zu Gutem fähig zu sein (Hegel). Im Verlaufe der Geschichte hat Autoritätsgläubigkeit, wahrscheinlich mehrfach vermittelt durch die „Legitimierung“ weltlicher Herrschaft „von Gottes Gnaden“, verschiedentlich nicht religiös gedeutete „weltliche“ Formen angenommen, wenn politische, wirtschaftliche u.a. Eliten ihre Führungsansprüche in Bezug auf die Gesellschaft als Ganze durchzusetzen bestrebt waren oder sind.

Was bewirkt es?

Die Wirkung von Autoritätsgläubigkeit besteht vor allem im entweder geforderten oder freiwilligen (Lakaientum) Aussetzen eigener Urteilskraft in Grundfragen menschlichen Daseins und in damit verbundener, meist partieller Fremdbestimmung. Der Gläubige nimmt im Extremfall Auffassungen der Autorität auch dann an und vertritt sie als vermeintlich eigene, wenn deren Nichtübereinstimmung mit der Wirklichkeit offensichtlich ist. Ansprüche bestimmter Eliten auf umfassende Führung sind unweigerlich verbunden mit der völligen oder teilweisen Aussetzung des wissenschaftlichen Zweifels, wenn es sich um Inhalts- und Richtungsfragen des gesellschaftlichen Lebens handelt.

Im politischen Leben ist Autoritätsgläubigkeit typisch für das Verhalten von Gefolgsleuten innerhalb eines meist autoritären (Autorität) Führer-Gefolgschafts-Verhältnisses: Der Führer kann sich u.a. deshalb als Beherrscher anderer aufführen, weil diese sich mit Autoritätsgläubigkeit ihm gegenüber verhalten. Durch solche Instrumentalisierung können ihrem Wesen nach humanistische Weltanschauungen in ihr Gegenteil verkehrt werden („Personenkult um Stalin“).

Literatur:
Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums, Bd. I/II, Berlin (Akademie Verlag) 1956; Immanuel Kant, Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Ton in der Philosophie. In: Immanuel Kant: Von den Träumen der Vernunft. Kleine Schriften zur Kunst, Philosophie, Geschichte und Politik, Leipzig und Weimar (Kiepenheuer) 1981, S. 473ff.; Karl Marx / Friedrich Engels: Die heilige Familie oder Kritik der kritischen Kritik. In: MEW, Bd. 2 Berlin (Dietz Verlag) 1957.
Autor: Hans-Günter Eschke

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Kein Gottesbeweis hält, was er verspricht. Wer von der Existenz Gottes ausgeht, sie als Faktum nimmt, tut so als sei der Gottesbeweis gelungen - und operiert mit ungedeckten Schecks. Im Wirtschaftsleben ist das strafbar, in der Theologie ist es Einlassbedingung.
Christoph Türcke
Familienname B.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Familienname B. »

Holuwir - für deine Ausführungen hier gegen eine Großmeisterin der Rabulistik die aalmäßig nicht händisch zu fassen ist-
bekämst du von mir das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
(das Ritterkreuz wurde auch in Friedenszeiten verliehen :!: )
Atheismus hat es schnell und kurz erfasst - Respekt!
Leinetal läßt sich wohl noch einschlingen in das Fischernetz der Rabulistik - darum Vorsicht und ebenso Respekt!
Mir hat diese Auseinandersetzung die Augen gänzlich geöffnet, dafür vielen Dank.

Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.
Arthur Schopenhauer
aus Danzig am schönen Weichselstrand.
Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Familienname B. hat geschrieben: Sonntag 18. Juli 2021, 12:36 Mir hat diese Auseinandersetzung die Augen gänzlich geöffnet, dafür vielen Dank.
Als Großmeister im Erkennen von Verschwörungen fällt es Dir nicht schwer geheime dunkle Mächte zu erkennen, so auch die geheime Macht der Christel.

Allerdings, so wie Du Dich ausdrückst, weiß ich nicht, wie es gemeint ist und was Du wirklich denkst. - Vielleicht sollte ich es einfach lustig finden?

Oder meinst Du, die mitscheibenden Männer brauchen einen Motivationsschub? Gegen eine so mächtige einzelne Frau müssen „echte“ Männer schon gemeinsam mit vereinten Kräften kämpfen, sonst schaffen sie es nicht ein christenfreies Eichsfeld Forum zu erkämpfen.
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Zum Thema:
„Wer an die Bibel glaubt kann nicht an die Evolution glauben. Stimmt das?

Siehe „Linda fragt: Kreationismus“
https://www.lindafragt.de/
Video länge 2:56 Minuten
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
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