Das christliche Schöpfungsverständnis

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Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir, du willst hier der große Welterklärer sein, aber du bist nicht in der Lage auch nur annähernd zu erfassen, was ich sagen will. - Möglicherweise willst du es nicht verstehen. Da kann ich schreiben was ich will, erklären was ich will, definieren so viel ich will....

Du stellst einfach unzutreffende Behauptungen auf!

Wenn du das nötig hast, dann kann es ja mit Deiner Alternative zur Schöpfung nicht weit her sein.

Im Übrigen verwende ich keine speziellen Privatdefinitionen, wie ich was definiere kannst Du in jedem guten Wörterbuch nachlesen.
Sehr erstaunlich finde ich, dass Du als Zeuge Jehovas nicht gelernt haben willst, was man unter Schöpfung versteht. - Ist es nicht so, dass Zeugen Jehovas u.a. wegen des Unterschiedes zwischen Gott und der Schöpfung keinen Geburtstag feiern? Komisch, Du als ehemaliger Vollzeitmissionar willst das nicht wissen.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

emery hat geschrieben: Donnerstag 9. Juli 2020, 03:05 Es gibt Menschen, die bereit sind, Ungewissheit offen zuzugeben.
Ich melde mich als Unwissende!

Diskussionen können mich beim Nachdenken unterstützen.
Fasziniert von der Sicherheit, die Paulus in Röm 1,18-32 zeigt, dass alle Menschen mit der Vernunft in der Schöpfung Gott erkennen können, hatte ich 2016 das Thema „Alle erkennen Gott!?“ eröffnet. viewtopic.php?p=15470&sid=1228bea79ce41 ... 6af#p15470

Ich überlegte, weshalb hat sich das geändert?

Der atheistischen Begründung, der Wissenszunahme folge ich nicht. Ich denke, es liegt an dem Fokus mit der wir die Welt/Schöpfung betrachten. Holuwir zeigt es uns, indem er die Natur ausschließlich durch die naturwissenschaftliche Brille betrachtet.
Das ist eine Sichtweise, die auf Reduktion beruht.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir hat geschrieben: Sonntag 12. Juli 2020, 12:38
Christel hat geschrieben: Donnerstag 9. Juli 2020, 18:58Übrigens, bei allen Wörtern ist der klare Gebrauch wichtig.
Oh ja. Dem Gegenüber muss klar sein sein, was mit den benutzten Wörtern gemeint ist. Du weißt das also gut. Leider hast du aber z. B. bis heute noch nicht erklärt, was genau du unter "Schöpfung" verstehst. Wie passt das zusammen?
Frage an Dich zurück!
Wie passt Deine Aussage damit zusammen?


Zu Beginn dieses Themas gehe ich auf den Begriff „Schöpfung“ ein.
Beitrag 1:
Christel hat geschrieben: Mittwoch 20. Februar 2019, 21:18 Das christliche Schöpfungsverständnis
Es gibt bereits ein Thema, was in ähnlicher Richtung geht: „Was bedeutet Schöpfung“ viewtopic.php?f=10&t=4422&sid=b3c5657d7 ... a8fb5eaa2b
Dort ging ich von der allgemeinen Wortbedeutung aus und es wurde im Lauf der Diskussion dann schnell sehr speziell.

Problematisch ist dieser Ansatz, da sich das christliche Schöpfungsverständnis nicht aus allgemeiner (Natur-)Betrachtung heraus entwickelt hat.
In Beitrag 2 vertiefe ich und mache auf den sich mit der Zeit verändernden Fokus aufmerksam:
Christel hat geschrieben: Freitag 22. Februar 2019, 22:41 Zuvor waren die Götter, trotz aller „Schöpfungsmythen“ innerweltlich, die Welt selbst war göttlich. Nun wurde ein Unterschied zwischen Welt und Gott gesetzt und damit gleichzeitig zwischen den „weltlichen heidnischen Göttern“ und Gott, dem Schöpfer der Welt.
Die Welt selbst konnte man sich dennoch weiterhin als „lebendig“ vorstellen.

Das änderte sich erst grundlegend in der Neuzeit mit dem „mechanischen Weltbild“.
Ich definierte bereits „Schöpfung“!

Gleichzeitig wies ich auf den veränderten Focus hin.

Du reduzierst nicht nur, Du ignorierst auch. Und Du stellst unwahre Behauptungen über micht auf, nicht nur hier. Öffentlich und anscheinend ohne Bedenken. :roll:

Du ignorierst nicht nur meine bescheidenen Beiträge, sondern auch die Ergebnisse der modernen wissenschaftlichen Bibelforschung.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Diese Aussage von Dir ist falsch:
Holuwir hat geschrieben: Montag 29. Juni 2020, 23:23 Für etwas Ursache sein, können nur Kräfte. Anlass für etwas kann jedoch ein beliebiges, in keinem ursächlichen Zusammenhang stehendes Ereignis sein, sogar eine reine Information. Information aber ist keine Kraft, kann also niemals wirken, niemals Ursache für irgendeine Veränderung sein.
Ich zeigte es Dir am einfachen Beispiel mit „Holuwir und der Bär“.
Der „Bär“ bewegt sich nicht, er übt keine Kraft aus. Allein die Information „Bär“, Deine Wahrnehmung erzeugt ursächlich eine körperliche Reaktion.
Holuwir hat geschrieben: Sonntag 12. Juli 2020, 12:38 Aber eigentlich meinen wir mit "Information" etwas, was sowohl einen intelligenten Sender als auch intelligenten Empfänger hat, wie z. B. unsere Zeitungen.
Nein! Das ist die Definition für „Kommunikation“, nicht für „Information“.

Du kannst ruhig zugeben, wenn Du dich geirrt hast.
Sich da heraus zu definieren zu versuchen ist Rhetorik, die niemanden was bringt.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Ich habe gerade über das Thema mit einer Zeugin Jehovas gesprochen. Sie war genauso fixiert auf den Prozess wie Holuwir. Sie nahm als Beispiele die Kreislaufsysteme der Erde: Wasserkreislauf, Sauerstoffkreislauf… idealer Abstand zur Sonne… - Nur im Gegensatz zu Holuwir glaubte sie damit die Existenz Gottes begründen zu können. Das funktioniert auch, sofern man staunen kann. – Sie kann es.

Ich denke, ganz sachlich, dass der Prozess uns nichts sagt, zumindest, dass er keinerlei Beweise liefert.

Menschen machen sich, das was in der Natur abläuft zu Nutze und setzen gesteuerte Prozesse in Gang. Angenommen ein Beobachter wüsste das nicht! Könnte oder würde er überhaupt auf die Idee kommen zwischen natürlichen und (von Menschen) gesteuerten Prozessen zu unterscheiden?
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von emery »

Holuwir hat geschrieben: Freitag 10. Juli 2020, 21:04 Wie wäre es, wenn du dir ein Beispiel überlegtest, an dem du aufzeigtest, wie es anders gehen könnte. Solange du keines findest, können wir dabei bleiben, dass es offenbar eben so ist
Mhm, ja, wenn man eine nicht falsifizierbare Aussage nicht falsifizieren kann, dann muss man wohl weiter daran glauben.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von emery »

Christel hat geschrieben: Montag 13. Juli 2020, 19:14 Ich überlegte, weshalb hat sich das geändert?
Es kommt immer drauf an, wen du fragst. Vielleicht hat Paulus sich geirrt, weil er sich in einer Situation befand, die wir heute Filterbubble nennen. Es gab auch die Schule der pyrrhonischen Skepsis von Pyrrhon von Elis bis Sextus Empiricus.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

emery hat geschrieben: Samstag 25. Juli 2020, 22:53 Vielleicht hat Paulus sich geirrt, weil er sich in einer Situation befand, die wir heute Filterbubble nennen.
Wir filtern alle, schon weil unser Gehirn so arbeitet. Nebenbei, das ist nicht unbedingt zum Nachteil, es sorgt für Effizienz. – Es gibt auch Menschen mit einem außerordentlich hohen Faktenwissen, aber sie können es nicht einordnen…

Ich weiß, Du meinst die negative Seite des Ganzen, die blind macht für die Realität, weil alles nur in den gewohnten Focus eingeordnet wird…

Natürlich betrachtet auch Paulus die Welt durch einen bestimmten Focus. Seine Briefe sind nicht einfach „Bericht“, sondern Deutung und Zeugnis. Römer 1,18-32 bildet keine Ausnahme.

Trotzdem basieren diese Aussagen von Paulus auf allgemeinen Beobachtungen, die kulturhistorisch korrekt sein dürften:

Die Menschen glaubten an Götter.
„Glaube“ ist hier möglicherweise ein zu schwaches Wort. Die Götter z.B. Naturkräfte waren sichtbar und wurden als wirkmächtig erfahen. Oder nehmen wir den „Kaiserkult“, einer der Götter zu Lebzeiten von Paulus war Kaiser Augustus:
Caesars Nachfolger Augustus wurde 27 v. Chr. erster römischer Kaiser bzw. princeps und blieb es bis zu seinem Tod gut 40 Jahre später. Als Adoptivsohn Caesars nannte er sich selbst zu Lebzeiten divi filius, also „Sohn des Vergöttlichten“. Unmittelbar nach seinem Tod wurde auch er unter die Götter erhoben. Im mit dem Herrscherkult vertrauten griechischen Osten waren ihm aber bereits zu Lebzeiten entsprechende Ehrungen zuteilgeworden. https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserkult
Die Götter waren zu Zeiten des Paulus eine absolut „handfeste Sache“ und sichtbar. Spielarten davon gibt es noch heute. Einsteins „Pantheismus“ haben wir hier ausführlich diskutiert.

Als Jude teilt Paulus diese Auffassung vom „Göttlichen“ nicht, wie auch Römer 1,18-32 zeigt.

Die Juden haben sich spätestens 500 Jahre vor Christi Geburt (Babylonisches Exil) von solchen Auffassungen verabschiedet. – Nebenbei, sie haben ihre Könige nie vergöttlicht. Das „Alte Testament“ kritisiert nicht nur den ägyptischen Pharao (die von den Ägyptern auch vergöttlicht wurden), sondern auch die Könige Israels.

Heute wird vielfach angenommen Monotheismus/Polytheismus wären eine Frage nach der Zahl der Götter und eine Frage der Toleranz. Dies führt am Eigentlichen vorbei, mehr noch, dieser moralische Ansatz verstellt den Blick.

Es geht nicht um die Anzahl, sondern um die Frage „Wer und was ist nicht Gott?“.
Die Antwort (auch von Paulus) die Natur ist es nicht, auch kein König oder Kaiser oder sonstiges Sternchen.

Die Rede vom Schöpfergott (im jüdisch/christlichem Sinn) setzt genau diesen Unterschied. Gott (JHWH) ist gerade deshalb Schöpfer der Natur, weil er nicht Bestandteil derselben ist.

PS:
Erstaunlich bei Holuwir’s Argumentation ist, dass er (wahrscheinlich) meint, man müsse Gott naturwissenschaftlich in der Natur nachweisen können. Dies wäre nur möglich, wenn Gott (im Gegensatz zum jüdisch/christlichen Glauben) doch wiederum Bestandteil der Natur, also Natur wäre und sei es als eine Art Geistwesen.

Bei den Zeugen Jehovas kann er das nicht gelernt haben. Möglicherweise folgt er hier „atheistischen Missionaren“, deren naturwissenschaftliche Kenntnisse zwar sehr gut, aber deren Wissen bezüglich des christlichen Glaubens mehr als mangelhaft ist.
Damit sind wir wieder bei der Filterblase.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

emery hat geschrieben: Samstag 25. Juli 2020, 22:53
Christel hat geschrieben: Montag 13. Juli 2020, 19:14 Ich überlegte, weshalb hat sich das geändert?
Es kommt immer drauf an, wen du fragst.
Hast Du eine andere Antwort?
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von emery »

Christel hat geschrieben: Sonntag 26. Juli 2020, 14:48 Hast Du eine andere Antwort?
Deine Annahme mit Bezug auf Paulus war, "dass alle Menschen mit der Vernunft in der Schöpfung Gott erkennen können". Deine Frage war dann: "weshalb hat sich das geändert?" Ich bezweifle die Annahme und gehe davon aus, dass es auch im ersten Jahrhundert (und zu anderen Zeiten) Menschen gab, die Gott nicht erkennen konnten.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir »

Das christliche Schöpfungsverständnis entspricht dem, was über Schöpfung in der Bibel steht. Christen halten es für eine göttliche Offenbarung, Ungläubige hingegen für eine Darstellung des damaligen jüdischen Weltbildes. Die biblische Schöpfungsgeschichte ist, objektiv betrachtet, nicht mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar. Das bedeutet für Christen ein großes Problem. Unterschiedliche Guppen von Christen begegnen dem auf unterschiedliche Weise. Natürlich nimmt dann jede dieser Gruppen - es können auch Einzelpersonen sein - für sich in Anspruch, die einzigen zu sein, die das Schöpfungswirken Gottes richtig einzuordnen verstehen. Das geht dann soweit, dass sie allen anderen Vorstellungen das Christlichsein absprechen, wie wir dies bei Christel und den Zeugen Jehovas erleben.

Während die Zeugen Jehovas unbeirrt an der biblischen Darstellung festhalten und sagen, die Wissenschaft irre und sei unbewusst zu einem Werkzeug des Teufels geworden, um die Menschen vom Glauben abzubringen, die Kreationisten irgendwie versuchen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit den biblischen Aussagen in Übereinstimmung zu bringen, spricht Christel dem Bibeltext, bis auf wenige Ausnahmen, schlicht jeden konkreten Bezug zur Wirklichkeit ab, außer natürlich, dass Gott alles erschaffen habe. Es sei eine Erzählung, die keinen Anspruch auf Realitätsbezug erhebe. Weder lässt sich ihr aber entlocken, was z. B. Gott denn konkret (unmittelbar) erschaffen habe, noch was sie sich unter Schöpfung überhaupt vorstellt, wie sie Schöpfung definiert. Allenfalls große Empörung darüber, was man ihr unterstelle. Das habe sie ja längst ausführlich getan. Leider fehlen die Zitate dazu. Ich kann mich nicht erinnern, je etwas konkretes dazu von ihr gelesen zu haben. Immer nur, teils umfangreiche, Abschweifungen, oft mit dem Hinweis versehen, ich lenkte vom Theme ab.

So wird im Duden "Schöpfung" definiert (www.duden.de/rechtschreibung/Schoepfung):
1. Von Gott erschaffene Welt
2. Vom Menschen Geschaffenes; Kunstwerk
3. Erschaffung der Welt durch Gott

oder hier (www.wortbedeutung.info/Schöpfung/):
1. das Schaffen / Erschaffen der Welt aus dem Nichts durch ein höheres Wesen
2. im übertragen Sinne: das Schaffen / Erschaffen eines bedeutenden Werkes durch eine menschliche Person
3. Wissenschaft: das Schaffen / Erschaffen der Welt aus dem Nichts durch die Natur

Ich glaube, es ist klar, welche der jeweils 3 Bedeutungen infrage kommt. Bei "Schöpfung" im christlichen Schöpfungsverständnis geht es um Erschaffung, also den Prozess, nicht um das Ergebnis, die "erschaffene" Welt.
Und dann das:
Christel hat geschrieben: Sonntag 19. Juli 2020, 18:46 Sie war genauso fixiert auf den Prozess wie Holuwir.
So geht es, wenn man die Begriffe nicht definiert. Schöpfung ist ein Prozess! Du hast es als Thema eingestellt und jetzt beschwerst du dich, dass ich mich darauf konzentriere. Aber bitte, vielleicht hast du tatsächlich eine Privatdefinition für "Schöpfung". Es wäre jedenfalls sehr interessant zu erfahren, was du stattdessen unter Schöpfung verstehst. Dann können wir endlich vernünftig dikutieren.
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

emery hat geschrieben: Montag 27. Juli 2020, 22:42 Ich bezweifle die Annahme und gehe davon aus, dass es auch im ersten Jahrhundert (und zu anderen Zeiten) Menschen gab, die Gott nicht erkennen konnten.
Aha, Du gegen Paulus.

Sei mir nicht böse, völlig unabhängig von Deiner Person und auch völlig unabhängig davon, dass die Aussagen von Paulus in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden…

Das Zeugnis von Zeitzeugen hat für mich generell mehr Gewicht, als die Annahmen von Menschen, die 2000 Jahre später leben. Paulus ist Zeitzeuge und sein Brief gilt als echt.
Was Paulus schreibt stimmt im Übrigen mit dem überein, was man allgemein in Geschichtsbüchern nachlesen kann.


Natürlich kannst Du den Bogen kriegen, indem Du lediglich das Wort „alle“ infrage stellst und darauf bestehst, dass Einzelne mit Sicherheit anders dachten. Dem ist nichts entgegen zu setzen, nur führt das in eine andere Richtung. – Es geht mir um den grundsätzlichen Zeitgeist, um die grobe Linie, um den Fokus, der sich über die Jahrhunderte geändert hat. - Wie gesagt, die Geschichtswissenschaft bestätigt das.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir, was Du über mich schreibst stimmt nicht!

Zu Deinem ersten Abschnitt:
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 Unterschiedliche Guppen von Christen begegnen dem auf unterschiedliche Weise. Natürlich nimmt dann jede dieser Gruppen - es können auch Einzelpersonen sein - für sich in Anspruch, die einzigen zu sein, die das Schöpfungswirken Gottes richtig einzuordnen verstehen. Das geht dann soweit, dass sie allen anderen Vorstellungen das Christlichsein absprechen, wie wir dies bei Christel und den Zeugen Jehovas erleben.
Grundsätzliches:
Dir scheint sehr daran gelegen zu sein, die Position der Zeugen Jehovas als die wahre christliche und als die wahre biblische Position darzustellen, so wie es auch Zeugen Jehovas tun.
(Vergleiche "Wahrheit und Zeugen Jehovas", Beitrag von Christel » Fr 16 Feb, 2018 23:24, siehe auch den den Artikel der Zeugen Jehovas"Wie kam die biblische Wahrheit wieder ans Licht?")

Entschuldige, dass ich hier den Zeugen Jehovas nicht zustimme und nicht der These vom großen Abfall folge und der Wahrheit, die ausgerechnet sie gefunden haben. Für mich sind die Zeugen Jehovas schlicht die Abspaltung der Abspaltung, von der Abspaltung, von der Abspaltung, von der Abspaltung, von der Abspaltung … der Katholischen Kirche.

Es gibt nun mal Unterschiede in der Lehre zwischen der Katholischen Kirche und der Organisation der Zeugen Jehovas. Ich nehme die Position ein, die ich innerhalb der Katholischen Kirche kennengelernt und der ich mit gutem Gewissen zustimmen kann.
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 Das christliche Schöpfungsverständnis entspricht dem, was über Schöpfung in der Bibel steht.
Das würden auch Zeugen Jehovas sagen. Allerdings interpretieren sie die Texte so, wie es ihnen ihre Organisation in ihren Schriften vorgibt. Es gibt ein sogenanntes „Schöpfungsbuch“ …

Außerdem wird es sowieso schwierig, wenn man auf den „Prozess der Schöpfung“ besteht, so wie es Holuwir tut. In der Bibel wird dieser nämlich nicht einheitlich, sondern unterschiedlich und widersprüchlich beschrieben.

Als Katholikin muss ich sagen, bei uns galt und gilt „Hl. Schrift und Tradition“. Die Bibel auf die Zeugen Jehovas so pochen ist nicht zuletzt ein Produkt unserer Tradition. Die Kirche hat im Lauf ihrer Geschichte ihren Glauben (den christlichen Glauben) selbst definiert und ihn in Fixpunkten (Dogmen) festgehalten.
Trotz reformatorischer Kontroversen stehen die meisten Kirchen in dieser Tradition. Daher haben wir vieles gemeinsam und können ökumenisch zusammenarbeiten. – Zeugen Jehovas gehören nicht zur Ökumene.

Das "christliche Schöpfungsverständnis" ist für mich daher das Kirchliche!

PS:
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 Christen halten es für eine göttliche Offenbarung, Ungläubige hingegen für eine Darstellung des damaligen jüdischen Weltbildes.
Ich sage, es stimmt Beides! Bin ich nun für Dich eine Christin oder eine Ungläubige?
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Die biblischen Texte sind keine Protokolle, sondern Deutung und es geht um die Bedeutung von Wirklichkeit.

Diese Deutung von Holuwir ist für mich nicht nachvollziehbar.
Dies habe ich nie geschrieben:
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 spricht Christel dem Bibeltext, bis auf wenige Ausnahmen, schlicht jeden konkreten Bezug zur Wirklichkeit ab, außer natürlich, dass Gott alles erschaffen habe. Es sei eine Erzählung, die keinen Anspruch auf Realitätsbezug erhebe.
Das Gegenteil ist der Fall!

Indem ich die Texte nicht als zeitloses „Diktat von Gott“ lese, bringe ich sie erst mit der konkreten Lebenswirklichkeit der Menschen zusammen.

Holuwir, Du liest „Gedicht“, „Erzählung“, Du denkst dann „aha Erfindung“, Du meinst, das hat nichts mit der Realität zu tun. – Ich denke anders als Du!

In den meisten Gedichten…, auf jeden Fall in allen biblischen Gedichten, Erzählungen … geht es um die Realität, nicht nur die von damals, es geht immer auch um unser Leben. – Wir sind gemeint!
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir, ich hoffe Du liest meine „Abschweifungen“(meine letzten beiden Beiträge), die sind nämlich wichtig zum Verständnis!

Nun zu unserem Thema, der Schöpfung.
Du hast in Deinem Beitrag (von Holuwir » Do 30 Jul, 2020 19:58) Wortbedeutungen eingestellt.
Deine Schlussfolgerung daraus ist für mich nicht nachvollziehbar.
In den von Dir eingestellten Zitaten steht das nicht:
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 Bei "Schöpfung" im christlichen Schöpfungsverständnis geht es um Erschaffung, also den Prozess, nicht um das Ergebnis, die "erschaffene" Welt.
In der Bibel steht es auch nicht.
In den kirchlichen Dokumenten steht es auch nicht.
Es gibt kein Dogma, welches den „Prozess“ der Schöpfung fixiert.


Holuwir, ich kann doch Dir zum Gefallen nichts erfinden, was es nicht gibt!

Das hat Konsequenzen!
Holuwir, Du hast richtig erkannt:
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 Unterschiedliche Guppen von Christen begegnen dem auf unterschiedliche Weise.
Aber nicht nur unterschiedliche Gruppen …

Das trifft auf Zeugen Jehovas zu, aber nicht auf mich:
Holuwir hat geschrieben: Donnerstag 30. Juli 2020, 20:58 Das geht dann soweit, dass sie allen anderen Vorstellungen das Christlichsein absprechen, wie wir dies bei Christel und den Zeugen Jehovas erleben.
Ein Zeuge Jehovas muss der jeweils aktuellen Lehre seiner Organisation in allen Punkten folgen. Das betrifft natürlich auch die Auslegung der Bibel. Die Organisation hat sich, was die Interpretation der Schöpfungstexte betrifft sehr genau festgelegt.

In meiner „Abschweifung“ von Christel » Sa 01 Aug, 2020 15:45 wies ich auf die Dogmen hin. Das sind Fixpunkte. Dazwischen gibt es vieles, was nicht festgelegt ist. Es gibt einen „Spielraum“.
Nicht festgelegt ist der „Prozess der Schöpfung“.
Nicht festgelegt ist, wie die biblischen Schöpfungstexte zu interpretieren sein.
Nicht festgelegt ist …
Als langjähriger regelmäßiger Kirchgänger erfährt man, dass sich die Bibelstellen wiederholen. Nicht wiederholen sollte sich der Predigttext zur Bibelstelle. Erwartet wird, dass sich der Pfarrer was einfallen lässt. Er darf, kann und soll das.

Was die Schöpfungstexte betrifft und weil es keine Festlegung über den „Prozess der Schöpfung“ gibt, können die unterschiedlichen Gruppen von Christen, die auf unterschiedlicher Weise damit umgehen trotzdem ökumenisch zusammenarbeiten. – Denn die Ansichten über den „Prozess der Schöpfung“ sind für das Christsein völlig irrelevant.

Mehr noch, es gibt dazu unterschiedliche Ansichten innerhalb der Katholiken, ebenso bei den Evangelischen. Trotz der Unterschiede sind alle gut katholisch oder evangelisch.

Ich wiederhole, wir glauben an den Schöpfer (siehe Glaubensbekenntnis).
Wir glauben nicht daran, dass Gott uns den „Prozess der Schöpfung“ diktiert habe.
Der „Schöpfungsprozess“ ist nicht Teil unseres Glaubens.

Wie gesagt, es gibt die Dogmen (Fixpunkte) und innerhalb dieser Spielräume, es gibt auch eine „Hierarchie der Wahrheiten“ (Zweites Vatikanisches Konzil), das heißt auch innerhalb der „Wahrheiten“ gibt es Zentrales und Randständiges.

Zentral ist bei uns Jesus Christus. Gott wird Mensch, Gott kommt in die Schöpfung, Inkarnation (nicht zu verwechseln mit Reinkarnation). Er ist der Schlüssel für die Interpretation der Bibel, wie schrieb schon Johannes (1,18 übersetzt von Fridolin Stier): „Gott hat keiner je gesehen – der einzige Sohn, der im Schoß des Vaters west: Er hat berichtet.“

Den Prozess der Schöpfung zu beschreiben oder anders ausgedrückt, das Werden der Natur zu beschreiben, das ist nicht Sache der Theologie, sondern der Naturwissenschaft!

PS:
Holuwir, ich habe den Eindruck, Du glaubst zu Wissen. Dieses vermeintliche Wissen verstellt Dir den Blick. – Meine Erklärungsversuche schätzt Du daher gering, nennst die Abschweifung, diskreditierst sie als bloße Rhetorik… - Deine wiederkehrende Behauptung, ich hätte „Schöpfung“ nicht definiert entspricht nicht der Wahrheit. – Das Problem ist, Du nimmst einfach nicht zur Kenntnis, was ich schreibe. Du bist so darauf konzentriert, mich zu führen, dass Dich meine Antworten nur stören.
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