Das christliche Schöpfungsverständnis

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Christel
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Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 20. Februar 2019, 21:18

Das christliche Schöpfungsverständnis

Es gibt bereits ein Thema, was in ähnlicher Richtung geht: „Was bedeutet Schöpfung“ http://www.eichsfeldforum.de/viewtopic. ... a8fb5eaa2b
Dort ging ich von der allgemeinen Wortbedeutung aus und es wurde im Lauf der Diskussion dann schnell sehr speziell.
Problematisch ist dieser Ansatz, da sich das christliche Schöpfungsverständnis nicht aus allgemeiner (Natur-)Betrachtung heraus entwickelt hat. Das Christentum hat das Schöpfungsverständnis und den Schöpfergott vom Judentum übernommen.

Bis heute bekennen sich Christen im Glaubensbekenntnis zum Gott der Juden, zum Vater Jesu Christi:
Wir[2] glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nic%C3%A4 ... opolitanum
Das von den Christen übernommene jüdische Schöpfungsverständnis entwickelte sich nicht einfach oder allein aus allgemeiner Naturbetrachtung. Es entwickelte sich auch nicht parallel zu anderen Vorstellungen bzw. Schöpfungsmythen.

Die jüdischen Vorstellungen entwickelten sich wesentlich in Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen. Man kann es sich als einen beständigen Auszug – Exodus vorstellen:
Abraham, der Stammvater Israels zog aus Ur in Chaldäa, dem heutigen Irak und seinen Göttern.
Das Ziel war Kanaan. Auch dort gab es Götter z.B. Baal. Auch hier Auseinandersetzung und „Auszug“.
Grundlegend: Mose und der Exodus aus Ägypten und seinen Göttervorstellungen.
Und schließlich der Auszug aus Babylon, der entscheidend die jüdischen Vorstellungen vom Schöpfergott geprägt hat.

Es war ein Weg vom „Gott unserer Väter“ zum „Gott dem Schöpfer des Himmels und der Erde" und somit des Vaters aller Menschen, hin zum einen Gott und den damit verbundenen Universalismus.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Freitag 22. Februar 2019, 22:41

Mitunter wird dies so gedeutet, als hätte sich die Zahl der Götter auf einen reduziert.
Das stimmt nur zum Teil, denn vor allem wurde die Gottesvorstellung verändert.

Zuvor waren die Götter, trotz aller „Schöpfungsmythen“ innerweltlich, die Welt selbst war göttlich. Nun wurde ein Unterschied zwischen Welt und Gott gesetzt und damit gleichzeitig zwischen den „weltlichen heidnischen Göttern“ und Gott, dem Schöpfer der Welt.
Die Welt selbst konnte man sich dennoch weiterhin als „lebendig“ vorstellen.

Das änderte sich erst grundlegend in der Neuzeit mit dem „mechanischen Weltbild“.

Dies ist der Punkt an dem sich heutige Diskussionen über die Weltentstehung aus Zufall oder durch Schöpfung festmachen. - Auch dann, wenn mit der Bibel argumentiert wird. Die Bibel wird dabei nicht wirklich befragt, vielmehr werden der eigene Standpunkt, die heutige eigene Weltsicht in die Texte hineingelesen.

Deutlich wird das auch an Geschichte und Gegenstand der Kosmologie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmologie

Beinhaltete im Altertum die Kosmologie die Götterwelt, so sieht der Inhalt heute so aus:
https://www.spektrum.de/lexikon/astrono ... ologie/240

Nun gibt/gab es aber bekennende Atheisten wie Stephen Hawking, die wiederum Gott in die Kosmologie einschleusen, um ihn zu verneinen. Dabei vergessen sie, dass sich mit ihrer Wissenschaft nur die „Inneneinrichtung“ der Welt beschreiben lässt und diese „Inneneinrichtung“ wurde bereits vor unserer Zeitrechnung von den Juden „entgöttlicht“.

Übrigens, Stephen Hawking wurde mit allen kirchlichen Ehren beigesetzt.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Samstag 23. Februar 2019, 05:31

Übrigens, Stephen Hawking wurde mit allen kirchlichen Ehren beigesetzt.
Echt ma? Das ist ja mal interessant 😊
Liebe Grüße von Ga-chen

................
Der Name YHWH (von rechts n. links) in paleohebräischer Bildersprache verrät so einiges
10. י Yud 10 HAND
5. ה He 5 ERBLICKE
6. ו Vav 6 NAGEL
5. ה He 5 ERBLICKE

HAND ERBLICKE oder SIEHE, NAGEL ERBLICKE oder SIEHE; zu dtsch.: Siehe, Erblicke die Hand, erblicke den Nagel!

Der Vater und der Sohn haben denselben Namen: YHWH!
(von Theodoric)

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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Samstag 23. Februar 2019, 19:42

Ich habe es hier gelesen:
Bild

Hier steht es auch:
Tod und Bestattung
Stephen Hawking starb am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in Cambridge.[33] Am 31. März fand in der Kirche St. Mary the Great im Zentrum von Cambridge eine private Trauerfeier mit etwa 500 Gästen statt, zu der in erster Linie Familienmitglieder, Freunde und Kollegen eingeladen wurden. Eine große Menschenmenge wohnte vor der Kirche dem Gottesdienst bei. Sechs Kollegen Hawkings vom Gonville and Caius College trugen den Sarg in die Kirche, die Glocke schlug für jedes Lebensjahr Hawkings einmal.[34] Nach der Trauerfeier wurde Hawkings Leichnam zur Einäscherung gebracht.

Am 15. Juni 2018 wurde die Asche Hawkings im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes in der Westminster Abbey in London beigesetzt.[33] Sein Grab liegt zwischen den Gräbern Sir Isaac Newtons und Charles Darwins. Mit seiner Beisetzung in der Westminster Abbey erhielt Hawking „die höchste Ehre, die einem berühmten Wissenschaftler auf der Insel zuteil werden kann“.[35] https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking
Irgendwie finde ich es nicht richtig: Zu Lebzeiten der große Atheist und dann wenn’s drauf ankommt, doch an die Himmelstür klopfen.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Dienstag 26. Februar 2019, 22:51

Perspektivwechsel

Ich hatte geschrieben:
Christel hat geschrieben:
Mittwoch 20. Februar 2019, 21:18
Das Christentum hat das Schöpfungsverständnis und den Schöpfergott vom Judentum übernommen. http://www.eichsfeldforum.de/viewtopic. ... b85#p19021
Wir haben es sozusagen von den Juden, genauer vom alten Israel, geerbt.
Als wir es erbten beantwortete es die Frage „Wer ist Gott?“.
Damit war die Antwort auf die Frage verbunden „Wie ist die Welt“.
Für die Christen war das wesentlich, um zu erfassen wer Jesus war und was „Erlösung“ bedeutet.

Das Christentum war mehrheitlich „heidenchristlich“ geworden und stand in Gefahr seine jüdischen Wurzeln und damit seinen Ausgangspunkt, mehr noch, die Identität des Jesus von Nazareth zu verlieren.

Heute wird in Jesus vornehmlich ein Mensch gesehen, damals bestand die Gefahr in Jesus nur einen Gott zu sehen. Erinnert sei hier an die Auseinandersetzung mit Marcion.
Die Gnostiker verneinten keineswegs einen Schöpfergott oder die Welt als Schöpfung. Sie verneinten, dass der Schöpfer und die Schöpfung gut seien und setzten ihn im Gegensatz zu Jesus seinem Vater (Gott).
Wir haben hier wieder mehrere Götter und dabei ist der Schöpfergott nicht gut, die Schöpfung furchtbar und Erlösung ist die Befreiung daraus.
Es stand also das Zentralchristliche auf dem Spiel!

Perspektivwechsel
Holuwir hat geschrieben:
Samstag 23. Februar 2019, 19:48
Sehr vernünftig, Herr Küng!
Wie aber geht er nun mit der Schöpfungslehre um, die ja zentraler Bestandteil seiner Kirche ist? Um diese kommt er nicht herum, will er Katholik bleiben. Dazu werde ich mich ggf. in dem neuen Thema: "Das christliche Schöpfungsverständnis", das Christel eingestellt hat, äußern.
http://www.eichsfeldforum.de/viewtopic. ... 315#p19027
Ich denke mal Hans Küng steht voll auf dem Boden des christlichen Schöpfungsverständnisses (siehe oben), hält fest an dem, was zentral für den christlichen Glauben ist.

Die Katholische Kirche kennt eine
Hierarchie oder Rangordnung der Wahrheiten (lateinisch: hierarchia veritatum) "bedeutet, dass die verschiedenen Glaubenswahrheiten um ein Zentrum, einen Mittelpunkt angeordnet und auf ihn hingeordnet sind,"[1] "je nach der verschiedenen Art ihres Zusammenhangs mit dem Fundament des christlichen Glaubens" (UR, Nr. 11), dem trinitarisch-christologischen Geheimnis.[2] http://www.kathpedia.com/index.php?titl ... Wahrheiten
Zeugen Jehovas kennen eine solche Rangordnung nicht. Zu glauben ist alles, war ihre Organisation (Watturmgesellschaft) vorgibt und zwar in der jeweils aktuellsten Fassung.
Das Schöpfungsbuch der Zeugen setzt sich mit der Evolutionstheorie auseinander „Das Leben – Wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung?“ und entwickelt so eine andere Schöpfungslehre. Diese beantwortet nicht die Frage, „Wer ist Gott“, „Wer ist Jesus Christus“, „Wie ist die Welt“, sondern wie hat sich die Welt entwickelt. - Ein deutliche Perspektivwechsel! Haben wir das von den Juden übernommen? Ist das unser Erbe?

Den Kritiken dieses Buches fällt dieser Perspektivwechsel nicht auf, denn in der Regel ereifern sie sich darin zu ergründen, worin das „Schöpfungsbuch“ irrt.

Doch für das Christsein sind ganz andere Fragen von Bedeutung.
Von daher ist es völlig egal, welche Ansichten ein Christ bei der Beantwortung der anderen Frage „Wie hat Gott die Welt erschaffen“ vertritt. Für das Christsein ist das völlig irrelevant!
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Familienname B.
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Familienname B. » Mittwoch 27. Februar 2019, 19:46

Zu oben ^^
Jeden mental kritischen-, fragenden und suchenden Menschen- besonders aber der Christel -
empfehle ich das echt aufschlußreiche, sinnbildende und auch heftige Buch mit ü 50 Seiten Anmerkungen & Quellenangaben:
"Die unbequeme Nation - 2000 Jahre Wirtschafts- und Religionskrieg gegen die Deutschen"
von Georg Keuch.
Bin da z.Z. erst auf Seite 116 - trotzdem hat es mich manchmal wirklich vom Hocker gehauen!
Es hat mir eine neue, VÖLLIG ANDERE Sichtweise auf im Prinzip alle wichtigen Dinge unserer Geschichte (z.Z. beim Tod PhilippIV. der Schöne) gegeben. > Sehr heftig. 8O
Aber auch praktisch... gestern beim allg. TV zappen sah ich kurz einen Ausschnitt in England? im Kampf gegen die KELTEN. Nun kenn ich durch das Buch den energischen Hintergrund dessen!
>> Offensichtlich erkannte man schon im Mittelalter das Christentum, Geld und Kirche genau so unzertrennlich zusammen gehören wie zu Zeiten der Apostel oder - heute !
Kaiser Friedrich zwo (sprach 6 Sprachen) hat das schnell begriffen und später DANACH GEHANDELT - S E H R zum Verdruß der Päpste..."Die Welt ist von drei Betrügern irregeführt worden- Moses, Jesus Christus und Mohamed!" Der Haß der Päpste und dessen gieriger Anhang war unversöhnlich... :x
er starb mit 52zig an Gift. Darauf versandte der vorbildhafte Christenpabst eine Enzyklika an alle Christen, in der es heißt: "Laßt nun den Himmel und die Erde jauchzen!"

Na klar - das ist schön länger her ... aber: da ging es der Kirche (mal wieder) etwas an, es war schon eine bedeutsame Sache... danach kam Philipp vier- und der hat erstmal RICHTIG aufgeräumt!
Zur Sache:
wie das mit der Schöpfungsgeschichte, den alten Büchern, den KELTENpriestern und anderes sehr wahrscheinlich war, ist dort ebenso zu finden...es ist simpler als Mann/ Frau denkt!
Mit freundlichem Denkergruß
ein eingetragener und Kirchensteuer zahlender Eichsfelder. :wink:

Postskriptum
Im Gegensatz der Meinung vieler kann man/ frau aus den Kirchen nicht austreten- das hat in all den Jahrhunderten noch nie jemand geschafft, auch kein "Ketzer".
Niemand
wird aus dem Taufregister gestrichen (*warum wäre ein neues, sehr großes Thema),
gekündigt werden kann höchstens die Abgabe "Kirchensteuer".

Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 27. Februar 2019, 21:16

Familienname B. hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 19:46
Zu oben ^^
Familienname B. hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 19:46
Zur Sache:
wie das mit der Schöpfungsgeschichte, den alten Büchern, den KELTENpriestern und anderes sehr wahrscheinlich war, ist dort ebenso zu finden...es ist simpler als Mann/ Frau denkt!
Ich sehe das Bemühen hier einen Bogen zum Thema zu spannen … :)
Familienname B. hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 19:46
Postskriptum
Im Gegensatz der Meinung vieler kann man/ frau aus den Kirchen nicht austreten- das hat in all den Jahrhunderten noch nie jemand geschafft, auch kein "Ketzer".
Niemand
wird aus dem Taufregister gestrichen (*warum wäre ein neues, sehr großes Thema),
gekündigt werden kann höchstens die Abgabe "Kirchensteuer".
Das ist eine interessante Meinung – aber eben ein neues anderes Thema. Ebenso wie diese Empfehlung:
Familienname B. hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 19:46
Jeden mental kritischen-, fragenden und suchenden Menschen- besonders aber der Christel -
empfehle ich das echt aufschlußreiche, sinnbildende und auch heftige Buch mit ü 50 Seiten Anmerkungen & Quellenangaben:
"Die unbequeme Nation - 2000 Jahre Wirtschafts- und Religionskrieg gegen die Deutschen"
von Georg Keuch.
Besonders kritisch werde ich bei solchen vollmundigen Aussagen:
Das Buch enthüllt unbekannte Zusammenhänge zwischen Religion/ Christentum, Landraub, Geld, Priestertum und Kapitalismus - Einflüsse, die entweder von allen Historikern verschwiegen, nicht beachtet oder nicht verstanden worden sind. Diesen Spuren wird im Buch nachgegangen, wobei der Verfasser geradezu sensationelle Ergebnisse aufzeigt. https://www.amazon.de/Die-unbequeme-Nat ... 061&sr=1-1
Und übrigens:
Schon vor der letzten Entscheidung kam eine andere Macht empor, die in der Eroberung und Unterwerfung der deutschen Nation mehr Erfolg hatte: Die Kirche.
https://www.amazon.de/Die-unbequeme-Nat ... 061&sr=1-1
Wie denn, die deutsche Nation gab es doch da noch gar nicht:
Die Geschichte Deutschlands beginnt nach herkömmlicher Auffassung mit der Entstehung des römisch-deutschen Königtums im 10./11. Jahrhundert, wenngleich sich damit noch lange kein „Staat der Deutschen“ entwickelte. Die deutsche Sprache ist seit dem 8. Jahrhundert als eigenständige, in eine Vielzahl von Dialekten unterteilte und sich weiterentwickelnde Sprache fassbar. Die Bewohner des Reiches waren vor allem Nachfahren von Germanen und Kelten, im Westen jedoch auch von römischen Siedlern und im Osten von westslawischen Stämmen, den sogenannten Wenden oder Elbslawen. https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Deutschlands
Doch wie gesagt, das ist ein anderes Thema. – Sollte weiterer Diskussionsbedarf dazu bestehen, kann ich das gern, wenn gewünscht, in ein anderes (neues) Thema verschieben.

Mit freundlichen Grüßen
Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Familienname B. » Donnerstag 28. Februar 2019, 19:23

Indogermanen: nach dem WK I von den Siegern (siehe auch Buchtitel) als Indoeuropäer gefälscht

Urgermanen
Germanen
Deutsche.

Naja irgendwie haste da Recht Christel! Die Germanen aber waren es die das Weltimperium Rom schlugen und am Ende restlos zerstörten.
Führt hier aber alles zu weit.
Aber:
die Schöpfungsgeschichte ist in dem Buch sehr gut dargestellt. Nur eben anders als die meisten denken :D
Ansonsten gilt das Wort Hesses an seine Kritiker:
>>Habt ihr Blumen in den Händen oder Handgranaten?
Ihr macht euch über mein Buch her und zerreist es -
statt es zu lesen -
darüber innezuhalten -
und nachzudenken was es einem sagen will!
Irgendwelche Sprüche über das Werk abkopieren
ist mir zu billig.
Dieses Buch ist so konzentriert das man/ frau es nicht so ebenmal nebenbei lesen kann.
Dort werden uns völlig unbekannte Zusammenhänge dargestellt die man so- nicht erkennen kann.
Die wichtigen schriftlichen Aufzeichnungen wurden von der allumfassenden (katholischen) Kirche gesichtet und nach ihren Vorstellungen "gesäubert" und umgeschrieben. Dabei gibt es oft große Widersprüche.
Nur ihre Fassung des Christentums wurde erlaubt, sie duldete keine Konkurenz, keine Freiheit, übte keine Nächstenliebe und keine Toleranz.
Das erste Konzil 325 in Nicäa ging nach diesen Vorstellungen voll daneben... man lernte stark daraus...
Konstantinopel 381 kam die große Bereinigung im Christenkult. Gemäß Konzilbeschluß wurden der katholischen Kirche nicht genehme Schriften als "häretisch" sämtlich vernichtet.
Und da fragt du Christel nach dem Schöpfungsverständnis?
^^ Damit entzog man widerstrebenden christlichen Sekten die Grundlage. Jede besaß ja ihre eigene frohe Botschaft.
Zugelassen blieben nur
vier Evangelien
Apostelgeschichte
Offenbarung
und eine Anzahl sogenannter Briefe (längst nicht alle).

Die Angaben über die katholischen Päbste im Rom sind 1000 (tausend) Jahre lang legendenhaft und fragwürdig. Hätte die römische Gemeinde des Paulus eine Bedeutung erlangt,wäre es nicht notwendig gewesen so viele Legenden zu erfinden!
Um die Mitte des 4.Jahrhunderts als die Christen schon lange längst Gallien in der Hand hatten, zählte und beschrieb ein Zeitzeuge
426 Tempel in Rom-
aber keine einzige christliche Kirche!

Also ich würde da jetzt mit einer christlichen Weisheit zur Schöpfung eher vorsichtig agieren...
aber:
jedem seinen Glauben!
Einen häbschen fetten Dunnerstagg!

Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Donnerstag 28. Februar 2019, 21:12

Dieses Thema nannte ich „Das christliche Schöpfungsverständnis“. Damit meine ich das Schöpfungsverständnis wie es heute von den christlichen Kirchen vertreten wird.

Nicht gemeint sind Schöpfungsverständnisse früherer oder heutiger Gemeinschaften oder Einzelpersonen, die dazu Sonderlehren vertreten.

Unsere Bibel besteht aus zwei Teilen. Das „Alte Testament“, das sind jüdische Schriften und das „Neue Testament“, das sind christliche Schriften.

Die maßgeblichen Schöpfungstexte stehen im ersten Buch Mose. Die fünf Bücher Mose sind die (schriftliche) Thora. Martin Buber und Franz Rosenzweig nannten sie „Die fünf Bücher der Weisung“. Ihre Übertragung ins Deutsche ist sehr zu empfehlen: Bild
https://www.amazon.de/Die-Schrift-Buber ... Rosenzweig
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Freitag 1. März 2019, 10:31

Christel hat geschrieben:
Donnerstag 28. Februar 2019, 21:12
Dieses Thema nannte ich „Das christliche Schöpfungsverständnis“. Damit meine ich das Schöpfungsverständnis wie es heute von den christlichen Kirchen vertreten wird.
Was veranlasst Christen, an Schöpfung zu glauben?
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Familienname B. » Freitag 1. März 2019, 19:20

Oh ja - gute Frage Holuwir!

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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Familienname B. » Freitag 1. März 2019, 19:23

Im übrigen agiere ich hier NICHT als Person - sondern als Mensch -, Christel mei gudsde!
Aber:
möglicherweise kennst du den Unterschied nicht...

Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 3. März 2019, 20:41

Holuwir hat geschrieben:
Freitag 1. März 2019, 10:31
Was veranlasst Christen, an Schöpfung zu glauben?
Dass wir es von den Juden übernommen, besser gesagt daran festgehalten haben, schrieb ich schon.
Aber weshalb?
Es zeigt die Beziehung zwischen Gott und Welt. Wie dies nach christlichem Verständnis aussieht, zeigt folgendes Lied sehr schön: (Katholisches Gesangbuch (Gotteslob) Nr. 464, Evangelisches Gesangbuch Nr. 409)
Gott liebt diese Welt (EG 409)
Veröffentlicht am 9. Januar 2013 von apanat

1 Gott liebt diese Welt, und wir sind sein eigen.
Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen:
Gott liebt diese Welt!

2 Gott liebt diese Welt. Er rief sie ins Leben.
Gott ist’s, der erhält, was er selbst gegeben.
Gott gehört die Welt!

3 Gott liebt diese Welt. Feuerschein und Wolke
und das heilge Zelt sagen seinem Volke:
Gott ist in der Welt!

4 Gott liebt diese Welt. Ihre Dunkelheiten
hat er selbst erhellt: im Zenit der Zeiten
kam sein Sohn zur Welt!

5 Gott liebt diese Welt. Durch des Sohnes Sterben
hat er uns bestellt zu des Reiches Erben.
Gott erneut die Welt!

6 Gott liebt diese Welt. In den Todesbanden
keine Macht ihn hält, Christus ist erstanden:
Leben für die Welt!

7 Gott liebt diese Welt. Er wird wiederkommen,
wann es ihm gefällt, nicht nur für die Frommen,
nein, für alle Welt!

8 Gott liebt diese Welt, und wir sind sein eigen.
Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen:
Gott liebt diese Welt!

Text und Melodie: Walter Schulz 1962/1970
https://kirchenliederblog.wordpress.com ... lt-eg-409/
Gesang
Gotteslobvideo (GL 464): Gott liebt diese Welt
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Sonntag 3. März 2019, 21:28

Hallo Christel,
meine Frage bezieht sich nicht auf die Existenz eines Gottes und nicht darauf, wie sich Christen das Verhältnis eines solchen Gottes zur Welt vorstellen. Deine Antwort geht also völlig an meiner Frage vorbei.
Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. März 2019, 20:41
Es zeigt die Beziehung zwischen Gott und Welt. Wie dies nach christlichem Verständnis aussieht, zeigt ...
Hier also nochmals meine Frage:
Was veranlasst Christen, an Schöpfung zu glauben?
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 4. März 2019, 20:41

Holuwir, Du fragtest nach dem Grund.
Ich nannte Dir die Gründe!

Nochmal:
1. Wir haben es vom Judentum übernommen. Trotz aller Loslösung vom Judentum sind das unsere Wurzeln. Wir können uns davon nicht trennen. Ansonsten entsteht etwas anderes, zumindest ist ohnedem das Neue Testament nicht voll und ganz verständlich.
2. Zentral für den christlichen Glauben ist das Gottesverständnis. Man kann aus der Trinität nicht einfach Gott den Vater, der als Schöpfer verstanden wird, herauslösen.
3. Wir glauben an einen an der Welt und den Menschen interessierten und wirkenden Gott. Man kann die gesamte Heilsgeschichte als Schöpfungswirken Gottes verstehen. – Das Lied sagt es sehr schön.
Du fragtest:
Holuwir hat geschrieben:
Sonntag 3. März 2019, 21:28
Was veranlasst Christen, an Schöpfung zu glauben?
Dann musst Du auch mit einer Antwort aus christlicher Sicht zufrieden sein.
Christen hoffen auf Gott und das heißt nicht zuletzt, sie hoffen auf Gottes heilbringendes Schöpfungswirken.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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