Videoüberwachung der Wilhelmstraße in Heiligenstadt

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niels
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Videoüberwachung der Wilhelmstraße in Heiligenstadt

Ungelesener Beitrag von niels » Freitag 21. März 2014, 11:30

Die Stadtverwaltung Heiligenstadt lässt künftig allen Ernstes die Wilhelmstraße Heiligenstadt mit stationären Infrarotkameras überwachen (lediglich die FDP sprach sich dagegen aus).

Das Persönlichkeitsrechte - vor allem wenn es sich um die Anderer handelt - im Eichsfeld traditionell kaum (Be)Achtung finden, ist mir nicht neu - ebensowenig wie der Fakt, das selbst die Einwände eines Landesdatenschutzbeauftragten als kaum mehr als heiße Luft hingenommen werden. Das aber ausgerechnet ein so kleines Kaff wie Heiligenstadt meint mit derart absolut unverhältnismäßigen Rechtsbeschränkungen Kriminalität bekämpfen zu müssen, erstaunt umso mehr als selbst größere Städte nicht auf die Idee kämen ihre Bürger videozuüberwachen.

Wenn Ladenbesitzer der Meinung sind, das ihr Geschäft nicht genug gegen Einbruch u.ä. geschützt sei, dann obliegt es ihnen selbst, auf IHREM Grund und Boden, Alarm- wie Ueberwachungstechnik anzuschaffen wie einzusetzen - selbstverständlich unter Beachtung der Rechte Dritter (wie zB ein Hinweis auf Videoüberwachung an der Eingangstür, damit Kunden sich zweimal überlegen können, ob sie den Laden betreten möchten).

Fast schon absehbar dürfte die sukzessive Ausweitung der Ueberwachung a la London werden - schließlich bietet Heiligenstadt ja noch eine Vielzahl bis dato nicht kameraüberwachter "Ecken" und wenn es um "die Staats-Sicherheit" wie um die Sicherheit der Kurgäste geht, haben sich alle anderen Individualinteressen der selbstgefälligen Obrigkeit unterzuordnen - schließlich hat doch eh niemand etwas zu verbergen, nich wahr?!? Allerdings frage ich mich auch, warum ausgerechnet ein ländliches, kleines Kaff a la HIG derart weitreichender als die meisten anderen (selbst wesentlich größeren) Orte von Kriminalität bedroht sein soll.

Das es nun gerade ehemalige DDR Bürger sind, die auf derlei Ideen kommen, lässt mich kopfschütteln - erinnere ich mich noch gut an die Kameras zur "Kriminalitätsbekämpfung" am Alexanderplatz in Berlin...

Blöd nur, wenn dann auch Kurgästen das Interesse an Erholung unter Kameraaufsicht vergehen sollte, denn zumindest außerhalb des Eichsfeldes soll es ja doch Leute geben, die sich in ihrem Urlaub ungern videoüberwachen lassen möchten...

Ein Grund mehr für mich um die Innenstadt Heiligenstadts künftig zu meiden wie ev. Einkäufe dort nicht mehr zu terminieren...

http://www.mdr.de/thueringen/nord-thuer ... dt100.html

http://www.thueringer-allgemeine.de/sta ... -563328819

http://www.tlz.de/startseite/detail/-/s ... 1383374724

http://eichsfeld.thueringer-allgemeine. ... -969796123

Es ist primär Aufgabe der Inhaber der betr. Unternehmen für deren Absicherung zu sorgen und niemand verbietet ihnen ihre eigenen Läden / Geschäfsträume videozuüberwachen. Hierzu aber öffentlichen Raum auszuspähen bzw. ausspähen zu lassen, geht schlichtweg (und das nicht nur, weil der Sicherheitsgewinn vornehmlich subjekiver Natur sein dürfte, denn jeder halbwegs findige Einbrecher rechnet damit videoaufgezeichnet zu werden bzw. das sein Kennzeichen ermittelt wird).

Demnach scheint Heiligenstadt ein kriminelleres Pflaster als z.B. Städte wie Göttingen, die gut und gern auf die Überwachung ihrer Bürger verzichten und deren Bürger sich keinesfalls "unsicherer" fühlen:
http://www.goettinger-tageblatt.de/Nach ... und-im-Bus

Das gern vorgebrachte Argument "wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten", ist Augenwischerei. JEDER Mensch, der sich wissens Videoüberwachung ausgesetzt sieht / weiß, wird sein persönliches Verhalten - bewusst oder unbewusst - entsprechend anpassen.

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Re: Videoüberwachung der Wilhelmstraße in Heiligenstadt

Ungelesener Beitrag von zustand » Freitag 8. August 2014, 15:05

Überwachungsstaat…Heiße das nicht gerade für gut, wenn ich ehrlich bin! Man ist schon transparent genug...
Erst denken, dann sprechen!

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