die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

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die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von niels » Donnerstag 19. April 2012, 15:21

Gern wird ja von Politikern wie gar nicht wenigen Deutschen behauptet vs. angenommen, das sich das Chistentum vom Islam vor allem darin unterschiede, das es - im Gegensatz zu diesen - "friedfertig" gegenüber Anders- bzw. "Ungläubigen" sei.

Begründet wird dies gern mit der "christlichen Lehre", die bekanntlich allein aus den Evangelien wie der "heiligen Schrift" besteht, wie auch der Islam sie hat und Koran nennt. Man wird nicht müde Koranverse herauszuzitieren um zu belegen, wie "gefährlich" bzw. "gewalttätig" denn der Islam gegenüber dem Christentum ideologisch - also in seiner Schrift - verankert sei.

Aus diesem Grunde habe ich einfach mal ein paar Schriftstellen aus den christlichen Evangelien und Schriften herausklamüsert, die in dem Kontext - so meine Meinung - immerhin Aufmerksamkeit verdienen:

Jesus Christus:
Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir!

da zuweilen gern behauptet wird, dies seien "unrichtige" Übersetzungen - hier eine Liste der Übersetzungen, wie Sie die Kirche über Jahrhunderte selbst in Verwendung hatte.
http://www.berndfreytag.de/WTG/texte/sc ... oc68923459

Jesus Christus:
„Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ [/i]
Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 34

Natürlich wird heute behauptet, das Schwert sei nur "symbolisch" gemeint - z.B. in Form von Worten - das aber wird heute im Islam ebenso verargumentiert.
und ff:

"35 Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36 und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. 38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig."

Natürlich, denn jeder Diktator erhebt absolutistischen Anspruch auf seine Herrschaft - sein Wohl über dem allen anderen. Derartiges hätte man gut in Stasi-Lehrbüchern lesen können, wenn auch in etwas modernerem Deutsch.

Die absolutistischen irrationalen Überzeugungssysteme, die wir heute niedlich "Religion" nennen, unterscheiden sich von anderen diktatorischen Ideen und Konzepten wie dem Nationalsozialismus oder der SED-Diktatur in keinem wesentlichen Punkt, auch wenn dies gern behauptet wird. Und natürlich wollten alle immer nur das Beste, zumindest "Bessere" für die Menschheit...

Heinrich5

Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Donnerstag 19. April 2012, 18:28

Man könnte jetzt sagen der Satz:
Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir!
stammt nicht von Jesus selber sondern Jesus erzählt hier ein "Gleichnis vom anvertauten Geld" Er zitiert hier einen Mann von vornehmer Herkunft der dies sagte. Lukas 19.11 bis 19.27.
Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!

Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 34 hat er "angeblich" allerdings selber gesagt bzw. ist ihm vom Schreiberling dieses Evangeliums in den Mund gelegt worden.

Das alles unterscheidet sich in allem wesentlich von dem was Jesus angeblich in der Bergpredigt gesagt haben soll. Es ist das genaue Gegenteil. Für mich ist das ein Beweis dafür, dass in den Evangelien Jesus selber nicht spricht sondern die Evangeliums-Schreiberlinge hier dichten und ihm Worte in den Mund legen, welche er nie gesagt hat., jeder so, wie er es für richtig hält. Deshalb gibt es auch die unterschiedlichen Aussagen in den verschiedenen Evangelien. Es ist eben nicht Gottes-Wort sondern Menschen-Wort.
Ob Jesus in nur einem Evangelium auch nur einmal richtig zitiert wird ist nicht erwiesen und darf getrost bezweifelt werden. Es ist alles nur Erfindung.

Für das Christentum ist es dennoch die Richtschnur für ihr unseliges Handeln und darin unterscheiden sie sich nur wenig vom Islam mit seinen Koran-Aussagen. Den Koran hat ja auch nicht Allah vom Himmel fallen lassen wie sie behaupten und wurde noch nicht einmal von Mohammed selber geschrieben.

Christel
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Christel » Donnerstag 19. April 2012, 22:13

niels hat geschrieben:Aus diesem Grunde habe ich einfach mal ein paar Schriftstellen aus den christlichen Evangelien und Schriften herausklamüsert, die in dem Kontext - so meine Meinung - immerhin Aufmerksamkeit verdienen:
"Kontext", ja "Kontext" ist ein wichtiges Wort.

Jeder, der Texte aus dem Kontext, das heißt aus ihrem Sinnzusammenhang herausrausreißt, besonders in der Absicht um andere zu diskreditieren, der diskreditiert sich selbst.
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Heinrich5

Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Heinrich5 » Samstag 21. April 2012, 22:15

Was ist eigentlich der "Sinnzusammenhang" des Neuen Testamentes im Ganzen gesehen?
Ob man nun die angebliche "wörtliche" Rede Jesus nimmt oder das was er in Gleichnissen zum Ausdruck bringt, es passt offensichtlich nicht mehr in unsere Zeit.
Es ist überholt, antiquiert, so wie auch der Islam das ist.

Christel
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 22. April 2012, 21:08

Heinrich5 hat geschrieben:Was ist eigentlich der "Sinnzusammenhang" des Neuen Testamentes im Ganzen gesehen?
Wenn Du es nicht erfassen kannst, kannst Du es auch nicht richtig beurteilen.

Aber darum geht es nicht allein:
Eure Kritik zeigt, dass die einzelnen Texte innerhalb der Schrift nicht verstanden wurden.
Allerdings in diesem Zusammenhang ist noch nicht mal das wichtig.

Es ist nicht wichtig, wie irgendjemand Koran oder Bibel interpretiert. Ausschlaggebend allein ist, wie Muslime, Juden oder Christen ihren eigenen Glauben selbst verstehen.

Übrigens, Ursache von Konflikten sind nicht selten Feindbilder. Also Anschauungen die besagen, andere seinen nicht friedfertig…
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 23. April 2012, 20:54

Was ist denn bitteschön falsch an meinen Zitaten?

Die Auslegungen der Schriften selbst sind prinzipbedingt immer willkürlich, solange man sich nicht am Wortlaut entlang bewegt. Natürlich kann jeder behaupten, die Schreiber hätten ja etwas ganz anderes gemeint als gesagt - nur auf welcher Basis tun sie das? Mit welcher Legitimation?

Nur weil man von sich behauptet besser zu wissen als andere, was denn eigentlich gemeint sei, ist dies noch lange nicht richtig bzw. begründet dies irgend einen Anspruch auf Richtigkeit.

Tatsache aber ist, das entsprechende Schriftstellen aus dem Koran selbst von Politikern wie vielfältigsten Vertretern politisch engagierter christlicher Verbände / Gruppierungen in Deutschland lautstark und allen Ernstes dafür herangezogen wird um zu "belegen" das die christliche Lehre bzw. das Christentum (je nach Sichtweise) im Gegensatz zum Islam "friedliebender" seien bzw. auf Gewaltfreiheit basiere, weshalb dem Christentum in Deutschland andere Privilegien oder auch nur politische Aufmerksamkeit gewährt werden müsse als dem Islam.

Tatsächlich aber haben beide Lehren signifikante inhaltliche Punkte, die so weder mit dem Grundgesetz konsequent "kompatibel" sind noch fern von jedweder Gewalt, gleich ob physisch oder psychisch.

Wenn ausschlaggebend ist, wie bestimmte Menschen eine bestimmte Lehre bzw. deren Schrift verstehen, dann hat die Lehre selbst ja wenig mit dem zu tun, was die Leute draus machen, was ergo dazu führt, das die Lehre selbst keinerlei Sonderstellung genießen kann oder braucht, egal ob sich Menschen gerade deshalb gerade mal nicht gegenseitig totmachen oder ob gerade deshalb. Wenn es nicht DIE Lehre gibt, dann gibt es KEINE Lehre, die man über andere stellen kann - es sei denn sie kann sich auf rationale Kausalität berufen, und das auch nur in dem Umfang ihrer rationalen Kausalität, denn als Menschen haben wir keine andere Option, keine andere Möglichkeit um möglichst objektiv wahre Aussagen über etwas treffen zu können als die Prinzipien der Erkenntniswie z.B. die Überprüfbarkeit von Behauptungen über den Erfahrungsschatz. Alle anderen Behauptungen sind zwangsweise willkürlich und führen weder zu Erkenntnis noch zu Wissen. Den von der Amtskirche missbrauchten Begriff der "Wahrheit" will ich erst gar nicht einbringen.

M.E. lassen obige Zitate auch nicht wirklich viel Raum für Interpretationen in eine "friedliebende" bzw. "gewaltfreie" Interpretation, selbst mit Rücksicht auf den Kontext der Zeit, in der diese entstanden oder die Schreiber, die diese schrieben.

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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Liborius » Mittwoch 25. April 2012, 08:20

Nicht an Zitaten, sondern an Taten sollte man die Gewaltbereitschaft der Menschen festmachen.
Aus der Geschichte wissen wir, wenn sich Autoritarismus und Christentum verbünden, entsteht eine gewaltförmige Variation. Dasselbe kann aber mit jeder Religion, und was meist von Agnostikern und Atheisten übersehen wird, mit jeder Weltanschauung passieren.
Der Atheismus Stalins stand dem islamistischen Terror an Vernichtungskraft in keiner Weise nach. Vom Nationalsozialismus, der Gott als Rechtfertigung seiner Untaten missbrauchte; ganz zu schweigen. Die Trennlinien laufen also nicht zwischen den Weltanschauungen und Religionen – als ob Atheisten gewaltfrei, Gläubige aber gewalttätig seien, sondern quer durch diese hindurch. Friedliebende Atheisten und Christen hier stehen gewaltbereiten Atheisten und Christen dort gegenüber. Johannes Paul II. hatte daher bahnbrechend gehandelt, als er die verschiedenen Religionen zum gemeinsamen Friedensgebet – erstmals in Assisi – eingeladen hat. Dem könnten sich Atheisten und Agnostiker als „Menschen guten Willens“ (Johannes XXIII.) im Rahmen ihrer Möglichkeiten zugesellen, statt die Gewaltneigung unter Gleichgesinnten zu übersehen diese dem Christentum als solchem vorzuwerfen.

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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Knallköpfchen » Mittwoch 25. April 2012, 08:24

Niels, das sehe ich genau so.
Man muss ja auch mal sehen, dass die eigentliche Bibel uralt ist und schon mehrfach übersetzt wurde.
Wenn man bedenkt wie schwammig es derzeit in der heutigen Sprache ist Teile darin zu übersetzten muss man sich auch nicht wundern das selbst innerhalb des Christentums viele unterschiedliche Glaubensrichtungen bestehen. Es ist ja auch hier fast schon so das innerhalb des Christentums dahingehend kleine Kriege zelebriert werden.

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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 29. April 2012, 14:58

niels hat geschrieben:Die Auslegungen der Schriften selbst sind prinzipbedingt immer willkürlich, solange man sich nicht am Wortlaut entlang bewegt. Natürlich kann jeder behaupten, die Schreiber hätten ja etwas ganz anderes gemeint als gesagt - nur auf welcher Basis tun sie das? Mit welcher Legitimation?
Nur weil man von sich behauptet besser zu wissen als andere, was denn eigentlich gemeint sei, ist dies noch lange nicht richtig bzw. begründet dies irgend einen Anspruch auf Richtigkeit.
Damit erübrigt sich nicht nur die Beantwortung Deiner Frage „Was ist denn bitteschön falsch an meinen Zitaten?“, Du führst Deine Eingangsthese „die irrige Idee des friedliebendes Christentums...“ selbst absurdem. Auch Deine Interpretation kann nämlich keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben. Noch entscheidender ist, Dir fehlt jegliche Legitimation für das Christentum zu sprechen. Die Christen haben ihre eigenen Interpretationen der Hl. Schrift. Diese unterscheiden sich von der Deinen.

Nur was jemand selbst glaubt und für richtig hält, hat Konsequenzen für sein Handeln.
Einzig entscheidend ist daher, wie die Christen selbst die Bibel auslegen.


Es ist auch ein Irrtum zu glauben, das Christentum beruhe, wie es Martin Luther vor ca. 500 Jahren formulierte, allein auf der Hl. Schrift („sola scriptura“). In Folge spaltete sich zwar der Protestantismus sofort in viele Richtungen… Genaugenommen löste sich die ev.-luth. Kirche jedoch nie ganz aus der Tradition. Hinzu kamen eigene Traditionen. (Daher ist Ökumene und Einigkeit möglich.) Natürlich bilden sich ständig neue christliche Gruppen…

Für die kath. Kirche gilt bis heute „Hl. Schrift + Tradition“, wobei die Bibel selbst ein Produkt und somit Teil ihrer Tradition ist. Das AT ist dabei die „Wurzel“, die von den Juden übernommen wurde. Diese wird im NT durch die Person Jesus Christus neu interpretiert. Das Wesentliche für Christen steht im NT.

Auch im Judentum gab es nie die „Schrift allein“. Sie wurde immer durch eine Interpretationstradition ausgelegt. Auch hier gilt die Tradition und nicht die individuelle Willkür. Wie die Thora (fünf Bücher Mose unserer Bibel) im Alltag und in der Praxis umgesetzt wird, steht im Talmud.
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von niels » Sonntag 29. April 2012, 16:18

Doch, kann Sie, da sie sich schlichtweg am Wortlaut entlang bewegt.

Natürlich kann man auch die linguistisch näheste Interpretation verwerfen, dann aber muss man das gesamte Schriftwerk als solches verwerfen, denn wenn nicht das Wort selbst, was sonst sollte Legitimation der Interpretation geniessen können?

Wenn jemand sagt: Ich schlage Dich tot, wenn Du nicht gehorchst! Dann war und ist dies eine recht klare, eindeutige Aussage, es sei denn man misst ihr den Status eines Witzes oder Belanglosigkeit zu oder behauptet, das der Betreffende nicht geistesgegewärtig war.

Oder etwa nicht?

btw.
ICH bin nicht derjenige, der aus diesen Schriften gesellschaftliche, staatliche Privilegien abzuleiten sucht, deren Legitimation, wie alle Privilegien in einem Rechtsstaat, mit Belegen fundiert werden
müssen und behaupte auch nicht, das die daraus erwachsende "Idee" des Christentums "friedliebend" sei oder gar "friedliebender" als jede andere willkürliche Behauptung.

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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 29. April 2012, 20:59

niels hat geschrieben:Doch, kann Sie, da sie sich schlichtweg am Wortlaut entlang bewegt.
So interpretieren auch die Zeugen Jehovas, die Mormonen, die Adventisten… die Bibel. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Komischerweise kommen sie bei ihren Interpretationen alle zu unterschiedlichen Ergebnissen, obwohl sie sich entlang des Wortlauts bewegen. - Du verlängerst mit Deiner Interpretation diese Liste lediglich. Von diesen Gruppen ist nämlich noch niemand auf Deine spezielle Interpretation gekommen, obwohl sie sich entlang des Wortlauts bewegen. (Es ist kein Problem der Übersetzung.)

Nehmen wir ein Beispiel: Zeugen Jehovas lehnen die Bluttransfusion ab. Sie berufen sich dabei auf die Bibel u.a. auf Apostelgeschichte 15,28 f. Dort steht wörtlich: „Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!“ (Einheitsübersetzung)

Ich glaube, es gibt keine andere Gruppe, die den Zeugen Jehovas in ihrer Interpretation folgt. Zeugen Jehovas halten natürlich ihre Interpretation für richtig, manche gaben ihr Leben dafür.

Als Katholikin spende ich Blut und hoffe Blut zu erhalten, falls ich es mal benötigen sollte. Ich halte die Interpretation der Zeugen Jehovas für falsch, obwohl diese sich tatsächlich auf den Wortlaut berufen können.
Es ist realitätsferner Nonsens zu behaupten, das biblische Blutverbot führt dazu, dass alle Christen die Bluttransfusion ablehnen. Noch nicht mal Juden tun dies. Ich hatte mal einen danach gefragt. Er sah mich an als wäre ich nicht ganz dicht und sagte: „Na hörn ’se mal, wenn es gilt ein Leben zu retten, dann ist alles erlaubt!“ Offensichtlich gibt es noch andere Kriterien zum Verständnis der Schrift.

Genauso realitätsfern ist es, wenn Du Dir eine beliebige Wortgruppe herausgreifst und behauptest, genau nach diesem Wortlaut würden sich die Christen richten.
Es gibt eben doch einen Unterschied zwischen Buchstabe und Geist: „Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“ (2.Kor 3,6)
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 29. April 2012, 22:27

Nachtrag:
Niels, Du brachtest mehrere aus dem Zusammenhang gerissene Textstellen. Es lohnt sich in der Regel immer solche „Beweise“ im Kontext nachzulesen, ob sie nun der Bibel oder einer anderen Quelle entnommen sind. Öfter als man denkt, wird man feststellen, was da angeblich so gut belegt ist, stimmt nicht.
niels hat geschrieben:Jesus Christus:
Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir!
Jesus sagt dies in Lk 19,27 „Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!“ (Einheitsübersetzung)

Wenn das eine Anweisung war, müsste in den folgenden fünf Kapiteln des Lukasevangeliums irgendwo die Durchführung folgen. Da kommt aber nichts.
Tatsächlich folgt dieser Text Lk 22,49-52:
Als seine Begleiter merkten, was (ihm) drohte, fragten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. Jesus aber sagte: Hört auf damit! Und er berührte das Ohr und heilte den Mann. Zu den Hohenpriestern aber, den Hauptleuten der Tempelwache und den Ältesten, die vor ihm standen, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen.
Jesus verhindert, dass seine Feinde mit den Schwert bekämpft werden. Den Diener seines Feindes heilt er.

Dein Zitat ist keine Aufforderung, sondern Teil eines Gleichnisses. Wie es ausgelegt werden kann, zeigt dieser LinK: http://www.vom-lektorat-zum-buch.de/blog/talente.php
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von niels » Montag 7. Mai 2012, 12:00

Niels, Du brachtest mehrere aus dem Zusammenhang gerissene Textstellen.
Ach? Tut das dann nicht jeder, der aus der Bibel zitiert?

Wenn das eine Anweisung war, müsste in den folgenden fünf Kapiteln des Lukasevangeliums irgendwo die Durchführung folgen. Da kommt aber nichts.
Wie kommst Du auf solch ein schmales Brett? Es ist keine Aussage, weil er sie nicht wiederholt oder konkretisiert?
Jesus verhindert, dass seine Feinde mit den Schwert bekämpft werden. Den Diener seines Feindes heilt er.
Konkret geht es um einen 8!) Hohepriester mit seinem Gefolge - also nicht um "seine Feinde" im Sinne von "alle seine Feinde"...

Wofür es gleich mehrere Erklärungen gäbe:

1.) Jesus ist schizophren

2.) Er hatte persönliche, nicht näher dargelegte Gründe den Hohepriester bzw. seine Gefolgschaft derart zu behandeln - z.B:
* Hohepriester waren einflussreiche Leute und religiöse - er wollte es sich mit diesen nicht verschwerzen oder sie gewinnen
* Zauberei galt als Urbeweis der Übernatürlichkeit einer Person wie ihrer "Fähigkeiten" - er wollte so z.B. seine Macht demonstrieren

2.) Jesus erzählte beliebigen, sich stetig widersprechenden Unsinn

Egel wie man es auch in dem Kontext dreht und wendet - seine Handlung folgte willkürlichen Prinzipien, die die Aussage / "Anweisung" keineswegs aufzuheben in der Lage wären, ohne sich hierbei kräftig in Widersprüche verstricken zu müssen bzw. behaupten zu müssen, das er mindestens einmal die Unwahrheit gesagt hat (bzw. die Schriften unwahr zitieren).

Wenn Du sagst, Christel: "es kommt darauf an, was man daraus macht", dann habe ich eine interessante Arbeit (heise.de), die zB einige Einblicke in die Radikalität bereits des frühen Christentums, welches sich bereits damals weit von der postulierten "Friedfertigkeit" verabschiedet hatte und obige "Anweisung" gleich vielfach und umfassend zur Durchführung brachte, sich erstaunlich konkret und eindeutig mit ebendieser Anweisung deckt.

* viewtopic.php?f=10&t=2213
* http://www.heise.de/tp/artikel/36/36880 ... rom-mobi=1

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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von niels » Sonntag 3. Juni 2012, 12:50

Wenn das eine Anweisung war, müsste in den folgenden fünf Kapiteln des Lukasevangeliums irgendwo die Durchführung folgen. Da kommt aber nichts.
Dafür aber an anderer Stelle in der "heiligen Schrift":

“Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.”, Mt 10,34-39

Lk 12:49-53
Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen. (...) Meint ihr ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden sondern Spaltung. (...)


Lk 22:35-38
Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich Schwert kaufen.

Lk 14:26
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwester ja sogar sein Leben haßt, dann kann er nicht mein Jünger sein.

Allem Anschein nach war Jesus einer deren vieler jungen "Aufmüpfigen" gegen ihre Zeit und Generation, was ich nicht für verwerflich halte - aber auch nichts Besonderes, da zu allen Zeiten ein verbreitetes Phänomen...


Steinigung als Strafe für Gotteslästerung
"Wer des Herrn Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben." Lev 24,6


Steinigung im Auftrag des Herrn

"Nachdem Mose so zu den Israeliten gesprochen hatte, führten sie den, der den Fluch ausgesprochen hatte, aus dem Lager hinaus und steinigten ihn. So erfüllten sie was der Herr dem Mose aufgetragen hatte." Lev 24,23

Mord als Strafe für Verführung zu anderen Religionen
"... so willige nicht ein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge ihn nicht schonen, und du sollst dich seiner nicht erbarmen und seine Schuld nicht verheimlichen, sondern sollst ihn zum Tode bringen. Deine Hand soll die erste wider ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volks. Man soll ihn zu Tode steinigen, denn er hat dich abbringen wollen von dem Herrn, deinem Gott, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat, auf daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte und man nicht mehr solch Böses tue unter euch." Dtn 13,9-11

...und auch das eigene Kind umbringen, wenn das nicht glauben will
Vater und Mutter sollen "zu den Ältesten der Stadt sagen: »Unser Sohn hier ist störrisch und widerspenstig, er hört nicht auf unsere Stimme, er ist ein Verschwender und Trinker.« Dann sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen und er soll sterben." Dtn 21,21

Steinigung für voreheliche Sexualität oder der Opfer von Vergewaltigungen
"Wenn der Vorwurf aber zutrifft, wenn sich keine Beweisstücke für die Unberührtheit des Mädchens beibringen lassen, 21 soll man das Mädchen hinausführen und vor die Tür ihres Vaterhauses bringen. Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben; denn sie hat eine Schandtat in Israel begangen, indem sie in ihrem Vaterhaus Unzucht trieb. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen." Dtn 22,20-21

"Wenn ein unberührtes Mädchen mit einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann ihr in der Stadt begegnet und sich mit ihr hinlegt, 24 dann sollt ihr beide zum Tor dieser Stadt führen. Ihr sollt sie steinigen und sie sollen sterben, das Mädchen, weil es in der Stadt nicht um Hilfe geschrien hat, und der Mann, weil er sich die Frau eines andern gefügig gemacht hat. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen." Dtn 22,23-24

“Wohl dem, der deine Kinder packt
und sie am Felsen zerschmettert!“ Ps 137,8-9

Inzwischen gehen Christen wie Muslime aber zur Praxis anderer Tötungsformen über - insbesondere durch Erhängen.

Zwar wird gern behauptet, das Jesus (vornehmlich im neuen Testament) die alttestamentarische Gewalttätigkeit verabscheut bzw. für deren "Abschaffung" eintritt, das aber ist eine weitgehend widersprüchliche Auslegung, da die angeblichen Aussagen Jesus' im neuen Testament selbst hierzu im Widerspruch stehen oder nur sehr eingeschränkt als Abkehr von der religiösen Gewalt gedeutet werden können.

Jesus: “Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.”, Mt 10,34

Darum - so spricht Gott, der Herr: Wie ich das Holz des Weinstocks, das zwischen den Bäumen des Waldes heranwuchs, dem Feuer zum Fraß übergab, so behandle ich auch die, die in Jerusalem wohnen. Wenn ich meinen Blick auf sie richte, dann wird sie, auch wenn sie dem Feuer entkommen, das Feuer verzehren. Ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meinen Blick auf sie richte. Ich mache das Land zur Wüste; denn sie haben die Treue gebrochen - Spruch Gottes, des Herrn. Hesekiel 15,6-8

achja - Atheisten sind immer schelchte Menschen:
“Die Toren sagen in ihrem Herzen: «Es gibt keinen Gott.» Sie handeln verwerflich und schnöde; da ist keiner, der Gutes tut.” Psalm 14,1

Gott befiehlt den Genozid und stellt weitere Verbote auf
2 wenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen
3 und dich nicht mit ihnen verschwägern. Deine Tochter gib nicht seinem Sohn und nimm seine Tochter nicht für deinen Sohn! 5.Mose = Deuteronomium 7, 2-3

“Wer seinen Sohn liebt, hält den Stock für ihn bereit, damit er später Freude erleben kann.” Jesus Sirach 30,1
“Wer seinen Sohn in Zucht hält, wird Freude an ihm haben und kann sich bei Bekannten seiner rühmen.” Jesus Sirach 30,2

Erkenntnisssuche als Erbsünde
Gott gebot: "vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen, denn sobald du davon isst, wirst du sterben", Gen 2,17

Auch im Römerbrief ruft Paulus für die Gottlosen, Ungerechten und Homosexuellen Gottes Zorn herbei. Die Hasstirade gipfelt in: "Wer so handelt verdient den Tod" Römer 1,32.

Gebot des Duckmäusertums vor der Diktatur
1 Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet.
2 Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen. Römer 13,1-2

Verdammnis für alle nicht Getauften: Markus 16, 16-17
"Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden."

Befehle zum Genozid
7 Und sie führten das Heer wider die Midianiter, wie der Herr dem Mose geboten hatte, und erwürgten alles, was männlich war. [...]
9 Und die Kinder Israel nahmen gefangen die Weiber der der Midianiter und ihre Kinder; all ihr Vieh, alle ihre Habe und alle ihre Güter raubten sie,
10 und verbrannten mit Feuer alle ihre Städte ihrer Wohnung und alle Zeltdörfer. [...]
15 Warum habt ihr die Weiber leben lassen? [...]
17 So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind;
18 aber alle Mädchen, die unberührt sind, die laßt für euch leben. – 4. Mos 31,7-18

...aber uch interessant im Kontext "Homosexualität" und Kirche:

"Jegliches Fleisch liebt seine eigene Art; so soll auch ein Mann sich gesellen zu seinesgleichen"
Jes.Sir. 13,20

Aufforderung zur Lynchjustiz
"Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns gehen, und anderen Göttern dienen! ... so willige nicht darein, und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge seiner nicht schonen, und sollst dich seiner nicht erbarmen, noch ihn verbergen, sondern sollst ihn erwürgen. Deine Hand soll die erste über ihm sein, daß man ihn töte, und darnach die Hand des ganzen Volks. Man soll ihn zu Tode steinigen ..." 5 Moses 13, 7-11
http://www.barge-sabz.de/index-Dateien/Page11834.htm

Inzwischen fordern gerade - aber auch nicht - evangelikale Christen in den USA die Einführung der Todesstrafe für:

- Ehebruch (also Scheidung oder ausserehelichen Geschlechtsverkehr)
- homosexuelle Lebensgemeinschaften oder auch homosexuelle Kontakte

Aber auch sonst ist die Idee, das Christentum sei Wertebasis für unsere Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und das Prinzip der Menschenwürde ist eine plumpe Lüge. Jesus selbst war jehzornig und gewalttätig.

Der jähzornige Verflucher
“Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger. Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand an dem Baum nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen.” Mk 11, 12-14

Und später heißt es ergänzend:
“Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: »Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.«” Mk 11, 20-21

Jesus der Randalierer
“Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um 16 und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug.” Mk 11, 15-16

Christel
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Re: die irrige Idee des friedliebendes Christentums...

Ungelesener Beitrag von Christel » Mittwoch 27. Juni 2012, 17:32

Wenn man genügend Zitate aus den Zusammenhang reißt, kann man mit der Bibel alles Mögliche behaupten.
Man könnte auch behaupten, die Bibel wäre ein atheistisches Buch, denn sie sagt, es gibt keinen Gott:

Es gibt keinen Gott. Ps 10,4
Es gibt keinen Gott. Ps 14,4
Es gibt keinen Gott. Ps 53,2
Es gibt keinen Gott. Sir 36,5
gibt es keinen Gott Jes 44,6
gibt es keinen Gott Jes 45,5
Es gibt keinen Gott Jes 45,21
Es gibt keinen Retter Hos 13,4
es gibt keinen Verständigen, keinen, der Gott sucht. Röm 3,11
dass es keine Götzen gibt in der Welt und keinen Gott 1 Kor 8,4

Glauben Christen nun an Gott oder nicht? In der Bibel steht, es gibt keinen Gott, folglich sind Christen Atheisten. :mrgreen:
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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