Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Diskussionen rund um Glaubensfragen

Moderatoren: niels, Kirche und Religionen

Forumsregeln
Glaube und Religion im Eichsfeld Wiki:
Religion im Eichsfeld
Kategorie: Religion im Eichsfeld
Kirchen im Eichsfeld
Christel
Senior- Mitglied
Beiträge: 3225
Registriert: Montag 22. Mai 2006, 19:55
PLZ: 99734

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 22. Juli 2018, 10:53

Holuwir hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 18:29
Ich habe nicht von der Entstehung von Religion, sondern von der Entstehung einer Gottesvorstellung gesprochen.
Holuwir hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 18:29
Religion und Glauben an einen Gott sind nicht dasselbe.
Alles richtig!

– Dennoch, hätte ich es geschrieben, dann hättest Du diese Antwort ganz bestimmt als Haarspalterei, Wortklauberei und wie Du es fast immer tust, als rhetorischen Trick bezeichnet. –

Religion und der Glaube an einen Gott sind nicht zu trennen!

Daher skizzierte ich die Entwicklung des Gottesglaubens innerhalb der Religionsentwicklung . Siehe mein Beitrag (So 08 Jul, 2018 15:44) , dort schrieb u.a.:
Christel hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 16:44
Das Judentum entstand in einem Prozess der Herauslösung aus der Welt, der sie umgebenden Religionen. Erst die Erfahrung des Babylonischen Exils und der daraus resultierenden Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den „babylonischen Göttern“ führte zu den Schöpfungsvorstellungen / Gottesvorstellungen über die wir diskutieren. Diese sind erst 2500 Jahre alt.
Damit zeigte ich, dass diese Aussage von Dir falsch ist:
Holuwir hat geschrieben:
Samstag 7. Juli 2018, 14:24
Während die Vorstellungen über Gott (griech.: theós) ursprünglich nur dazu gedacht waren, die Entstehung der Welt zu erklären
Deshalb ist auch diese Aussage von Dir falsch:
Holuwir hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 18:29
Statt nun deine Alternativen vorzustellen, wie die Menschen auf die Idee kamen, einen (Schöpfer-)Gott anzunehmen, sagst du dazu gar nichts.
Denn ich nannte die Alternative!
Ich schrieb, dass es letztlich die Erfahrung der Juden im Babylonischen Exil war. Es war die Auseinandersetzung mit anderen Gottesvorstelllungen, anderen Religionen und nicht ein Grübeln darüber wie die Welt entstanden sein könnte.

Es ist überhaupt interessant, dass die Menschen davon ausgingen, dass die Welt entstanden ist und nicht, dass sie immer war.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Christel
Senior- Mitglied
Beiträge: 3225
Registriert: Montag 22. Mai 2006, 19:55
PLZ: 99734

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 22. Juli 2018, 11:32

Christel hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 16:44
Das Judentum entstand in einem Prozess der Herauslösung aus der Welt, der sie umgebenden Religionen. Erst die Erfahrung des Babylonischen Exils und der daraus resultierenden Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den „babylonischen Göttern“ führte zu den Schöpfungsvorstellungen / Gottesvorstellungen über die wir diskutieren. Diese sind erst 2500 Jahre alt.
Wie gesagt, diese Erfahrung ist 2500 Jahre alt. Über diese Gottesvorstellung sollten wir diskutieren.

Holuwir beschreibt eine andere Gottes- und Schöpfungsvorstellung, eine Vorstellung, die etwa 100 Jahre jung ist.

Das ist einerseits nachzuvollziehen, denn als ehemaliger Zeuge Jehovas ist er von diesen Vorstellungen geprägt. Verstärkt wurde dies durch jahrelange Diskussionen in anderen Foren, in denen „Evolutionstheorie versus Schöpfungsglauben“ standen.

Meine Zwischenrufe, dass dies nicht zielführend ist, blieben von beiden Seiten (Atheisten/Gläubigen) ungehört.

Und so dreht sich das „Hamsterrad“ immer weiter… :cry:

-------
PS: Auch das ist Schöpfung :)
https://www.youtube.com/watch?v=xDkhF72F99U
https://www.youtube.com/watch?v=4-mx-6vwGfY
https://www.youtube.com/watch?v=kVV01ssCsds
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Holuwir
Senior- Mitglied
Beiträge: 284
Registriert: Dienstag 30. August 2016, 09:42
PLZ: 89165

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Montag 23. Juli 2018, 20:38

Christel hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 10:53
Deshalb ist auch diese Aussage von Dir falsch:
Holuwir hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 18:29
Statt nun deine Alternativen vorzustellen, wie die Menschen auf die Idee kamen, einen (Schöpfer-)Gott anzunehmen, sagst du dazu gar nichts.
Denn ich nannte die Alternative!
Ich schrieb, dass es letztlich die Erfahrung der Juden im Babylonischen Exil war. Es war die Auseinandersetzung mit anderen Gottesvorstelllungen, anderen Religionen und nicht ein Grübeln darüber wie die Welt entstanden sein könnte.
Ist das etwa eine Alternative? Es ist doch völliger Unsinn, dass die Juden erst in babylonischer Gefangenschaft auf die Idee gekommen wären, es könne einen Gott geben. Weißt du eigentlich noch, was du von dir gibst? Was ist das nur für eine Pseudo-Diskussion!

Und selbst wenn es stimmte, dass bis dato nur nichtjüdische Gottesvorstellungen existierten, auch diese müssen einmal entstanden sein. Was war der Auslöser dafür? Dazu sagst du nichts, nichts. Nur wenn ich sage, dass die Menschen einen Gott annahmen, weil sie sich anders die Entstehung der Welt nicht vorstellen konnten, dann ist das "falsch". Und wenn ich dann frage, was denn nun richtig sei, dann ist das eine unzulässige Frage, die rein fundamentalistischem Denken entspringt, was mir bei den Zeugen Jehovas eingebleut worden ist. Dabei hast du selbst stolz den Paulus zitiert, der genau die Erschaffung der Welt als Beweis für die Existenz Gottes anführte. Über diese inneren Widersprüche gehst du einfach hinweg.

Nein, es macht wirklich keinen Sinn, wenn ich hier weiterschreibe. Ich schaffe es einfach nicht, mich in diesem Umfeld auf sachliche Gedankengänge zu konzentrieren und zu beschränken. Diese Art von Auseinandersetzung, die ich hier erlebe, ist mir zutiefst zuwieder.

Ich verweise nochmals auf den schon früher vorgestellten Aufsatz, "Schöpfung - oder wie es wirklich war" an dem auch ich mitgewirkt habe. Er enthält viele interessante Aspekte zu dem hier angeschnittenem Themenkreis. Sollte einer der stillen Mitleser Fragen an mich haben oder mir etwas mitteilen wollen, bin ich gern bereit, darauf zu antworten. Ansonsten soll dies mein letzter Beitrag hier gewesen sein. Ich verabschiede mich aus dem Forum und bedanke mich bei allen Lesern meiner Zeilen für das Interesse. :)
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

Christel
Senior- Mitglied
Beiträge: 3225
Registriert: Montag 22. Mai 2006, 19:55
PLZ: 99734

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 23. Juli 2018, 22:31

Stopp Holuwir!
Weshalb regst Du Dich auf?

In Deiner Aufregung bringst Du einiges durcheinander:
Holuwir hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 20:38
Es ist doch völliger Unsinn, dass die Juden erst in babylonischer Gefangenschaft auf die Idee gekommen wären, es könne einen Gott geben.
Das hatte ich nicht behauptet!
Ist Dir nicht klar, dass die jüdischen Gottesvorstellungen erst allmählich entstanden? Es war ein langer Weg vom Gott unserer Väter hin zum einzigen Gott, zum Monotheismus.

Das hatte ich klar herausgestellt und diesen Punkt zweimal wiederholt. Jetzt zum dritten Mal:
Christel hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 16:44
Das Judentum entstand in einem Prozess der Herauslösung aus der Welt, der sie umgebenden Religionen. Erst die Erfahrung des Babylonischen Exils und der daraus resultierenden Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den „babylonischen Göttern“ führte zu den Schöpfungsvorstellungen / Gottesvorstellungen über die wir diskutieren. Diese sind erst 2500 Jahre alt.
Ist das so unverständlich?

Entschuldige, der Streit ob Evolution oder Schöpfung richtig ist, hat eine fundamentalistische Basis. Und ihr Ex-Zeugen (gerade auch Du) diskutiert darüber seit Jahren in verschiedenen Foren. Dass Du und viele dieser Leute sich Schöpfung nur als „Lücke“ in der Wissenschaft vorstellen können, ist auch korrekt. Du hast das Hier mehr als deutlich gemacht.

Alles richtig, was ich schrieb. Was soll Deine Aufregung und völlig absurde, unsachliche Kritik?

PS:
Ist es nicht etwas schizophren, wenn Du Dich darüber aufregst, dass ich Deine Vergangenheit bei den Zeugen Jehovas erwähne, aber gleichzeitig Deine Auseinandersetzung mit einem Wachtturmartikel hier einstellst?
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Christel
Senior- Mitglied
Beiträge: 3225
Registriert: Montag 22. Mai 2006, 19:55
PLZ: 99734

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Montag 23. Juli 2018, 23:04

Anstatt zu behaupten, ich hätte ungenügend beschrieben wie Gottesvorstellungen entstanden, empfehle ich, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ich schrieb. Ich verweise noch einmal auf meinen Beitrag von Christel vom So 08 Jul, 2018 15:44 hin:
Christel hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 16:44
Religion entstand folglich nicht aus einer theoretischen Betrachtung, sondern aus dem Alltag der Menschen, dem Kult. Denke ich an das Leben von „Naturvölkern“ erscheint mir das logisch. Zwar gibt es in den Kulturen zahlreiche Schöpfungsmythen, aber sie sind Bestandteil, nicht Ausgangspunkt der religiösen Vorstellungen.

Das Judentum entstand in einem Prozess der Herauslösung aus der Welt, der sie umgebenden Religionen. Erst die Erfahrung des Babylonischen Exils und der daraus resultierenden Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den „babylonischen Göttern“ führte zu den Schöpfungsvorstellungen / Gottesvorstellungen über die wir diskutieren. Diese sind erst 2500 Jahre alt.
Nicht aus theoretischen Überlegungen entstanden Gottesvorstellungen, sondern aus dem Alltag. Die Natur und die Welt wurden als lebendig angesehen und göttlich. Die Gestirne wurden als Götter verehrt.
Das Judentum nahm, wie bereits erwähnt eine deutliche Trennung zwischen Gott und Welt vor. Dennoch wurde, so denke ich, die Welt weiterhin als lebendig wahrgenommen und Gottes Geist darin gegenwärtig und wirksam.

Erst viel später, ich denke erst in der Neuzeit, wurde die Welt mehr und mehr mechanisch interpretiert.

Die heutigen Schwierigkeiten Gott in der Welt wirken zu sehen, entstammt nicht der Naturwissenschaft, sondern einem mechanischen Denken.
Selbst der menschliche Leib, obwohl wir eigentlich wissen, dass er lebendig ist, wird heute vielfach sehr mechanisch betrachtet.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Christel
Senior- Mitglied
Beiträge: 3225
Registriert: Montag 22. Mai 2006, 19:55
PLZ: 99734

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Dienstag 24. Juli 2018, 22:34

Man muss von der Religion ausgehen, will man über die Entstehung und Entwicklung des Gottesglauben sprechen, denn der Gottesglaube ist Teil der Religion.

Die Religion und der mit ihr verbundene Kult strukturieren das Leben. Hier findet der Mensch Antworten auf Fragen wie „Woher kommen wir?“, „Wohin gehen wir?“, "Was ist der Sinn des Lebens?“ Hier findet der Mensch seien Platz, seine Identität. Die Götter sorgten für Stabilität und Frieden:
Maat war das altägyptische Konzept für Gerechtigkeit, Weltordnung, Wahrheit, Staatsführung und Recht. Es wurde durch eine altägyptische Göttin verkörpert, die seit dem Alten Reich belegt ist. Sie galt als Tochter des Re und trat unter anderem in ihrer Erscheinungsform der Tefnut als Auge des Re auf. https://de.wikipedia.org/wiki/Maat_(%C3 ... ythologie)
Mit Anspruch auf die Weltherrschaft präsentiert sich der Pharao auf monumentalen Denkmälern ebenso wie auf Kleinkunst-Objekten. Stets im göttlichen Auftrag als Bewahrer der Weltordnung und siegreicher Bekämpfer des Chaos handelnd, bezwingt er seine Feinde mit Unterstützung der Götter. https://www.archaeologie-online.de/nach ... ypten-421/
Holuwir hat geschrieben:
Samstag 7. Juli 2018, 14:24
Theologie kommt ebenso wie die Naturwissenschaft aus der Wahrnehmung der Natur. Am Anfang der kulturellen Menschheitsgeschichte gab es diese Unterscheidung nicht. Die Menschen haben Schlüsse gezogen und daraus ihre Vorstellungen entwickelt. Man hat die vielfältigen unerklärlichen Naturereignisse auf das Wirken unsicht-barer, also geistiger Mächte oder Wesen zurückgeführt. Insbesonders die Entstehung der Welt und des Lebens hat man auf diese Weise erklärt. So kam die Schöpfungsidee in die Welt. Wo eine Schöpfung ist, muss ein Schöpfer sein und das war dann eben Gott.
Die Götter im Umfeld Israels waren sichtbar:
Die frühen archaischen Götter wurden mit Naturkräften wie Himmel und Erde, Sonne und Mond, Chaos und Ordnung oder dem heiligen Tier - meist dem Tier, von denen sich eine Kultur ernährte - gleichgesetzt. https://www.die-goetter.de/sumerische-goetterwelt
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von ... gottheiten

Gerade, wenn Du von der Naturbeobachtung ausgehst, solltest Du beachten, dass die Götter sichtbar und spürbar waren.

Israel hat an der Gleichsetzung von Natur und Gott nicht festgehalten.
Ein kleines Volk, den anderen Völkern mit ihren starken, sichtbaren Göttern völlig unterlegen… kam auf die Ideen:
- Gott ist unsichtbar,
- Gott ist einzig…
שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. (Dtn 6,4)
https://de.wikipedia.org/wiki/Schma_Jisrael
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Christel
Senior- Mitglied
Beiträge: 3225
Registriert: Montag 22. Mai 2006, 19:55
PLZ: 99734

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Sonntag 29. Juli 2018, 23:45

Wie gesagt:
Christel hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 23:04
Die Natur und die Welt wurden als lebendig angesehen und göttlich. Die Gestirne wurden als Götter verehrt.
Gott „Donar“ war hörbar und sein Feuer sichtbar…

Innerhalb des Judentums entwickelten sich die Überzeugungen, dass
- Gott und Natur nicht gleichzusetzen sind
- Gott unsichtbar ist
- Gott mit nichts in der Natur vorkommenden vergleichbar und daher auch nicht darstellbar ist (Bilderverbot)

Erst dies machte den Weg frei für Schöpfungsvorstellungen, die keine Gebärvorgänge aus dem Göttlichen sind.

In der Natur sahen die Menschen dennoch weiterhin etwas Lebendiges. Zwar sind laut dem ersten Schöpfungsbericht mit dem die Bibel beginnt, die Gestirne nur Lampen, die Gott ans Himmelszelt gehängt hat, aber Gott spricht – die Erde hört auf das Wort und bringt hervor. Die Schöpfungsberichte werden genauso wie die Geschlechterfolge Israels als „Toledot“ bezeichnet. Das Schaffen Gottes wird vom menschlichen Schaffen unterschieden. „Dabei wird das Verbum ברא, bara, "schaffen", verwendet, das allein Gott zum Subjekt haben kann.“ http://www.bibelwissenschaft.de/bibelku ... choepfung/

Dabei wird kein fertiges Konzept entwickelt „WIE“ Gott die Welt erschuf. In der Bibel wird dies durch Inhalt und Form deutlich. Inhaltlich werden unterschiedliche, widersprüchliche „Bilder“ nebeneinander gestellt (vergleiche Gen1-2a und ab Gen 2bff.). In der Form stehen dort ein Gedicht/Hymnus und eine Erzählung nebeneinander.

Alle Probleme mit Schöpfungsvorstellungen entstanden erst sehr viel später. Diese beruhen nicht auf den Fortschritt der Naturwissenschaft, sondern im Wandel des Denkens:

Die Natur wird nicht mehr als lebendig, sondern eher als mechanisch wahrgenommen.
Selbst der Mensch wird als maschinell empfunden und in der Medizin und Pflege auch so behandelt. – Dabei wissen wird doch eigentlich, dass der Mensch in Leib und Seele einer ist und das eine das andere bedingt. Es gibt ein geistiges Prinzip und das sehen wir am besten an uns selbst.

Probleme ergeben sich auch in dem in die Bibel Dinge hineingelesen, die ursprünglich nicht gemeint waren.

Probleme ergeben sich durch ein statisches Denken, welches das „Toledot“ übersehend mit dem 7-Tage-Werk Gottes begründet wird. Auch Jesu Einwand wird hier übersehen:
„16 Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.
17 Jesus aber entgegnete ihnen: Mein Vater ist noch immer am Werk und auch ich bin am Werk“ (Joh 5,16f.)

Ein weiteres Problem entsteht durch die Selbstdarstellung fundamentalistischer biblizistischer Kreise als wahre Christen. Darin stimmen viele atheistische Kreise zu.
Ein Beispiel dafür sind die Zeugen Jehovas.
"Im Jahr 1870 erkannte eine Handvoll aufrichtiger Wahrheitssucher, dass viele Kirchenlehren keine biblische Grundlage hatten."

Vergleiche auch:
http://www.eichsfeldforum.de/viewtopic. ... bea2227758

Viele ehemalige Zeugen Jehovas bleiben bei dieser Überzeugung, auch die, die sich dem Atheismus zuwenden.

Dabei ist es unlogisch. Die Organisation wird tatsächlich nur von einer buchstäblichen Handvoll Männer geleitet. – Was ist da zu erwarten?
Solche Gruppen können einfach nicht mithalten.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Benutzeravatar
emery
regelmäßiger Besucher
Beiträge: 44
Registriert: Donnerstag 2. Februar 2017, 17:51
PLZ: 9170

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von emery » Samstag 4. August 2018, 11:33

Also ich find Fausts Monolog herzzereissend (wenn er auch etwas wehleidig daherkommt). Ein halbes Menschenleben lang hat er sich damit rumgeschlagen, den Dingen auf den Grund zu gehen, die Antwort auf die Frage aller Fragen zu finden, nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest; und ist dabei kein Stück schlauer geworden. Ich mein, hätte er ja Sokrates oder Pyrrhon lesen können. Oder, hat er wahrscheinlich, was ihn nicht davon abgehalten hat weiterzufragen. Und Schliesslich gesteht er sich seinen Misserfolg ein.
Holuwir hat geschrieben:
Mittwoch 26. April 2017, 17:49
Ein halbes Jahrhundert später begann der sehnliche Wunsch Fausts in Erfüllung zu gehen.
Mhm, mhm, mhm, ich bezweifle die These. Kommt mir eher so vor, als ob diejenigen, welche jetzt "The Origin of Species" vom Heiligen Charles als die Offenbarung erleben, noch in Faust's Phase des Studierens, mit heißem Bemühn feststecken. Und wenn sie nicht zu ideologisch verbohrt sind, haben sie die existentielle Krise der Einsicht, nichts wirklich zu wissen, noch vor sich.

Wie auch immer, ein ganzes Jahrhundert später hatten wir er es geschafft, Gott umzubringen, wir Mörder aller Mörder; auch wenn sich das immer noch nicht bei allen rumgesprochen hat. Und wir haben immer noch keinen Plan, wie wir damit umgehen sollen.

Holuwir
Senior- Mitglied
Beiträge: 284
Registriert: Dienstag 30. August 2016, 09:42
PLZ: 89165

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Holuwir » Freitag 10. August 2018, 16:25

emery hat geschrieben:
Samstag 4. August 2018, 11:33
Holuwir hat geschrieben:
Mittwoch 26. April 2017, 17:49
Ein halbes Jahrhundert später begann der sehnliche Wunsch Fausts in Erfüllung zu gehen.
Mhm, mhm, mhm, ich bezweifle die These.
Zweifel sind immer gut. Sie und eigentlich nur sie bringen Fortschritte im Denken mit sich.
Kommt mir eher so vor, als ob diejenigen, welche jetzt "The Origin of Species" vom Heiligen Charles als die Offenbarung erleben, noch in Faust's Phase des Studierens, mit heißem Bemühn feststecken.

Glaubst du, die Evolution gelte erst dann als gesicherte Erkenntnis, wenn wir jedes Detail dieses umfassenden Prozesses verstanden haben? Das wird nie eintreten. Das grundsätzliche Geschehen aber ist bestens belegt.
Und wenn sie nicht zu ideologisch verbohrt sind, haben sie die existentielle Krise der Einsicht, nichts wirklich zu wissen, noch vor sich.
Ja, unser Wissen ist beschränkt. Aber warum muss das eine "existentielle Krise" sein? Was bedeutete deiner Ansicht nach, etwas "wirklich zu wissen"? Ist es nicht wunderbar, zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält? Das ist doch ein schier unfassbarer Fortschritt gegenüber Goethes Zeit. Findest du nicht auch? Natürlich können wir jetzt fragen, warum das oder jenes so und nicht anders ist, warum es Atome dieser Form gibt, warum sie sich selbst zusammenhalten und gegenseitig anziehen, warum sie Moleküle bilden, warum es Schwerkraft, Magnetismus und elektrische Anziehungskraft gibt. Diese Kausalketten können wir ins Unendliche verlängern, indem wir bei jeder gewonnenen Erkenntnis wieder nach deren Ursache fragen. Wo willst du die Grenze für "wirklich wissen" setzen?
Wie auch immer, ein ganzes Jahrhundert später hatten wir er es geschafft, Gott umzubringen, wir Mörder aller Mörder; auch wenn sich das immer noch nicht bei allen rumgesprochen hat. Und wir haben immer noch keinen Plan, wie wir damit umgehen sollen.
Wirklich nicht? Ich meine, den Plan hätten wir. Demokratie, Menschenrechte sind doch gute Ansätze, wie wir mit der Einsicht umgehen, keine höhere Macht über uns zu haben, sondern uns in der unausweichlichen Pflicht zu sehen, alle unsere Angelegenheiten in Einvernehmen und gegenseitiger Achtung allein selbst zu regeln. Nun gut, dass die Menschen alles selber geregelt haben, war im Prinzip noch niemals anders. Nie hat eine übernatürliche Macht irgendetwas geregelt. Es waren immer die Menschen selbst, die das Göttliche dann vorgetäuscht haben, um ihren Herrschaftsanspruch zu legitimieren. Der Unterschied zu früher besteht lediglich darin, dass diese Täuschung bei immer weniger Menschen gelingt.
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

Benutzeravatar
Ga-chen
Senior- Mitglied
Beiträge: 557
Registriert: Sonntag 2. April 2017, 21:13
PLZ: 76543
voller Name: Ga Chen
Wohnort: Da, wo es schön ist

Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Ga-chen » Montag 13. August 2018, 11:21

Nun, die Erde ist ja den Menschen gegeben, dass sie darauf alles regeln, sie liegt in ihrem Machtbereich. Die Frage ist, ob sie sich beeinflussen lassen und wenn ja, von wem....
Liebe Grüße von Ga-chen

„Jesus muss wohl Student gewesen sein: Er wohnte bei seiner Mutter, er hatte lange Haare, er war der Anführer einer Protestgruppe, er trank laufend Wein, und wenn er schon mal was tat, war's ein Wunder."
Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, Toronto

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 77 Gäste