Was die Welt Im Innersten zusammenhält

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Christel
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Re: Was die Welt Im Innersten zusammenhält

Ungelesener Beitrag von Christel » Donnerstag 11. Oktober 2018, 22:59

Ist der Glaube an eine göttliche Schöpfung naturwissenschaftlich überholt?

Immer wieder wird suggeriert, aufgrund heutiger naturwissenschaftlicher Forschung wäre der Glaube an eine göttliche Schöpfung unhaltbar.

Dabei berufen sich Atheisten u.a. gern auf Epikur, der um 341 vor Christus geboren wurde.
Doch, wenn etwas überholt ist, dann sind es die Vorstellungen von Epikur, nach dessen Meinung die Materie ungeschaffen und unvergänglich ist.
Heute weiß man, dass das nicht stimmt: https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Lema%C3%AEtre
Es gab einen Anfang, die Materie ist erst entstanden, ebenso Raum und Zeit.

Die Urknalltheorie erinnert an die Schöpfung. Doch, ob der Urknall der erste Anfang war?
Kein Mensch, kein Forscher, keine Forschung kann naturwissenschaftlich erkunden, was davor war. – Davor? – Mit dem Urknall entstand die Zeit! – Davor?

Ein anderes Argument, welches gegen die Schöpfung angeführt wird sind Kausalitäten, also das Vorhandensein von Ursache und Wirkung innerhalb der Schöpfung. Doch spricht das tatsächlich gegen den Schöpfungsgedanken? Arbeiten nicht auch Menschen bei ihren Schöpfungen mit den Naturgesetzen, mit Ursachen und Wirkungen? – Naturgesetze. - Wer hat sie geschaffen?
Außerdem, gibt es in der Natur nicht auch Chaos, Zufall…?

Wie gesagt, heute weiß man, dass es einen Anfang gab! – Schöpfung?

Was heißt Schöpfung?

Will man die Christen, wegen ihres Schöpfungsglaubens kritisieren, dann muss man schauen, was Christen unter Schöpfung traditionell, also immer verstanden haben.
Kein Kriterium hingegen sind spezielle Glaubensvorstellungen heutiger Gruppierungen, seien es Gruppen innerhalb der Katholischen Kirche, anderer Kirchen oder gar Vorstellungen von Sondergemeinschaften wie die Zeugen Jehovas, denn diese sind zahlenmäßig und zeitlich zu klein, um die Christen zu repräsentieren.

Traditionell beginnt der christliche Schöpfungsglaube mit den Schöpfungstexten des Alten Testamentes. Also bei den Schöpfungsvorstellungen des Judentums.
Hier wird u.a. von einem ordnenden Eingreifen Gottes - Schöpfung aus dem Chaos gesprochen.
Interessant, noch vor den Gestirnen, gleich am ersten Tag schafft Gott das Licht: Gen 1,3
„Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“
So war es laut heutiger naturwissenschaftlicher Forschung wohl auch tatsächlich.

Auf den Christen Theophilus († um183), er war der sechste Bischof von Antiochien geht die Idee der Creatio ex nihilo, "Schöpfung aus dem Nichts oder Schöpfung aus nichts, also die Entstehung der Welt bzw. des Universums voraussetzungslos aus dem Nichts" zurück.

Im großen Glaubensbekenntnis, dem Nicäno-Konstantinopolitanum von 451, dem heute noch immer maßgeblichen Glaubensbekenntnis der Christen heißt es:
Wir[2] glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,

die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nic%C3%A4 ... opolitanum
Weil der Sohn Gott ist, existiert er, so wie Gott Vater, vor aller Schöpfung, vor dem Universum, vor der Zeit. Bereits das frühe Christentum ging also von einem Anfang der Zeit aus, „davor“ ober besser gesagt, unabhängig von Zeit und Welt existiert Gott.
Die Naturwissenschaft sagt heute, erst mit dem Urknall entstanden Raum und Zeit.

Fazit:
Ich sehe keinen Widerspruch zwischen heutiger Naturwissenschaft und altem christlichem Schöpfungsglauben, sondern im Gegenteil: Heutige Naturwissenschaft bestätigt, was Christen von Beginn an über die Welt aussagten, im dem sie diese von Gott den Schöpfer unterschieden.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

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