Zeugen Jehovas

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Ga-chen
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Ga-chen »

Christel hat geschrieben: Sonntag 24. September 2017, 17:27 Doch ich habe Deine Beiträge richtig gelesen, liebe Ga-chen. Was Du mit dem Aufruf des kindlichen Vertrauens sagen wolltest, habe ich auch verstanden. Das war arglos ohne Hintergedanken. Auch Dein Motiv habe ich verstanden, Du möchtest Gott in rechter weise dienen. Für Dich ist das alles stimmig!

Ich bin ein anderer Mensch!!!
Ich bin wahrscheinlich auch rationaler! Ich reflektiere das rational!


Hiob war gerecht, trotzdem musste er Leiden.
Jesus wurde hingerichtet.
Der Apostel Johannes war wohl der einzige Apostel Jesu, der eines natürlichen Todes starb.

„Es kommt vor, dass ein gesetzestreuer Mensch trotz seiner Gesetzestreue elend endet, und es kommt vor, dass einer, der sich nicht um das Gesetz kümmert, trotz seines bösen Tuns ein langes Leben hat.“ (Koholet 7,15) so sagt es schon der Prediger.

Einen engen Sein-Ergehens-Zusammenhang halte ich für sehr problematisch. Denn es führt dazu zu denken, die Opfer wären selbst schuld.
Würde ich beten, wenn ich dann tue, dann tue jenes für mich, käme es mir vor, als würde ich Gott ein Geschäft anbieten, daher bete ich nicht so!

Auch ich wurde aufgefordert:
Ga-chen hat geschrieben: Samstag 23. September 2017, 23:24 Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht teilhaben wollt an ihren Sünden"
Rational reflektierend wie ich bin, schau ich nach, wo das steht. Ich finde es in Offenbarung 17-18. Dort geht es um die Stadt Babylon und ihr Fall.
Sie wird mit einer Hure verglichen. Unter anderen wird über sie gesagt:
„Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein geheimnisvoller Name: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und aller Abscheulichkeiten der Erde. Und ich sah, dass die Frau betrunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu.“ Du hast die zehn Hörner und das Tier gesehen; sie werden die Hure hassen, ihr alles wegnehmen, bis sie nackt ist, werden ihr Fleisch fressen und sie im Feuer verbrennen.“ „Die Frau aber, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige der Erde.“ „Denn vom Zornwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben. Durch die Fülle ihres Wohlstands sind die Kaufleute der Erde reich geworden.“
Sind durch die katholische Kirche nicht die Kaufleute der Erde reich geworden? Gibt es keine Unzucht aufgrund des Eheverbotes?
Hat die Kirche nicht viele umgebracht?
Sowie die von Dir nicht ganz korrekt zitierte Stelle Offenbarung 18,4:
„Dann hörte ich eine andere Stimme vom Himmel her rufen: Verlass die Stadt, mein Volk, damit du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitgetroffen wirst."
Der Text sagt nichts über Heiligenverehrung… Ich sehe hier meine Kirche nicht dargestellt!

Ich weiß aber, dass bereits Adventisten, aus denen ja die Zeugen Jehovas hervorgegangen sind, die Stelle verwendeten, um Menschen zum Kirchenaustritt aufzufordern.
Ich lasse mich von solchen Aufrufen nicht verunsichern und folge ihnen nicht!!!
Ja, Christel, es geht da um Babylon, was immer es genau auch sein mag.

Babylon wird mit Sünde-Tun verglichen und darum gehe ich überall da hinaus, wo ich an Sünde nicht teilhaben will. Das ist bei falscher Anbetung so, aber auch bei falscher Lehre und falschem Tun.

Meine jetzige Gemeinde werde ich auch verlassen, da wird grad die Jungfrauengeburt und die Auferstehung geleugnet und unverheiratete Paare wirken in der Leitung mit....
Liebe Grüße von Ga-chen

................
Der Name YHWH (von rechts n. links) in paleohebräischer Bildersprache verrät so einiges
10. י Yud 10 HAND
5. ה He 5 ERBLICKE
6. ו Vav 6 NAGEL
5. ה He 5 ERBLICKE

HAND ERBLICKE oder SIEHE, NAGEL ERBLICKE oder SIEHE; zu dtsch.: Siehe, Erblicke die Hand, erblicke den Nagel!

Der Vater und der Sohn haben denselben Namen: YHWH!
(von Theodoric)
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel »

Hallo Ga-chen,
schön wieder von Dir zu lesen. :)

Kirche heißt dem Herrn Jesus gehörig.
„Hure Babylon“ ist eine Etikettierung. Man zeigt dem Finger auf andere und sagt, kommt zu uns, wir sind besser. - Für mich ist das schon mal ein Grund nicht hinzugehen.

Ansonsten kann man es drehen wie man will, es gibt keinen Menschen ohne Sünden und erst Recht keine Gemeinschaft von Menschen ohne Sünden. Je länger eine Gemeinschaft besteht und umso mehr Menschen ihr angehören, umso mehr lässt sich finden.

Doch angenommen, es gibt eine vollkommene Gemeinschaft ohne sündige Menschen. – Kann es sein, dass die Jesus gar nicht brauchen? Jesus ist für unsere Sünden gestorben. – Kann eine vollkommene Gemeinschaft Kirche Jesu Christi sein?
Ga-chen hat geschrieben: Samstag 8. Juni 2019, 02:26 Meine jetzige Gemeinde werde ich auch verlassen, da wird grad die Jungfrauengeburt und die Auferstehung geleugnet und unverheiratete Paare wirken in der Leitung mit....
Lass mal hören. – Vielleicht ist es ein Missverständnis?
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel »

Ga-chen hat geschrieben: Samstag 8. Juni 2019, 02:26 Ja, Christel, es geht da um Babylon, was immer es genau auch sein mag.
Die Zeugen Jehovas setzen „Babylon“ mit der Kirche gleich, um die Menschen zum Kirchenaustritt zu bewegen. – Sie machen die Leute verrückt. Es sind Angstmacher. -
Aber, aus persönlicher Erfahrung mit Zeugen Jehovas kann ich das nicht sagen. So sind sie mir nicht gekommen.

Erst in der ZJ-Aussteigerszene ist mir das passiert. Daher habe ich die Stelle so gut im Gedächtnis. Bei den Zitaten kommt es auf die Übersetzung an. “Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!“ (Eberfelder Bibel) https://www.bibleserver.com/text/ELB/Offenbarung18

Manche können es nicht lassen, sie predigen nach ihren Weggang von den Zeugen Jehovas weiter. Gerd ist ein solcher Prediger. Ich nehme an, Du hast noch Kontakt.

„Ein Christ ist kein Christ.“ Tertullian
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel »

Neu ist etwas, was sich vom Alten unterscheidet.

Ist es mit dem Alten kompatibel, dann kann es integriert werden. Bei Gemeinschaften hängt das außerdem mit dem Selbstverständnis zusammen und der selbstgewählten Toleranz und zwar von beiden Seiten.

Der historische Ausgangspunkt der Zeugen Jehovas ist jedoch schon die Absplitterung, von der Absplitterung, der Absplitterung:
Charles Taze Russell, der aus einem presbyterianischen Elternhaus stammte, sich dann aber 1870 einer adventistischen Splittersekte, der „Second Adventists“, anschloss und von ihnen die Vorstellung übernahm, dass sich das Datum der Wiederkunft Christi aus der Heiligen Schrift berechnen ließe. Nach Berechnung der „Second Adventists“ sollte Christus 1874 sichtbar wiederkommen. Als das Jahr 1874 ohne besondere Vorkommnisse verstrich, schloss sich Russell mit seiner „Bibelforscher-Gruppe“, wie er sie nannte, mit einer Absplitterung von den „Second Adventists“ zusammen und vertrat deren Auffassung, dass Christus 1874 unsichtbar wiedergekommen sei. https://www.lutherisch.de/index.php/gla ... vas-teil-1
Das Selbstverständnis der Zeugen Jehovas wird durch viele Unterscheidungslehren zur Christenheit (wie Zeugen Jehovas sagen) geprägt. Diese Lehren machen sie inkompatibel zu den christlichen Kirchen.
Zusammenfassend zitierte ich dazu unter dem Thema „Wahrheit und Zeugen Jehovas“:
Christel hat geschrieben: Freitag 16. Februar 2018, 23:24
Es kam die Zeit, in der Jehova die Wahrheit enthüllte. Gott hatte für die „Zeit des Endes“ versprochen: „Die wahre Erkenntnis wird überströmend werden“ (Daniel 12:4). Im Jahr 1870 erkannte eine Handvoll aufrichtiger Wahrheitssucher, dass viele Kirchenlehren keine biblische Grundlage hatten. Sie wollten die reine Lehre der Bibel ergründen, und Jehova verhalf ihnen zum richtigen Verständnis.
Gegenwärtig verbreiten Jehovas Zeugen die biblische Wahrheit in rund 750 Sprachen überall auf der Erde.
Quelle: https://www.jw.org/de/publikationen/bue ... _index]=14
Ein zweiter wichtiger Punkt betrifft die selbstgewählte Toleranz.

Das des Konzils von Nicäa aus dem Jahr 325 bezeugt, dass die frühe Kirche sich als „katholisch“ verstand. (Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnis_von_Nic%C3%A4a) Darauf bezieht sich das Glaubensbekenntnis wie es heute noch innerhalb der Katholischen Kirche gesprochen wird. (Von Luther für die Kirchen der Reformation geändert.)

Der Sinn erschließt sich über den Begriff Katholizität:
Katholizität (von altgriechisch καθολικός katholikós ‚das Ganze betreffend‘, ‚allgemein‘) steht in der christlichen Ekklesiologie für die Einhaltung der katholischen Lehre in der Universalität und Einheit der Kirche unter ihrem Haupt Jesus Christus. https://de.wikipedia.org/wiki/Katholizit%C3%A4t
Die Ursprünge dieses Wortes liegen im Altgriechischen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass derjenige, der die für die Allgemeinheit bestimmten Steuern eintrieb, als Katholikos bezeichnet wurde. (Quelle: Lexikon für Theologie und Kirche, Sonderausgabe 2006, Band 5, Spalte 1345)

Katholizität ist somit ein Grundprinzip der Kirche von Beginn an. Es geht um den Raum für alle. Wer das will muss heute ökumenisch sein.

Die Zeugen Jehovas verstehen sich als kleine Schar, die in der Wahrheit und eines Sinnes sind und zwar im Gegensatz zur Christenheit. Dies hat nicht nur Konsequenzen nach außen, sondern auch nach innen. Wer nicht eines Sinnes ist kann ausgeschlossen werden. Dies hat weitreichende soziale Folgen.
Zeugen Jehovas müssen Ausgeschlossene oder Ausgestiegene ächten, das heißt jeglichen Kontakt zu ihnen abbrechen – selbst zu engsten Familienangehörigen wie Eltern, Kindern oder Geschwister. Das verlangt das Religionsrecht der Zeugen Jehovas.
Mehr dazu:
https://jz.help/problembereiche/soziale ... aktverbot/
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Zeugen Jehovas leben in der Filterblase

Ungelesener Beitrag von Christel »

„Filterblase“ bezieht sich hier nicht auf die Recherche im Internet, sondern auf das gesamte Leben.

Zugegeben irgendwie leben wir alle in „Filterblasen“, denn wer nimmt schon umfassend und allseitig Informationen auf? Wer ist nicht geprägt durch seine Umgebung, durch den Zeitgeist…

Doch, wer überlegt Zeuge Jehovas zu werden, der sollte sich darüber klar sein: Er/sie entscheidet sich für ein Leben in der Filterblase.

Die Filterblase ist bedingt
- durch den Faktor Zeit, denn in so ein Leben als aktiver Zeuge Jehovas muss man viel Zeit investieren.
- durch die Illusion einer umfassenden Bildung, denn es werden alle möglichen Themen besprochen, auch aus Naturwissenschaft und Technik siehe https://www.jw.org/de/
- durch die Gewissheit in der Wahrheit zu sein, die natürlich die anderen nicht haben
- durch den Willen Jehova treu zu bleiben
- ...

Daher distanziert man sich von Kritikern. Aussteigern geht man aus dem Weg. Man liest keine kritische Literatur über Zeugen Jehovas…
Durch die ständige Wiederholung in den Schulungen und bei der Mission, wo man das Erlernte abspult sind die Gedanken so sehr eingefahren, dass ohnehin abweichende Gedankengänge kaum aufgenommen werden können.
So weit so klar!

Aber auch völlig unverfängliche Sachen, die zur Vertiefung des von der Organisation dargebotenen Stoffes dienen könnten werden abgelehnt.
Jedenfalls ging es mir heute so. Die Zeugin sprach mit mir darüber wie fortschrittlich und naturwissenschaftlich genau die Bibel sei.
Am Ende wies ich auf dieses Buch hin:
Am Anfang war die Ökologie : Naturverständnis im Alten Testament. Pappbilderbuch – 1. Januar 2002 von
Aloys Hüttermann
https://www.amazon.de/Anfang-war-die-%C ... B0027VY7XQ
Sie antworte: "Das brauchen wir nicht, uns genügt allein die Bibel".

Dabei hatten wir überhaupt nicht in der Bibel gelesen! So wie in jeder Missionsstunde wurden die Publikationen der Wachtturmorganisation „studiert“. Diese enthalten auch Bibelstellen, aber nur um die Lehre der Organisation zu bestätigen.
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Zeugen Jehovas haben eine rigide Moral

Ungelesener Beitrag von Christel »

Die rigide Moral, was richtig und falsch ist wird ebenfalls durch die „Filterblase“, sprich die Organisation vorgegeben und sie gründet auf einen Elitegeist:

Eine Elite, das müssen sie sein, denn Gott rechtfertigt nach ihrer Lehre nicht die Sünder, sondern rettet gehorsame Menschen.
Dies ist „Teil der Rechtfertigung der Souveränität Jehovas“.https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitsc ... et-halten/
Der Teufel hat die Frage aufgeworfen, ob Jehovas Souveränität rechtmäßig ist. Er behauptet, Gottes Herrschaft sei korrupt und Gott enthalte seinen Geschöpfen Gutes vor.
Er deutete auch an, kein Mensch wäre Gott gegenüber völlig loyal — unter genügend Druck würde sich jeder gegen Jehovas Herrschaft entscheiden
Die Rechtmäßigkeit der Souveränität Gottes wird bestätigt werden; die Herrschaft des Teufels und der Menschen wird kläglich scheitern und beseitigt werden. Gottes Herrschaft durch das messianische Königreich wird Erfolg haben. Die Bewahrer der Lauterkeit werden bewiesen haben, dass Menschen für Gottes Herrschaft Stellung beziehen können.
Zeugen Jehovas verstehen sich als Bewahrer der Lauterkeit. Sie meinen, durch ihr Verhalten zur Rechtfertigung der Souveränität Jehovas beizutragen.

Also kein Geburtstag, kein Weihnachten feiern…, sich von Menschen fernhalten, die „schlechte“ Einflüsse ausüben können. Kontaktabbruch zu Aussteigern, auch wenn es die eigene Familie betrifft…

Sie müssen sich reinhalten!!!
Aussteiger sind potentiell anfällig für elitäre Ideologien! Gerade, wer die Inhalte aufgibt, sich von der Religion trennt und meint, dadurch das alles hinter sich gelassen zu haben, übersieht leicht die Strukturen. Vielleicht ist es auch die Sehnsucht wiederum zu einer Elite zu gehören.

Und dann wird einfach weitergemacht und wiederrum zum Kirchenaustritt aufgerufen:
Holuwir hat geschrieben: Sonntag 20. März 2022, 11:52Da sind einmal die Fundamentalisten *), die durch eine, zumeist im Kindesalter erfolgte, Gehirnwäsche nicht in der Lage sind, ihre rationale Denkfähigkeit auf dieses Thema anzuwenden und es stattdessen, bar jedes sachlichen Argumentes, mit Zähnen und Klauen zu verteidigen.
Der ganz normale Christ, der normale katholische Kirchgänger ist wiederum der Doofe, den es zu missionieren gilt.
Der ehemalige Zeuge gehört zur Elite, ist wieder in der Wahrheit ... - Es hat sich nichts geändert!
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Re: Zeugen Jehovas belegen ihren Glauben

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir hat geschrieben: Mittwoch 30. März 2022, 11:37 ziehe ich es mittlerweile vor, nur noch an das zu glauben, für das es auch Belege gibt.
Hast Du das als Zeuge Jehovas nicht auch geglaubt?

Natürlich belegen Zeugen Jehovas ihren Glauben!
Unter der Voraussetzung, dass die Bibel das Wort Gottes ist, belegen sie ihre Aussagen mit Bibelstellen. Aber sie zitieren auch aus der Geschichte, der Naturwissenschaft und sie lassen Menschen sprechen, die ihre persönlichen Erfahrungen kundtun.

Als Katholikin sage ich, es stimmt trotzdem nicht, was sie verkünden. Es wird einseitig zitiert...

Beispiel:
Zeugen Jehovas erzählen eine Geschichte von der wundersamen Rettung der Bibel, die durch die Kirche vernichtet wurde. Die Beispiele, die sie nennen dürften korrekt sein.

Nur wer genau hinschaut, der merkt, dass die genannten Beispiele sich auf Auseinandersetzungen in der Refomrationszeit beziehen. Dabei ging es nicht um die Bibel an sich, sondern um bestimmte Übersetzungen.
Wer ein wenig über die Kirche weiß, dem ist klar, dass sie Bibel ein Produkt der Kirche ist, ihre Heilige Schrift.
Wer sich nur ein wenig in der Geschichte der letzten 2000 Jahre auskennt, der weiß, dass die Bibel 1500 Jahre in Schreibstuben ( Skriptorium) zumeist in Klöstern mühsam durch abschreiben erhalten und vervielfältigt wurde. Das heißt, im Mittelalter war eine massenhafte Verbreitung der Bibel nicht möglich. Bibelübersetzungen auch ins Deutsche gab es aber schon. Martin Luther war nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte:
Nach der ersten überlieferten Übersetzung einer biblischen Schrift ins Deutsche im frühen 9. Jahrhundert entstanden in den folgenden Jahrhunderten viele weitere Übersetzungen von Teilen der Bibel. Insgesamt sind etwa 70 deutsche Übersetzungen vor der Reformation nachweisbar, darunter verschiedene Evangelienharmonien. https://de.wikipedia.org/wiki/Bibel%C3%BCbersetzung
Reformation und Buchdruck waren zeitgleich. Erst der Buchdruck eröffnete die Möglichkeit der massenhaften Vervielfältigung der Bibel. Inzwischen steht sie im Internet. Und nicht die Zeugen Jehovas sind diejenigen, die Bibel am meisten verbreiten, sondern die Kirchen.

Man kann so viel wissen! Wissen hilft Scheinbelege zu hinterfragen.

Doch wer die Welt durch eine „Brille“ betrachtet, die diese in schwarz/weiß abbildet, dem wird das schwerfallen.
Zeugen Jehovas verstehen sich selbst als die wahren Anbeter..., die Kirchen sind im Gegensatz dazu:
Das Weltreich der falschen Religion, Babylon die Große, hat den Geist der Welt. Es wird genauso vernichtet werden wie das alte Babylon am Euphrat. Darum sollten nun alle gerechtigkeitsliebenden Menschen der Aufforderung folgen: „Gehet aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden, und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.“ (Offb. 18:4) Bereits haben Hunderttausende gottesfürchtige Menschen dieser Aufforderung gehorcht, sind aus Babylon der Großen herausgekommen und haben die Anbetung des allein wahren lebendigen Gottes, des Gottes der Bibel, dessen Name Jehova ist, aufgenommen. Nicht nur das, sie helfen nun auch anderen, aus Babylon der Großen zu fliehen, indem sie sie auf Gottes Wort und sein Vorhaben hinweisen. https://www.jw.org/de/suche/?q=Weltreic ... Religionen
Letztlich geht es immer nur darum Menschen zum Kirchenaustritt zu bewegen und aus ihnen Zeugen Jehovas zu machen.

PS: Die Zeugen Jehovas haben in ihre Bibelübersetzungen nicht nur eigene Übersetzungsfehler eingefügt, sie haben auch Fehler aus den Bibeln der Kirchen übernommen.

Beispiel Römer 16.7:
Grüßt Andrọnikus und Jụnias, meine Verwandtenf und Mitgefangenen, Männer, die den Aposteln gut bekannt sind und die schon länger mit Christus verbunden sind als ich. https://www.jw.org/de/bibliothek/bibel/ ... %B6mer/16/
Das weiß man doch, dass Junias falsch ist! Das war Frau, die Apostelin Junia!

Die katholische Einheitsübersetzung von 2016 gibt die Stelle korrekt wieder:
7 Grüßt Andronikus und Junia, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie ragen heraus unter den Aposteln und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.
https://www.bibelwerk.at/pages/katholis ... bersetzung
In der Neuapostolischen Kirche weiß man das auch: https://www.juniaheute.de/
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
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Re: Zeugen Jehovas denken konkret

Ungelesener Beitrag von Christel »

Zeugen Jehovas denken konkret und das führt zu diesen Vorstellungen:
- Gott ist der Herr Jehova, „Gott ist eine Geistperson und daher unsichtbar.“
- Jesus ist der größte Mensch, der je lebte und wird ansonsten mit dem Erzengel Michael gleichgesetzt und als „Gottes erste Schöpfung“ bezeichnet. Sohn wird er deshalb genannt, weil im Buch Hiob die Engel als Gottessöhne bezeichnet werden.
- Die „unsichtbare aktive Kraft, die Gott einsetzt, um seinen Willen auszuführen“ wird „heiliger Geist“ genannt. (Hier glauben die Zeugen Jehovas irrtümlich, die Kirche sieht im "Heiligen Geist" eine Art Person, so wie ein Mensch. Zeugen Jehovas denken konkret.)

Genau das setzen Zeugen Jehovas in die kirchliche trinitarische Formel ein und stellen fest, das kommt nicht hin, womit sie Recht haben.
Sie schließen daraus, die trinitarische Formel sei falsch, womit sie falsch liegen.
Sind Berechnungen falsch, dann liegt das meist nicht an der Formel, sondern an den Zahlen/Komponenten, die eingesetzt werden, so auch hier. Der Fehler besteht darin, dass Zeugen Jehovas zwei getrennte (über-)natürliche konkrete Personen in die Formel einsetzen.

Der jüdisch/biblische Monotheismus besagt „Gott ist einer“ (Schma Jisrael). Trotzdem wird nach dem Zeugnis des Neuen Testamentes gesagt, dass Gott Mensch wurde und in seiner Fülle im Menschen Jesus von Nazareth wohnte und das Gott seinen Beistand sandte, den Heiligen Geist.

Anders als Zeugen Jeohovas, die von kontreten menschenähnlichen Personen ausgehen, ist die Trinität eine philosophisch abstrakte Formel, die weder natürliche, noch (über-)natürliche konkrete Geistpersonen beinhaltet:
Gott ist einer, das heißt die „Substanz“ ist immer Gott, egal ob wir Gott als Vater, Sohn oder Heiliger Geist erfahren. Dennoch ist hier zu unterscheiden zwischen Vater, Sohn und Heiliger Geist (persona/Hypostasen). Unterscheiden, aber nicht trennen in drei verschiedenen Götter. - Jesus, als natürliche Person/Mensch wird natürlich nicht in die trinitarische Formel eingesetzt!

Der Glaube an Gott ist Glaubenssache!
Was eine philosophisch abstrakte Formel wie die Trinität beinhaltet, das ist eine Sache des Wissens!

Wer immer behauptet, die Kirche gehe bei der Trinität von drei getrennten (über-)natürlichen Personen aus, so ungefähr:
Atheisius hat geschrieben: Donnerstag 6. Januar 2022, 13:14 • Drei Götter in einem (Heilige Dreifaltigkeit: Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist)
Wer das behauptet, der irrt oder lügt!

Bei jemanden, der das 2022 noch behauptet, obwohl ich ihm bereits 2013 anhand der
Urkunden der Lehrverkündigung (neuner/roos) nachgewiesen habe, das dies falsch ist, bei dem, fällt es mir ehrlich gesagt schwer an einem Irrtum zu glauben.

Hier mein damaliger Beitrag:
Christel hat geschrieben: Samstag 18. Mai 2013, 16:14 Man darf Dreifaltigkeit nicht mir Tritheismus verwechseln!
Der Tritheismus wurde früh als Irrlehre abgewiesen.

Der Begriff „Person“ hat auch heute mehrere Bedeutungen, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Person
Mit „Person“ sind nicht immer „natürliche Personen“ gemeint.

In der Trinitätslehre wird mit Person die Hypostase, die „Seinsstufe“, also das zu Unterscheidende bezeichnet. Wichtig ist dabei, zu unterscheiden, aber nicht zu trennen.

Die Verwechslung der Trinität mit Tritheismus, also das Trennen in natürliche Personen, ist ein typischer Fehler/Irrtum von heutigen Gegnern der Dreifaltigkeit.
Sie setzen „natürliche Personen“ für die „Personen“ der Dreifaltigkeit ein und trennen/teilen somit Gott in drei natürliche unterschiedliche Personen, also sozusagen in drei Götter.
Wie gesagt, das ist Tritheismus, nicht Trinität. Die Trinitätlehre unterscheidet, trennt aber nicht.

Sie widerlegen damit also nicht die Dreifaltigkeit, sondern etwas, was bereits 382 auf der Römischen Kirchenversammlung unter Papst Damasus I. abgewiesen wurde:
Wer unter der Bezeichnung Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist eine Trennung meint und diese Götter nennt, und wer sie nicht wegen der einen Gottheit und Macht, die nach unserem Glauben und Wissen dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist eigen ist, Gott nennt… , der irrt gänzlich im Glauben
Neuner /Roos Nr. 265
viewtopic.php?p=10575&hilit=neuner+roos ... fb2#p10575
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Re: Zeugen Jehovas / Trinität

Ungelesener Beitrag von Christel »

PS:
Hier meine ich jetzt nicht speziell Zeugen Jehovas:
Es gibt immer wieder Leute, die meinen, sie könnten die Trinität lächerlich machen und so den kirchlichen Glauben diskreditieren.
Mitunter verweisen sie dabei auf ihren eigenen gesunden Menschenverstand.

Doch würde dieser tatsächlich eingesetzt, dann müsste klar sein, dass die trinitarische Formel, um die solange Zeit gerungen, diskutiert und an der gefeilt wurde, am Ende ziemlich „wasserdicht“ sein müsste.
Wer seinen gesunden Menschenverstand einsetzt, der weiß zudem, dass er eine Sache erst einmal verstehen muss, um sie sachgerecht kritisieren können. Da Theologie und Philosophie hier eine enge Verbindung eingingen, bedarf es folglich auch philosophischer Kenntnisse.

Allerdings glaubt man, eine solche Mühe sei nicht nötig:
Zum einen, weil man tatsächlich hier auf die Unkenntnis der meisten Katholiken setzen kann und daher am Ende leicht deren Zustimmung erhält.
Zum anderen, setzt man ja auf den eigenen gesunden Menschenverstand, dem man getrost anderen Menschen abspricht. Doch das ist letztlich nichts anderes als Hybris!
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Christel »

Noch mal zur Interpretation der Trinität durch die Zeugen Jehovas.
Zufällig fand ich auf ihrer Internetseite diesen Text:
Die Kirchen der Christenheit sind aber nicht nur gegen die Juden und andere hinterhältig vorgegangen, sondern sie haben auch Dinge gelehrt, die es den Juden erschweren, Jesus als den Messias anzunehmen. Da die Juden an den e i n e n Gott glauben, ist ihnen die Lehre unverständlich, daß Jesus Gott gleich sei, die zweite Person der Dreieinigkeit. Stammt aber diese Lehre, die in den meisten Kirchen der Christenheit verbreitet ist, von Jesus selbst? https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/10 ... esus&p=doc
Dazu 1.: „daß Jesus Gott gleich sei“
findet sich im Brief des Apostel Paulus an die Philipper, der spätestens um 60 verfasst wurde. Darin heißt es:
Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, / hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich / und wurde wie ein Sklave / und den Menschen gleich. / Sein Leben war das eines Menschen; https://www.bibelwerk.at/pages/katholis ... bersetzung
Zudem geht die Forschung von einem vorpaulinischen Ursprung dieses Hymnus aus:
Bei Philipper 2,5–11 handelt es sich vermutlich um einen vorpaulinischen liturgischen Text, den Paulus zitiert mit der einleitenden Mahnung, die eigene Gesinnung dem Weg Jesu anzugleichen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Philipperhymnus
Dazu 2.: „daß Jesus […], die zweite Person der Dreieinigkeit“
das ist falsch.
Solche scheinbaren Widerlegungen der Trinität beruhen auf Unkenntnis bzw. die Unfähigkeit zu philosophisch griechischen abstrakten Denken. Oder anders ausgedrückt, wer nicht mathematisch abstrakt Denken kann, der ist zwar fähig eine solche Gleichung unzählige Mal falsch zu interpretieren, aber unfähig, auch nur ein eiziges Mal richtig zu liegen, auch nicht durch Zufall.

Wie bereits in meinen obigen Beiträgen erläutert, „natürliche Person“ sind kein Teil der Trinität, Jesus ist nicht die zweite Person der Dreieinigkeit. Hier irren Zeugen Jehovas! Abstraktes Denken liegt ihnen nicht bzw. liegt nicht ihren Anführern, denn nach deren Lehren richten sich Zeugen Jehovas und nicht nach der Bibel.

Übrigens, im Kreuzzeichen heißt es „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ und nicht „im Namen des Vaters, im Namen Jesu und des Heiligen Geistes.
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
Holuwir
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Re: Zeugen Jehovas

Ungelesener Beitrag von Holuwir »

Gibt es Belege, dass es, im Sinne des Christentums, einen persönlichen Gott gibt?
Nein.

Gibt es Belege, dass es einen Heiligen Geist gibt?
Nein.

Gibt es Belege, dass Jesus als Christus auferstanden ist?
Nein.

Aber wenn es keine Belege gibt, dann muss es ja alles von irgendwelchen Menschen erdacht, erfunden worden sein?
Ja. Entweder es wurde beobachtet, dann gäbe es Belege oder Menschen haben es sich ausgedacht, dann gibt es eben keine.
Nur eines von beiden kann zutreffen. Geht ja gar nicht anders.
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Der Gott und der Christus der Zeugen Jehovas sind anders

Ungelesener Beitrag von Christel »

Weshalb sind der Gott und der Christus der Zeugen Jehovas anders?

In den Schriften der Zeugen Jehovas wird Gott als der souveräne Herr Jehova bezeichnet, was so nicht in der Bibel steht. Und eigentlich ist der Herr Jehova gemäß der Lehre der Zeugen Jehovas gar nicht so souverän, denn er muss seine Souveränität gegen einen Engel verteidigen und dazu benötigt Gott die Hilfe der Menschen. Vergleiche: Trittst du für Jehovas Souveränität ein?

Und wer ist Jesus Christus für Zeugen Jehovas?

Er ist ein von Gott geschaffener Engel, der Mensch wurde. Sohn Gottes ist hier nur ein Titel und bezeichnet keine „familiäre“ Verbindung zu Gott.

Gott ist für Zeugen Jehovas ein autokratischer Alleinherrscher.

Schuld kann er nur aufgrund eines Menschenopfers vergeben und auch nur bei Menschen, die diese Bedingungen erfüllen:
Um gerettet zu werden, muss man zwei Dinge tun. Erstens: die Wahrheit über Jehova kennenlernen und über sein Vorhaben, die Erde von allem Bösen zu befreien. Zweitens: nach Gottes gerechten Grundsätzen leben. Dann gewinnt man Gottes Freundschaft und steht unter seinem Schutz.
https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitsc ... nden-wird/
Kurz gesagt, erstens muss man bei Zeugen Jehovas lernen und zweitens man ein Zeuge Jehovas zu werden.

Christus ist nicht nur anders, weil er nur Engel und Mensch ist, sondern weil er Krieger und Vollstrecker ist:
Wer wird in der Schlacht von Armageddon kämpfen? Jesus Christus wird eine große Armee im Himmel befehligen und sie zum Sieg gegen Gottes Feinde anführen (Offenbarung 19:11-16, 19-21). Zu diesen Feinden zählen alle, die sich gegen Gott stellen oder die ihn verachten (Hesekiel 39:7). https://www.jw.org/de/biblische-lehren/ ... rmageddon/
Aus meiner christlich katholischen Sicht ist das alles blanker Unsinn!
Oder um es mit Holuwir’s Worten zu sagen: „Menschen haben es sich ausgedacht“, um Macht über Menschen zu haben.
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
Christel
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So fordert's Gottes Seine Dreieinigkeit:

Ungelesener Beitrag von Christel »

1
Wenn Gott zum Götzen verzerrt wird,
muß man sich diesem verweigern.
Wo Gott zum Tyrannen gemacht wird,
müssen wir diesen stürzen.
So fordert's
Seine Dreieinigkeit.


2
Dreieinigkeit?
Ein Männerbund! empören sich Frauen.
Zu Recht.
Zu Recht.
Und dennoch:
entwarf diese Denkfigur
die unausdenkbare Gottheit nicht
als Gemeinschaft,
vibrierend, lebendig,
beziehungsreich?
Kein einsamer Autokrat jedenfalls,
schon gar nicht Götze oder Tyrann!
Eine Art Liebeskommune vielmehr,
einer für den andern,
»dreifach spielende Minneflut«
(MECHTHILD VON
MAGDEBURG).

3
Mich stellt's jedenfalls auf,
Gott als Beziehungsvielfalt zu denken,
als Mitbestimmung, Geselligkeit,
die teilt, mit-teilt, mit anderen teilt:
»Die ganze Gottheit spielt
ihr ewig Liebesspiel.«
(QUIRINUS KUHLMANN)
Und insofern:
niemals statisch,
nicht hierarchisch,
actus purus,
lustvoll waltende Freiheit,
Urzeugung der Demokratie.

4
Alsbald ins Leere
laufen da Fragen wie:
personal oder apersonal?
transzendent oder immanent?
ruhendes Sein oder ewiges Tun?
Seit urher beides
und mehr noch als beides,
ein Drittes also
und mehr als ein Drittes:
das Ganze, die Fülle

(auch von Weiblichkeit, Männlichkeit),
die unausschöpflich - End ohne Ende -
in Beziehungen blüht.


5
Will ich die gesellige Gottheit begreifen,
von Ihr Besitz ergreifen,
lang' ich ins Leere.
Und auch Sie
- von Mechthild »Frau Minne« genannt -
will nicht Besitz ergreifen von mir.
Eher berührt Sie,
wie Freunde, wie Liebende
einander berühren,
berührt,
damit überspringe der Funke, das Leben,
berührt,
damit die Besessenheit vom Besitz,
der Wille zur Macht verglühe
im Angesicht jenes Tages,
»da alle Herrschaft,
jede Gewalt oder Macht
vernichtet
und Gott alles sein wird
in allem.« (1. KORINTHER 15,24)

6
Dreieinigkeit?
Weil sexistisch
und überhaupt: Entwurf
ohne Endgültigkeit.
Gott ist Liebe,
will er sagen,
Gottes Sein blüht gesellig,
»Seine Liebe wandelt
in immer frischem Trieb
durch die Welt.«
(FRANZ ROSENZWEIG)

Aus: Kurt Marti, Die gesellige Gottheit. Ein Diskurs. Im
RADIUS-Verlag, Stuttgart 1993.
Quelle:
https://www.bistum-speyer.de/fileadmin/ ... bilder.pdf
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
Christel
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Der Gott der Liebe gibt sich selbst

Ungelesener Beitrag von Christel »

Christus erschließt sich nur dem, der „trinitarisch“ denkt. Oder anders gesagt, alle Aussagen über die Trinität Gottes, die oft sehr fremd, theoretisch und unwichtig erscheinen, sind letztlich nichts anderes als Christologie!
Nur hierbei wird vorstellbar, dass Gott selbst Mensch wird. Der Sohn ist Gott selbst, der Mensch wurde. Der Sohn, also Gott selbst, leidet durch und unter den Menschen. Der Sohn, also Gott selbst, vergibt die Schuld der Menschen. (Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Lukas 23,34)

Und so kann Paulus schreiben:
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und unter uns das Wort von der Versöhnung aufgerichtet hat.

Wir sind also Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!
(2. Korinther 5,19f.)
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
Christel
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Zeugen Jehovas wollen Theokratie statt Demokratie

Ungelesener Beitrag von Christel »

„Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen“ Heinrich Heine
Nicht nur Atheisten träumen von einem irdischen Paradies auch Zeugen Jehovas.

Wer laut der Lehren der Zeugen Jehovas in den Genuss dieses irdischen Paradieses kommt und wie es laut ihrer Lehren errichtet wird, hatte ich hier bereits geschrieben:
Christel hat geschrieben: Freitag 8. April 2022, 15:53
Um gerettet zu werden, muss man zwei Dinge tun. Erstens: die Wahrheit über Jehova kennenlernen und über sein Vorhaben, die Erde von allem Bösen zu befreien. Zweitens: nach Gottes gerechten Grundsätzen leben. Dann gewinnt man Gottes Freundschaft und steht unter seinem Schutz.
https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitsc ... nden-wird/
Kurz gesagt, erstens muss man bei Zeugen Jehovas lernen und zweitens man ein Zeuge Jehovas zu werden.

Christus ist nicht nur anders, weil er nur Engel und Mensch ist, sondern weil er Krieger und Vollstrecker ist:
Wer wird in der Schlacht von Armageddon kämpfen? Jesus Christus wird eine große Armee im Himmel befehligen und sie zum Sieg gegen Gottes Feinde anführen (Offenbarung 19:11-16, 19-21). Zu diesen Feinden zählen alle, die sich gegen Gott stellen oder die ihn verachten (Hesekiel 39:7). https://www.jw.org/de/biblische-lehren/ ... rmageddon/
Zeugen Jehovas gehen nicht zur Wahl, denn so sagen sie, sie haben ihren König bereits gewählt, Jesus Christus.
Nun habe ich im Prinzip gar nichts gegen Christus als König. In der katholischen Kirche gibt es sogar ein Christkönigsfest.

Doch leider regiert Jesus bei den Zeugen nicht allein. :roll:
Jetzt schon regieren sie über die Zeugen Jehovas und später wollen sie ihre Herrschaft weiter ausüben:
Diese Gruppe ist „der treue und verständige Sklave“, dem Jesus Verantwortung übertragen hat (Matthäus 24:45a). Alle Mitglieder der Leitenden Körperschaft sind mit heiligem Geist gesalbt. Sie freuen sich darauf, nach ihrem Leben auf der Erde mit Christus im Himmel zu regieren.
https://www.jw.org/de/bibliothek/bueche ... ektion-54/
Jehova hat ihnen wirklich eine faszinierende Hoffnung gegeben: Sie erhalten Unsterblichkeit und Unverweslichkeit im Himmel, dürfen gemeinsam mit Jesus Christus und den übrigen der 144 000 regieren.
https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitsc ... -besuchen/
Das soll das Paradies sein?
Wieso soll ich mich von denen zum „Fußvolk“ degradieren lassen?

Wer Zeuge Jehovas wird, der verzichtet in der Regel nicht nur auf den Himmel, der erklärt damit auch, dass er kein Christ ist. Denn Christsein kommt von Jesus Christus und das bedeutet Jesus, der Gesalbte. Christen sind Gesalbte, alle Christen, nicht nur 144 000.

Die Taufe katholisch, Salbung mit Chrisamöl:
"Aufgenommen in das Volk Gottes wirst du nun mit dem heiligen Chrisam
gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit. Amen.“
„Wie Christus ist der Täufling gesalbt zum Priester – LITURGIE“
„Wie Christus ist der Täufling gesalbt zum König – DIAKONIE“
„Wie Christus ist der Täufling gesalbt zum Propheten – VERKÜNDIGUNG“
https://www.dioezesanrat-passau.de/inde ... ng-003.pdf
Chrisam ist das Öl der Königssalbung. In Israel wurden damit Könige, Priester und Propheten gesalbt zum Zeichen, dass Gottes Segen auf ihnen ruht und dass sie von Gott her eine neue Autorität bekommen haben. Durch die Salbung kommt zum Ausdruck, dass wir königliche, prophetische und priesterliche Menschen sind, dass auf uns der Segen Gottes ruht. Durch die Taufe sind wir königliche Menschen geworden, die selber leben, anstatt gelebt zu werden. Wir sind Menschen mit einer unantastbaren Würde. Und jeder Mensch ist einmalig – ein einzigartiges Wesen Gottes, das nur durch diesen Menschen in der Welt erklingen kann.
https://www.katholisch.de/artikel/131-c ... -der-stirn
Übrigens, ich gehe immer zur Wahl, schon um mit zu verhindern, dass ein Diktatur dabei an die Macht gelangt.
„Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt.“ Dietrich Bonhoeffer (Das Wunder der Osterbotschaft)
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