Das christliche Schöpfungsverständnis

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Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir »

Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. Mai 2020, 22:15
Es gibt zahlreiche Hypothesen, wie der Mensch zu dem Glauben an Gott kam.
Ich kenne nur diese eine Erklärung: Die Menschen konnten sich die Entstehung der Welt und des Lebens nicht anders vorstellen, als dass ein übernatürliches, geistiges, also unsichtbares, allmächtiges Wesen existiert, das dies bewirkt habe. Bitte nenne einige andere der angeblich zahlreichen Hypothesen.
Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. Mai 2020, 22:15
Paulus begründet dies mit dem Schöpfungswillen Gottes
Paulus hat es für selbstverständlich gehalten, dass die wahrnehmbare Welt nur durch Schöpfung entstanden sein kann und hält deswegen die Existenz eines Gottes für erwiesen.
Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. Mai 2020, 22:15
In Anbetracht dessen, dass ursprünglich Naturkräfte als göttlich betrachtet wurden, ist das schlüssig.
Naturkräfte wurden als Auswirkung göttlichen Handelns angesehen.
Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. Mai 2020, 22:15
Aber, dies war im Judentum schließlich nicht mehr so.
Der jüdische Teil der Bibel, das Alten Testament, erzählt wie sich Gott kümmert. Er kümmert sich um Abraham, Gott schafft sich ein Volk und ganz grundlegend:
Gott offenbart sich als Gott, der aus der Sklaverei befreit.
Natürlich war das im Judentum genauso. Wie sonst hätte man göttliches Kümmern wahrnehmen sollen. Beispiele: Die 10 Plagen, Durchgang durch's Rote Meer, Sodom und Gomorra, Betrafung der Rotte Korah durch ein Erdbeben, Hiobs Krankheiten, Jona im Sturm, Mannaregen in der Wüste usw.. Aber das musst du doch alles kennen. Wieso willst du es plötzlich nicht wahrhaben?
Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. Mai 2020, 22:15
Das ist das Angebot Gottes: Liebe, Gemeinschaft, ewiges Leben… ein Fest!
Weshalb sollte ich das abschlagen?
Und wieder bist du mitten im Zirkelschluss. Woher willst du denn wissen, dass dies Angebote Gottes sind, wenn du damit erst deinen Glauben an dessen Existenz begründen willst? Merkst du gar nicht, dass du dich ständig in diesem klassischen Zirkelschluss um dich selber drehst und dich damit selbst widerlegst? Wo bleiben die Tatsachen, aus denen man andere Hypothesen zu der Existenz eines Gottes ableiten könnte als die oben genannte? Ständig nimmst du deine Hypothesen als Tatsache, als Prämisse für weitere Hypothesen. Zirkelschluss ohne Ende.
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

Christel
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Christel »

Holuwir hat geschrieben:
Mittwoch 13. Mai 2020, 11:46
Ich kenne nur diese eine Erklärung: Die Menschen konnten sich die Entstehung der Welt und des Lebens nicht anders vorstellen, als dass ein übernatürliches, geistiges, also unsichtbares, allmächtiges Wesen existiert, das dies bewirkt habe. Bitte nenne einige andere der angeblich zahlreichen Hypothesen.
Hast Du Feuerbach nicht gelesen?

Betrachtet man die Kulturgeschichte, dann kann man zwar vielerlei sogenannte Schöpfungsmythen entdecken, aber keinen Gott, wie den der Juden und Christen.
Auch das Judentum war nicht immer monotheistisch. Es war ein Weg… bis hin zum heutigen Gottesbild.

Ich hatte geschrieben:
Christel hat geschrieben:
Sonntag 3. Mai 2020, 22:15
In Anbetracht dessen, dass ursprünglich Naturkräfte als göttlich betrachtet wurden, ist das schlüssig. Aber, dies war im Judentum schließlich nicht mehr so.
Dieser Wandel ist wichtig!

Du hast darauf geantwortet:
Holuwir hat geschrieben:
Mittwoch 13. Mai 2020, 11:46
Natürlich war das im Judentum genauso. Wie sonst hätte man göttliches Kümmern wahrnehmen sollen. Beispiele: Die 10 Plagen, Durchgang durch's Rote Meer, Sodom und Gomorra, Betrafung der Rotte Korah durch ein Erdbeben, Hiobs Krankheiten, Jona im Sturm, Mannaregen in der Wüste usw.. Aber das musst du doch alles kennen. Wieso willst du es plötzlich nicht wahrhaben?
Es besteht ein Unterschied, ob eine Naturkraft als ein Gott betrachtet wird oder ob
Holuwir hat geschrieben:
Mittwoch 13. Mai 2020, 11:46
Naturkräfte wurden als Auswirkung göttlichen Handelns angesehen.
Es ist ein Unterschied, ob die Natur als göttlich (Gott) betrachtet wird oder ob die Natur als Schöpfung Gottes betrachtet wird.
Ist die Sonne ein Gott oder ist sie eine Schöpfung Gottes? Ist die Sonne ein Gott oder eine Leuchte, die Gott ans Himmelszelt gehängt hat (siehe Genesis 1)?
(Anderer Vergleich: Ist das Auto ein Mensch oder ein Produkt des Menschen?)
Natürlich zeigt sich Gott im Alten Testament als Beherrscher der Natur.
Holuwir hat geschrieben:
Mittwoch 13. Mai 2020, 11:46
Wie sonst hätte man göttliches Kümmern wahrnehmen sollen.
Gott wirkt durch Menschen!
Hast Du die Propheten vergessen, die sich von Gott berufen fühlten?
Ein Auszug aus Ägypten ohne Mose? Wohl kaum.
Oder schaun wir in den Iran. Da gab es den Perserkönig Kyros II. Laut Bibel hat Gott durch diesen König gewirkt. Er ließ nämlich die Juden heimkehren aus dem Babylonischen Exil.

Gott wirkt und wird sichtbar durch Jesus Christus. Ich glaube Jesus und daher glaube ich Gott.

Holuwir, solange Du kein besseres Angebot vorlegst, sehe ich keinen Grund die Seiten zu wechseln.
Also, was hast Du zu bieten? – Hast auch Du Worte ewigen Lebens?

Religionskritik hilft nichts, denn das ist kein besseres Angebot.

Außerdem greift sie auch hier zu kurz:
Holuwir hat geschrieben:
Dienstag 12. Mai 2020, 12:06
Aufgrund unserer Intelligenz sind wir wie kein anderes Lebewesen imstande, die Ressourcen der Erde zu unserem kurzfristigen Vorteil zu nutzen und damit unsere Art nicht nur zu erhalten sondern ungehemmt zu vermehren. Das ist die tiefere Ursache aller menschengemachten Probleme in unserer Welt. Sie werden übermächtig und naturzerstörend durch die schiere Größe der Anzahl Menschen.

Die Religion spielt hierbei eine unrühmliche Rolle, indem sie diese Vermehrung dadurch fördert, dass sie alle besonderen Maßnahmen sie einzudämmen, behindert und als unethisch und unmoralisch abstempelt. Zugleich weist sie dem Menschen eine besondere Stellung in der Rangfolge der Lebewesen auf dieser Erde zu, die ihn angeblich zu der rigorosen Inanspruchnahme der Erde berechtigt, ja von Gott regelrecht zugewiesen worden sei.
1. Mo. 1,28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!
Betrachten wir die Fakten:
Es ist falsch sich auf eine Bibelstelle zu berufen und verallgemeinernd von der Religion zu sprechen. Diese Bibelstelle ist nämlich nur für Juden und Christen von Bedeutung (mit Abstrichen vielleicht noch für den Islam). Die Bibel selbst wirkt nur in Auslegung der jeweiligen Gemeinschaft bzw. der persönlichen Deutung. Was andere dort hineinlesen z.B. in Form von Religionskritik ist für den Glaubenden bedeutungslos. Wie gesagt, nur die eigene Deutung wirkt … und dann ist da noch mehr, was einwirkt…
Soweit erst mal grundsätzlich.

Fakt ist, nicht alle Menschen, die zu viele Kinder haben sind Christen (Juden oder Muslime, wenn man die noch zu zählen will.) Nicht alle Christen haben viele Kinder.

Das Bevölkerungswachstum ist dort hoch, wo die Menschen arm sind. Dort, wo man Kinder braucht, die für einen sorgen, wenn man alt und krank ist.
Daher bringt die Verteilung von Kondomen gar nichts, sexuelle Aufklärung bringt gar nichts, Bekämpfung der Religion bringt gar nichts…

Bekämpfung der Armut bringt was, gerechte Löhne bringen was, eine Rentenversicherung bringt was, Gender und Frauenbildung bringen was…

Alternativ kann eine atheistische Diktatur, ähnlich wie man es von China lernen kann…, etwas bringen. Aber dann nicht, woanders die Frauen klauen… wie man das von manchen Chinesen hört.

Und dann gibt es ja noch das Problem, dass die vielen Armen nicht die Klimakatastrophe bewirken, sondern unser Lebensstil. Wie sieht denn deinem ökologischer Fußabdruck aus?

Holuwir, der Punkt ist: Du kannst mir meinen Gott nicht widerlegen!
Hast Du wenigstens ein besseres Angebot“?

Religionskritik nach dem Motto: "Die Christen sind schlecht." Das reicht nicht! Es ist noch niemand ein guter Mensch geworden, weil er andere schlecht macht. Im Gegenteil!
Karl-Eduard von Schnitzler und "Der Schwarze Kanal" | MDR.DE
www.mdr.de › MDR.DE › Fernsehen › MDR Zeitreise
20.03.2020 - Für DDR-Zuschauerinnen und Zuschauer war Karl-Eduard von Schnitzler nur Karl-Eduard von Schnitz. Bei "...ler" hatten sie schon umgestellt.
Der "schwarze Kanal" überzeugt mich nicht.
„Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung)

Holuwir
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Re: Das christliche Schöpfungsverständnis

Ungelesener Beitrag von Holuwir »

Hallo Christel,
wenn der Glaube an die Existenz eines Gottes und der Schöpfungsglaube ausschließlich durch Zirkelschluss miteinander verbunden sind, dann sind beide widerlegt, denn ein Zirkelschluss kann niemals wahr sein. Du kannst diesen Zirkelschluss nur überwinden, indem du entweder deswegen auf die Existenz eines Gottes schließt, weil du überzeugt bist, dass die Welt nur durch Schöpfung und nicht anders entstanden sein kann oder indem du andere objektive Gründe vorlegst, an die Existenz eines Gottes zu glauben. Solange du weder das eine noch das andere vorweisen kannst, bleibst du in dem Zirkelschluss gefangen und hast dich damit selbst widerlegt. Dein hier vorgetragenes modernes christliches Schöpfungsverständnis eignet sich dazu nicht, denn es belegt in keiner Weise, dass die Kräfte, die die Welt und das Leben entstehen ließen, nur von einem übernatürlichen Wesen ausgehen konnten.
Achte auf Menschen, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben. (Unbekannter Verfasser)

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